BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Bayerns Schulen bleiben zu - das sind die Reaktionen | BR24

© dpa

Schüler mit Coronamasken.

45
Per Mail sharen

    Bayerns Schulen bleiben zu - das sind die Reaktionen

    Bayerns Schulen bleiben weiter geschlossen. Dass es für Abiturienten vor der Prüfung Ausnahmen geben soll, stößt bei den Betroffenen auf verhaltene Zustimmung - und viel Kritik im Detail.

    45
    Per Mail sharen
    Von
    • Adrian Dittrich
    • BR24 Redaktion

    Feste Prüfungstermine und weniger Klausuren für die bayerischen Abschlussklassen: Das hatte Kultusminister Michael Piazolo (FW) Anfang dieser Woche den Schülerinnen und Schülern versprochen. Das alles stand nun aber für kurze Zeit auf dem Spiel, nachdem die Ministerpräsidenten gestern den Schul-Lockdown um zwei weitere Wochen verlängert hatten.

    Heute stellte Ministerpräsident Markus Söder auf einer Pressekonferenz klar: Für Bayerns Abiturienten gibt es eine Ausnahme. Ab 1. Februar soll es wieder Wechselunterricht für die 12. Klassen geben. Damit sollen alle Prüfungstermine eingehalten werden und faire Bedingungen herrschen.

    Schülervertreter kritisiert Piazolos "Notenjagd"

    Der neue bayerische Landesschülersprecher Moritz Meusel sieht diese Lösung kritisch. Die Erfahrung habe gezeigt, dass von den drei Unterrichtsvarianten - Distanzunterricht, Wechselunterricht und Präsenzunterricht - der Wechselunterricht am schlechtesten funktioniert habe.

    Meusel beklagt, dass zwar die großen Prüfungen für die Oberstufen reduziert wurden. Bei den kleineren Leistungsnachweisen sehe es aber anders aus:

    "Es gibt momentan schon fast eine regelrechte Notenjagd auf kleine Leistungsnachweise, dass man jetzt online abfragt und Referate reinknallt. Es wird immer am Stoff für die Abschlussprüfungen gekürzt, aber am Lehrplan selbst hat sich bisher fast noch gar nichts verändert." Landesschülersprecher Moritz Meusel

    Elternverband: "Eine wahnsinnige Aufholjagd"

    Auch der Bayerische Elternverband plädierte noch gestern in einem offenen Brief an Kultusminister Piazolo für etwas mehr Entspannung im Schulalltag nach einem Jahr voller Aufregung und großer Unsicherheiten. Unter den aktuellen Bedingungen könnten ursprüngliche Leistungs- und Lernziele nicht aufrechterhalten werden. Vielmehr müsse nun wieder ein nachhaltiger und gründlicher Unterricht ohne Eile im Vordergrund stehen. Henrike Paede, die stellvertretende Vorsitzende des Bayerischen Elternverbands, sieht eine "wahnsinnige Aufholjagd" - obwohl ein Aufholen des ausgefallenen regulären Unterrichts gar nicht mehr zu schaffen sei.

    BLLV: Auch auf die anderen Schularten achten

    Fest steht nun zumindest, dass die Abiturienten unter den bayerischen Schülerinnen und Schülern als erstes ihre Abschlussprüfungen schreiben müssen. Und auch die Berufsschüler werden schon bald vor ihren Abschluss- oder Kammerprüfungen stehen und dürfen deshalb ebenso ab 1. Februar in den Wechselunterricht.

    Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer-und Lehrerinnenverbands BLLV, kann die Priorisierung dieser Schülergruppen nachvollziehen.

    "Es geht um Abschlüsse, es geht darum, dass diese Jugendlichen, die vor dem Berufsleben stehen oder vor ihrer beruflichen Laufbahn an den Universitäten, bestmögliche und faire Chancen haben." Simone Fleischmann, BLLV

    Gleichzeitig mahnt Fleischmann, auch auf die Schülerinnen und Schüler andere Schularten zu achten, die zu einem späteren Zeitpunkt dieses Jahr ihre Abschlussprüfungen absolvieren müssen.

    Bisher ausgeklammert hat die Politik das Problem der kleinsten Schüler, die nach jüngster Feststellung des Münchner Kinderinfektiologen Professor Johannes Hübner nur wenig zum Infektionsgeschehen beitragen - zugleich aber relativ stark unter der Homeschool-Situation leiden.

    "Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!