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Symbolbild: Schule in Corona-Zeiten

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    Bayerns Schulen: Kein Sport, weniger Tests, mehr Homeschooling

    Für viele Schüler in Bayern beginnt am Mittwoch wieder der Wechselunterricht, einige Jugendliche können vor Weihnachten gar nicht in die Schule. Der Sportunterricht wird ausgesetzt, Tests gibt's nur in bestimmten Klassen. Die neuen Corona-Regeln.

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    Von
    • Petr Jerabek

    Angesichts weiterhin hoher Corona-Zahlen schränkt Bayern ab Mittwoch den Präsenzunterricht an vielen Schulen stark ein. "Wir ändern einiges", sagte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer Sondersitzung seines Kabinetts am Sonntag. Es gehe darum, an den Schulen die Kontakte deutlich zu reduzieren. Laut Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) beginnt am Mittwoch für rund 40 Prozent der Schüler in Bayern der Wechsel- oder Distanzunterricht - vorerst bis zu den Weihnachtsferien. Auch für den Sportunterricht und schriftliche Tests gibt es neue Bestimmungen. "Wie es nach den Ferien weitergeht, sehen wir dann - wie die Infektionslage ist", sagte Söder.

    Darüber hinaus bleiben die bereits bisher geltenden Regelungen zu Masken, Hygienemaßnahmen, dem Lüften sowie dem Musikunterricht in Kraft. Ein Überblick über die wichtigsten neuen und weiterhin geltenden Regeln:

    Neu: Wechselunterricht ab Klasse 8

    An den weiterführenden Schulen werden ab der 8. Jahrgangsstufe die Klassen geteilt und beide Gruppen im Wechsel in der Schule und daheim unterrichtet. Nur Abschlussjahrgänge sind davon ausgenommen, auch für die Q11 an Gymnasien gilt der Wechselunterricht. Auch für die Jahrgangsstufen eins bis sieben sowie an den Förderschulen bleibt es beim durchgehenden Präsenzunterricht.

    In welchem Rhythmus die Schulen zwischen Präsenz- und Distanzunterricht wechseln, gibt das Kultusministerium nicht vor. Laut Kultusminister Piazolo hat sich aber der tägliche Wechsel bewährt. Und das werde an vielen Schulen wohl auch so umgesetzt, sagte ein Ministeriumssprecher.

    Neu: In Hotspots kein Präsenzunterricht mehr ab der 8. Klasse

    Weiter verschärft werden die Regeln für Städte und Landkreise mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. In solchen Hotspots gibt es für Schülerinnen und Schüler ab Klasse acht überhaupt keinen Präsenzunterricht mehr - es wird komplett auf Distanzunterricht umgestellt. Das gilt auch für die Q11 an Gymnasien. Die letzte Jahrgangsstufe darf aber weiterhin in die Schule. Maßnahmen zur Beruflichen Orientierung an außerschulischen Lernorten dürfen ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 200 nicht mehr stattfinden.

    Stellt die zuständigen Kreisverwaltungsbehörde die Überschreitung der 200er-Inzidenz fest, kontaktiert sie zunächst die Schulleitungen. Diese informieren dann die Eltern und Schüler über die Maßnahmen.In Kommunen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 300 können die örtlichen Behörden noch größere Einschränkungen an Schulen anordnen.

    Neu: Nur noch Distanzunterricht an Berufsschulen

    Auch bayerische Berufsschüler müssen von Mittwoch bis zum Start der Weihnachtsferien ausschließlich zu Hause lernen. Denn nach dem Beschluss des Kabinetts wechseln alle beruflichen Schulen im Freistaat komplett in den Distanzunterricht. Für Wirtschaftsschulen gelten die Regelungen für allgemeinbildende Schulen (siehe oben).

    Für FOS und BOS gilt bis zu einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200, dass die Vorklasse sowie die Jahrgangsstufe 11 Wechselunterricht haben. Ab einer Inzidenz über 200 wird für diese Jahrgangsstufen komplett auf Distanzunterricht umgestellt. Die übrigen Jahrgangsstufen werden weiter in der Schule unterrichtet.

