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BR-BayernTrend: Drei Viertel der Bayern bereit zu Corona-Impfung | BR24

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Der Impfstart bleibe auch in Bayern hinter den Erwartungen der Menschen zurück. Das sagte BR-Reporter Andreas Bachmann der Rundschau. Das gehe aus der Befragung für den BayernTrend eindeutig hervor. Die Impfbereitschaft sei groß.

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BR-BayernTrend: Drei Viertel der Bayern bereit zu Corona-Impfung

Im Freistaat will sich die Hälfte der Erwachsenen laut dem neuem BR-BayernTrend auf jeden Fall gegen Corona impfen lassen - ein weiteres Viertel wahrscheinlich. Das Impftempo sehen viele kritisch.

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Von
  • Petr Jerabek

Kurz nach dem Start der Corona-Impfungen ist die Bereitschaft der Menschen in Bayern hoch, sich ein Vakzin spritzen zu lassen: Mehr als drei Viertel der Erwachsenen im Freistaat (77 Prozent) will sich auf jeden Fall oder voraussichtlich gegen Corona impfen lassen, wie der neue BR-BayernTrend ergab. Jeder Zweite (50 Prozent) hat sich dabei schon sicher für eine Impfung entschieden, weitere 27 Prozent sind dazu "wahrscheinlich" bereit.

Einer von zehn Menschen in Bayern (10 Prozent) schließt eine Corona-Impfung der Umfrage zufolge grundsätzlich aus, weitere 11 Prozent wollen sich voraussichtlich keine Spritze setzen lassen.

Impfbereitschaft in Bayern etwa auf Bundesniveau

Damit liegt die Impfbereitschaft im Freistaat auf einem ähnlichen Niveau wie auf Bundesebene: Deutschlandweit wollen sich nach Zahlen des jüngsten ARD-Deutschlandtrends 75 Prozent auf jeden Fall oder wahrscheinlich impfen lassen, 23 Prozent wohl oder sicher nicht.

Nach Meinung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) ist die Impfung die einzige Langfriststrategie gegen Corona. Vergangene Woche betonte er nach einer Kabinettssitzung, die "richtige Normalität" werde es geben, "wenn alle geimpft sind". Wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) lehnt auch der CSU-Chef zwar eine allgemeine Impfpflicht ab, brachte diese Woche aber eine Impfpflicht für Pflegekräfte ins Spiel - da bei diesen die Bereitschaft zu gering sei, sich impfen zu lassen. Dieser Vorstoß stieß auf viel Kritik.

Altersgefälle bei Impfbereitschaft

Deutliche Unterschiede gibt es bei der Impfbereitschaft in Bayern der Meinungsumfrage zufolge zwischen den Altersgruppen: Besonders ausgeprägt ist sie bei den Menschen, die 65 oder älter sind: Von ihnen haben sich 68 Prozent schon für eine Impfung entschieden, weitere 18 Prozent sind dafür offen. Lediglich 11 Prozent der Senioren wollen sich auf keinen Fall oder wahrscheinlich nicht impfen lassen.

Zurückhaltender sind in dieser Frage die 18- bis 39-Jährigen. Fest entschlossen zur Impfung zeigen sich 38 Prozent von ihnen, weitere 35 Prozent können sie sich vorstellen. Fast ein Viertel (24 Prozent) will sich nicht (12 Prozent) oder voraussichtlich nicht (12 Prozent) einer Corona-Impfung unterziehen.

Jeder Zweite hält Impftempo für zu langsam

Den Impfstart im Freistaat sieht mehr als die Hälfte der Bayern kritisch: Jeder Zweite (51 Prozent) hält das Tempo der seit Ende Dezember laufenden Impfungen für zu langsam, 6 Prozent bezeichnen es als zu schnell. Nach Einschätzung von 40 Prozent ist die Geschwindigkeit angemessen.

© BR/Infratest dimap

Corona-Impfbereitschaft in Bayern

Weitere Ergebnisse in Kürze: Sonntagsfrage und Zufriedenheit

Mit dem Corona-Krisenmanagement der Staatsregierung zeigt sich mit 60 Prozent zwar noch immer eine klare Mehrheit zufrieden oder sehr zufrieden, wie der BayernTrend im Auftrag des BR-Politikmagazins zudem "Kontrovers" ergab. Gegenüber Oktober ist die Zustimmung aber deutlich gesunken - um 19 Prozentpunkte. Weniger oder gar nicht zufrieden äußerten sich 39 Prozent (+18 Punkte). Die Corona-Maßnahmen in Deutschland halten 56 Prozent der Bayern für angemessen. 31 Prozent gehen sie zu weit, dagegen wünschen sich 12 Prozent strengere Regeln.

Bei der Sonntagsfrage konnten die beiden Regierungsparteien in Bayern zulegen: Wenn am Sonntag Landtagswahl wäre, bekäme die CSU mit 48 Prozent (+ 3 Punkte) die absolute Mehrheit, die Freien Wähler legen gegenüber Oktober einen Punkt auf 8 Prozent zu. Die Grünen sieht der BR-BayernTrend derzeit bei 19 Prozent (-2 Punkte), AfD und SPD jeweils bei 7 Prozent (jeweils -1 Punkt). FDP und Linkspartei liegen unverändert bei 3 Prozent und würden damit den Einzug in den Landtag verpassen.

Weitere Zahlen dazu - auch zur Zufriedenheit mit Ministerpräsident Söder - finden Sie hier:

Ausführliche Informationen zu den Ergebnissen gibt es heute Abend ab 21 Uhr auch im Politikmagazin "Kontrovers" im BR Fernsehen.

Der BR-BayernTrend

Dem BR-BayernTrend liegt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap bei 1.000 Wahlberechtigten in Bayern zugrunde. Der Befragungszeitraum lag zwischen 7. bis 11. Januar.

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt laut Infratest dimap einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlausgang abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den späteren Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Zum einen legen sich immer mehr Wähler kurzfristig vor einer Wahl fest. Zum anderen hat die Bedeutung der letzten Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien zugenommen.

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