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Teil-Lockdown statt Corona-Ampel: Die neuen Regeln in Bayern | BR24

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Reaktionen von Bürgern zum Beschluss eines Teil-Lockdowns der am Montag in Bayern beginnt.

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Teil-Lockdown statt Corona-Ampel: Die neuen Regeln in Bayern

Nach nur wenigen Monaten müssen Kultur- und Freizeiteinrichtungen wieder schließen, Restaurants dürfen Essen nur zum Mitnehmen verkaufen, Kontaktbeschränkungen und Alkoholverbote werden verschärft. Welche Regeln beim Teil-Lockdown in Bayern gelten.

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Sie sollen die zweite Corona-Welle in Deutschland "brechen": strenge einheitliche Maßnahmen, auf die sich die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch geeinigt haben. Der Teil-Lockdown beginnt heute und soll bis Ende November dauern. Bayern hat dabei noch ein paar eigene zusätzliche Regeln.

"Es ist ein Lockdown light", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Freitag in seiner Regierungserklärung und fasste die Maßnahmen so zusammen: "Kontakte reduzieren, Veranstaltungen absagen, Freizeiteinrichtungen schließen und, was viele besonders trifft, die Gastronomie und die Kultur herunterfahren." Die bisher gültige bayerische Corona-Ampel, die regional begrenzte Maßnahmen je nach Infektionsgeschehen vorsah, wird nun von landesweit einheitlichen Maßnahmen abgelöst. Was im November in Bayern gilt hier im Überblick:

Mindestabstand wahren

Jeder in Bayern sollte seine Kontakte zu Menschen aus anderen Haushalten auf ein "absolut nötiges Minimum" reduzieren. Grundsätzlich sollte zu anderen Menschen, wo immer es möglich ist, ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Wo das nicht geht, sollte eine Maske getragen werden. Geschlossene Räume sind regelmäßig ausgiebig zu lüften.

Strikte Kontaktbeschränkung

Ob im öffentlichen Raum, in privaten Wohnungen oder Gärten: Bis Ende November dürfen sich nur Menschen aus maximal zwei Haushalten treffen. "Das heißt, nicht zehn verschiedene Personen treffen sich, sondern zwei - zwei Personen oder zwei Familien", erläuterte Söder kürzlich. Sofern die Zusammenarbeit mehrerer Menschen zwingend erforderlich ist, gilt diese Begrenzung im Beruf und bei bestimmten ehrenamtlichen Tätigkeiten nicht. Das Feiern auf öffentlichen Plätzen ist verboten, unabhängig von der Personenzahl.

Söder kündigte an, dass die Einhaltung der Regeln im Freien kontrolliert werde, in Wohnungen aber nicht. Er wies in diesem Zusammenhang Berichte zurück, er habe dazu aufgerufen, mögliche Verstöße in Privatwohnungen zu melden. "Ein solcher Aufruf war auch weder angedacht noch beabsichtigt."

Veranstaltungen verboten - Gottesdienste und Demos erlaubt

Alle Veranstaltungen, Versammlungen und öffentliche Festivitäten sind verboten. Auch Messen, Kongresse und Tagungen dürfen nicht stattfinden. Das war auch schon während der ersten Corona-Welle im Frühjahr der Fall, im Gegensatz zu damals bleiben jetzt aber Gottesdienste und Demonstrationen möglich. Denn es handle sich dabei um "verfassungsrechtlich sehr hoch geschützte Veranstaltungen", sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) zur Begründung.

Bei Gottesdiensten in Kirchen, Synagogen und Moscheen sowie Treffen anderer Glaubensgemeinschaften muss ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Teilnehmern eingehalten werden. Das gilt auch für Gottesdienste im Freien. Daraus ergibt sich dann je nach Raumgröße oder Veranstaltungsfläche die maximal zulässige Personenzahl. Alle Besucher müssen eine Maske tragen, solange sie sich nicht auf ihrem Platz befinden.

Auch bei Demonstrationen unter freiem Himmel muss zwischen den Teilnehmern der Mindestabstand eingehalten und jeder Körperkontakt vermieden werden. Ab einer Teilnehmerzahl von 200 Menschen sollte in der Regel eine Maskenpflicht angeordnet werden. Die Infektionsgefahr muss auf ein "vertretbares Maß beschränkt bleiben", sonst kann die Versammlung verboten werden. An Demos in geschlossenen Räumen dürfen höchstens 100 Menschen teilnehmen.

Freizeiteinrichtungen und Kulturstätten schließen

Bis voraussichtlich Ende November müssen alle Freizeitparks, Spielhallen, Wettannahmestellen, Bäder, Wellnesszentren, Saunen und Bordelle schließen. Stadt- und Gästeführungen sind verboten. Spielplätze im Freien sind für Kinder nur in Begleitung Erwachsener geöffnet.

Auch Kultureinrichtungen dürfen vier Wochen lang ihre Türen nicht öffnen: Von Kinos, Theatern und Opern über Museen und Gedenkstätten bis hin zu Schlössern und Zoos. Clubs und Diskotheken bleiben weiterhin zu. Dagegen dürfen Bibliotheken und Archive offen bleiben .