    Distanzunterricht: Teilnahme ist Pflicht

    In der Bayerischen Schulordnung ist der Distanzunterricht mittlerweile als eigene Unterrichtsform aufgeführt - und die Teilnahme daran ist Pflicht. Die Schülerinnen und Schüler müssen also die Arbeitsaufträge erledigen, die von den Lehrkräften gestellt werden. Laut Schulordnung legt die jeweilige Schule die "im Rahmen des Distanzunterrichts eingesetzten elektronischen Verfahren fest".

    Neu: Keine schriftlichen Tests im Wechsel- oder Distanzunterricht

    In Klassen, die sich im Wechsel- oder Distanzunterricht befinden, finden nach Angaben des Kultusministeriums bis Weihnachten keine schriftlichen Tests oder Schulaufgaben statt. Details zu Nachhol- oder Härtefallregelungen sind noch in Arbeit. Dagegen sind mündliche Leistungsnachweise möglich. Dazu eignen sich laut Kultusministerium beispielsweise Referate, Unterrichtsbeiträge (im Rahmen einer Videokonferenz), das Vorstellen von Arbeitsergebnissen sowie "mündliche Leistungserhebungen".

    Neu: Kein Sportunterricht bis Weihnachten

    Der praktische Sportunterricht wird nach Angaben des Kultusministeriums in allen Jahrgangsstufen bis voraussichtlich 18. Dezember ausgesetzt. Nur sporttheoretische Inhalte können bis dahin vermittelt werden.

    In der Qualifikationsphase der Oberstufe des Gymnasiums (Q11 und Q12) sind sportpraktische Inhalte unter Auflagen weiterhin zulässig: So ist in Innenräumen Sportunterricht nur mit Mund-Nasen-Schutz erlaubt. Zudem gilt dort eine Beschränkung auf der Übungszeit auf 120 Minuten. Im Freien ist Sportunterricht auch ohne Maske erlaubt, sofern der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen allen Beteiligten eingehalten werden kann. Auf Sport mit Körperkontakt sollte möglichst verzichtet werden.

    Neu: Quarantäne kann verkürzt werden

    Wird bei einem Schüler Covid-19 nachgewiesen, muss die gesamte Klasse für bis zu 14 Tage in Quarantäne. Neu ist die Möglichkeit, die Quarantäne deutlich zu verkürzen: Nach fünf Tagen können die Schülerinnen und Schüler einen PCR- oder Antigen-Schnelltest machen - und dürfen bei einem negativen Ergebnis wieder in die Schule.

    Weihnachtsferien starten früher

    Schon seit zwei Wochen steht fest: Die bayerischen Weihnachtsferien beginnen bereits am 21. statt am 23. Dezember. Das bedeutet, dass heuer Freitag, der 18. Dezember, der letzte Schultag vor Weihnachten ist.

    Eltern, die ihren Jahresurlaub schon aufgebraucht haben, können für den 21. und 22. Dezember eine Notbetreuung für ihre Kinder (Jahrgangsstufe eins bis sechs) beantragen. Das gilt auch für Menschen, die in einem "systemrelevanten" Beruf arbeiten - zum Beispiel im Gesundheitsbereich oder der Pflege, in der Kinder-und Jugendhilfe, der Seelsorge, bei Polizei, Feuerwehr oder Katastrophenschutz, in der Lebensmittelversorgung, den Medien, in Banken, Justiz oder Verwaltung.

    Maskenpflicht auch im Unterricht - Möglichkeit zu Tragepausen

    Auf dem gesamten Schulgelände gilt eine Maskenpflicht für alle. Im Gegensatz zu vielen anderen Bundesländern müssen in Bayern somit Schüler aller Jahrgangsstufen - inklusive Grundschulkinder - auch an ihrem Sitzplatz im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Visiere (Face-Shields) sind laut Kultusministerium "kein zulässiger Ersatz". Auch auf dem Pausenhof ist die Gesichtsmaske Pflicht.

    Laut einer Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs muss an den Schulen allerdings dafür gesorgt werden, "dass für die Schüler im Freien und unter Einhaltung des Mindestabstands die Möglichkeit zu Tragepausen" bestehe. Das Ministerium schreibt dazu im Rahmenhygieneplan für die bayerischen Schulen, den Kindern und Jugendlichen sei es erlaubt, die Maske abzunehmen, "wenn für einen ausreichenden Mindestabstand zwischen den Schülerinnen und Schülern gesorgt ist". Zudem dürften sie die Mund-Nasen-Bedeckung während einer Stoßlüftung im Klassenzimmer an ihrem Sitzplatz abnehmen.

    Grundlegende Hygienemaßnahmen

    Auch in Schulen sollen die allgemeinen Hygienemaßnahmen beachtet werden: Die Hände sollen regelmäßig mit Seife für 20 bis 30 Sekunden gewaschen werden, die Husten- und Niesetikette praktiziert werden, wo immer möglich gilt ein Mindestabstand von 1,5 Metern. Auf Körperkontakt - wie Händeschütteln, Umarmungen oder Berührungen - sollte verzichtet werden, sofern dieser sich "nicht zwingend aus unterrichtlichen oder pädagogischen Notwendigkeiten ergibt". Jeder sollte darauf achten, dass er Augen, Nase und Mund möglichst nicht berührt.

    Regelmäßiges Lüften

    Die Schulräume sollen laut Rahmenhygieneplan regelmäßig intensiv gelüftet werden: Vorgeschrieben ist mindestens alle 45 Minuten eine Stoß- beziehungsweise Querlüftung "durch vollständig geöffnete Fenster über mehrere Minuten (mindestens 5 Minuten)". Wenn möglich soll auch öfter während des Unterrichts gelüftet werden. Sogenannte CO2-Ampeln, mit denen nach Willen des bayerischen Kabinetts alle Klassenzimmer ausgestattet werden sollen, können dazu beitragen, den richtigen Zeitpunkt zum Lüften zu bestimmen.

    Ist eine Stoß- oder eine Querlüftung nicht möglich, zum Beispiel weil die Fenster nicht vollständig geöffnet werden können, muss ein ausreichender Luftaustausch durch längere Lüftungszeit sowie das Öffnen von Türen ermöglicht werden. Zusätzlich soll es für solche Räume laut Kultusminister Piazolo mobile Luftreinigungsgeräte geben.

    Möglichst feste Gruppen

    Um Infektionsketten nachvollziehen zu können, soll es "im Rahmen der Möglichkeiten" möglichst feste Gruppen geben, die nicht durchmischt werden. Werden Schüler aus verschiedenen Klassen in einem Fach gemeinsam unterrichtet, sollen die Teilgruppen im Klassenzimmer blockweise sitzen. Für die Pausen empfiehlt das Kultusministerium versetzte Zeiten sowie "Zuordnungen von Zonen für feste Gruppen auf dem Pausenhof (...), soweit dies schulorganisatorisch möglich ist".

    Konfessionsgemischter Religionsunterricht möglich

    Um eine Durchmischung von Klassen im Religionsunterricht zu vermeiden, können Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Konfessionen vorübergehend gemeinsam unterrichtet werden: Die Staatsregierung hat mit der evangelischen und katholischen Kirche erstmals die Möglichkeit eines "temporären kooperativen Religionsunterrichts" vereinbart.

    Dafür gibt es verschiedene Modelle. Die evangelischen und katholischen Religionslehrer und -lehrerinnen können sich wöchentlich abwechseln, gegebenenfalls können auch Ethiklehrer in die Rotation einbezogen werden. Möglich ist laut Kultusminister Piazolo auch ein gemeinsamer Religionsunterricht durch eine Lehrkraft, "die aber beide Konfessionen berücksichtigt". Es handle sich dabei um ein Angebot an die Schulen, betonte der Minister.

    Partner- und Gruppenarbeit

    Innerhalb der Klasse - zum Beispiel für die Durchführung von naturwissenschaftlichen Experimenten - ist Partner- und Gruppenarbeit erlaubt, wenn der Mindestabstand gewahrt wird. Mit dem unmittelbaren Sitznachbarn ist eine Partnerarbeit auch ohne Mindestabstand möglich.

    Einschränkungen beim Musikunterricht

    Auch der Musikunterricht kann stattfinden, es gelten aber besondere Einschränkungen und Regeln. So ist Singen und das Spielen auf Blasinstrumenten in Gruppen bis auf Weiteres nicht erlaubt, sondern nur im Einzelunterricht mit erhöhtem Mindestabstand von 2,5 Meter möglich. Nach Einzelunterricht mit einem Blasinstrument muss der Raum mindestens 15 Minuten gelüftet werden, bei Gesangsunterricht grundsätzlich zehn Minuten lang nach jeweils 20 Minuten Unterricht.

    Stellt die Schule Instrumente zur Verfügung, sollten sie nach jeder Benutzung gereinigt werden (zum Beispiel die Klaviertastatur). Vor und nach der Benutzung von Instrumenten der Schule müssen die Hände mit Flüssigseife gewaschen werden.

    Pausenverkauf

    Sowohl ein Pausenverkauf als auch Essensausgabe und Mensabetrieb sind zwar erlaubt. Allerdings muss laut Ministerium gewährleistet werden, dass das Abstandsgebot von 1,5 Metern zwischen allen Schülerinnen und Schülern eingehalten wird.

    Was tun bei Erkältungssymptomen?

    Leichte Symptome: Grundschüler dürfen mit leichten Erkältungssymptomen wie Schnupfen ohne Fieber oder gelegentlichem Husten trotzdem in die Schule. Schüler ab Klasse 5 müssen in einem solchen Fall ab dem Tag, an dem die leichten Symptome aufgetreten sind, daheim bleiben. In die Schule dürfen sie erst wieder, wenn "nach mindestens 48 Stunden nach Auftreten der Symptome kein Fieber entwickelt wurde" und in ihrem Haushalt keine Erwachsenen an Erkältungssymptomen leiden oder bei diesen eine Corona-Infektionen ausgeschlossen wurde.

    Akute Erkrankung: Hat eine Schülerin oder ein Schüler akute Krankheitssymptome - wie Fieber, Husten, Kurzatmigkeit oder Luftnot, Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns, Hals- oder Ohrenschmerzen, (fiebrigen) Schnupfen, Gliederschmerzen, starke Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall - gilt unabhängig vom Alter grundsätzlich: Sie oder er darf nicht in die Schule. Um wieder am Unterricht teilnehmen zu können, dürfen Schülerinnen und Schüler 24 Stunden keine Krankheitssymptome mehr zeigen (bis auf leichten Schnupfen und gelegentlichen Husten), müssen 24 Stunden fieberfrei sein und zusätzlich ein entsprechendes ärztliches Attest oder einen negativen Corona-Test haben. Die Entscheidung, ob ein Test erforderlich ist, trifft der Arzt. Möglich ist dabe entweder ein PCR- oder ein Antigen-Test (Schnelltest).

    Schülerfahrten und Betriebspraktika

    Mehrtägige Schülerfahrten sind noch bis mindestens Ende Januar ausgesetzt. Eintägige oder noch kürzere Veranstaltungen sind zulässig, sofern sie "pädagogisch erforderlich" und "schulorganisatorisch vertretbar" sind.

    Auf Aktivitäten, die über den regulären Unterricht hinausgehen, sollten die Schulen verzichten. Schulgottesdienste sind zulässig. Auch Maßnahmen zur Berufsorientierung sind möglich, ebenso Betriebspraktika - allerdings nur bei einer Inzidenz unter 200 (siehe oben).

    Handynutzung: Corona-Warn-App erlaubt

    Eigentlich gilt in Bayern während des Schulunterrichts ein Handyverbot. Nutzen Schüler aber die Corona-Warn-App der Bundesregierung, dürfen sie ihr Mobiltelefon ab diesem Schuljahr während des Unterrichts angeschaltet lassen. Das Gerät muss aber stumm geschaltet sein und während des Unterrichts in der Schultasche bleiben.

    (Redaktioneller Hinweis: In einer früheren Version dieses Textes konnte der Eindruck entstehen, dass die Teilnahme an Videokonferenzen im Rahmen des Distanzunterrichts Pflicht sei. Die entsprechende Passage wurde daher präzisiert.)

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