Sport: Amateurmannschaften müssen pausieren

Wer Sport treiben möchte, darf dies allein, zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Hausstands. Erlaubt ist Individualsport, aber keine Mannschaftssportarten. Damit müssen Amateurmannschaften bis mindestens Ende November mit dem Trainings- und Spielbetrieb pausieren. Fitnessstudios müssen schließen.

Profisportveranstaltungen, wie zum Beispiel Spiele der Fußball-Bundesliga, bleiben erlaubt. Es sind aber keine Zuschauer zugelassen.

Gastronomie: Speisen nur außer Haus - Kantinen nicht betroffen

Bars, Kneipen und Restaurants müssen schließen. Sie dürfen lediglich Speisen und Getränke liefern oder zum Verzehr zu Hause verkaufen. Kantinen, die nicht öffentlich zugänglich sind, dürfen dagegen geöffnet bleiben.

Tourismus kommt zum Erliegen

In Hotels, Ferienwohnungen, Jugendherbergen und auf Campingplätzen dürfen keine Touristen übernachten. Einchecken können ausschließlich Geschäftsreisende. Alle Touristen müssen nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums spätestens am Montagvormittag abreisen.

Touristische Busreisen, der Betrieb von Seilbahnen, die Fluss- und Seenschifffahrt im Ausflugsverkehr sowie touristischer Bahnverkehr und Flusskreuzfahrten sind verboten.

Kosmetikstudios schließen - Friseursalons nicht

Dienstleistungsbetriebe, in denen "eine körperliche Nähe zum Kunden unabdingbar ist", müssen ebenfalls schließen: zum Beispiel Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios. Eine Ausnahme gilt hier für Friseursalons, die geöffnet bleiben dürfen, sofern sie die Hygieneauflagen einhalten.

Medizinisch notwendige Behandlungen wie Physio- und Ergotherapie, Logopädie sowie Fußpflege sind ebenfalls gestattet.

Geschäfte bleiben offen

Geschäfte des Groß- und Einzelhandels können geöffnet bleiben, müssen aber weiterhin dafür sorgen, dass auf zehn Quadratmetern Verkaufsfläche nur ein Kunde kommt und der Mindestabstand eingehalten werden kann.

Wochenmärkte bleiben erlaubt. Auch kleinere traditionelle Kunst- und Handwerkermärkte, Töpfermärkte und Flohmärkte sind zulässig, sofern sie "keinen Volksfestcharakter aufweisen und keine großen Besucherströme anziehen". Kunden und Verkäufer müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Kitas, Schulen und Hochschulen haben Priorität

Die Schulen in Bayern sind zwar noch bis 8. November geschlossen, aber nur wegen der bayerischen Herbstferien. Denn anders als im Frühjahr will die Politik dieses Mal neben dem Handel auch Krippen, Kindergärten und Horte, Schulen, Universitäten und Hochschulen so lange wie möglich offen halten. Das sei keine medizinische, sondern eine "politische, gesellschaftliche Priorisierung", sagte Söder.

Grundsätzlich gilt für Schüler und Lehrer auf dem gesamten Schulgelände eine Maskenpflicht, auch im Unterricht. In "begründeten Einzelfällen" kann die zuständige Kreisverwaltungsbehörde aber Ausnahmen von der Maskenpflicht im Unterricht zulassen. In einigen bayerischen Landkreisen und Städten gibt es solche Ausnahmen für Grundschüler.

Anders als in Klassenzimmern der Schulen gilt an Hochschulen überall ein Mindestabstand von 1,5 Metern. Ein Mund-Nasen-Schutz muss überall getragen werden, auch am Sitzplatz im Hörsaal. Je nach Raumgröße sind bei Präsenzveranstaltungen maximal 200 Menschen zugelassen. Von allen müssen die Daten erfasst werden, damit eine Nachverfolgung von Kontaktpersonen möglich ist.

Auch Jugendarbeit, Ferienangebote, außerschulische Bildungsprogramme und der Unterricht an Musikschulen bleiben erlaubt bei Einhaltung des Abstandsgebots von 1,5 Metern. Bei Blasinstrumenten und Gesang muss ein Abstand von mindestens zwei Metern gewährleistet werden. Fahrschulunterricht ist ebenfalls möglich.

Alkoholverbote und weitergehende Maskenpflicht

Zwischen 22 und 6 Uhr dürfen weder Lieferdienste noch Tankstellen Alkohol verkaufen. Die jeweilige Kreisverwaltungsbehörde kann zudem für diesen Zeitraum auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen den Konsum von Alkohol verbieten.

Darüber hinaus kann für bestimmte öffentliche Plätze eine Maskenpflicht angeordnet werden. Ein Mund-Nasen-Schutz muss auch in Fahrstühlen, auf Fluren und Gängen von öffentlich zugänglichen Gebäuden und der Arbeitsstätte getragen werden. Kann der Mindestabstand nicht eingehalten werden, gilt die Maskenpflicht auch am Arbeitsplatz.

Strengere Maßnahmen in einzelnen Kommunen möglich

Bei hohen Corona-Inzidenzen in einzelnen Landkreisen oder kreisfreien Städten können die Behörden vor Ort noch strengere Maßnahmen anordnen. In mehreren bayerischen Kommunen wurden beispielsweise Ausgangsbeschränkungen erlassen oder Kitas und Schulen geschlossen.

Die Regeln und Maßnahmen sind in der achten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 30. Oktober festgeschrieben. Den kompletten Wortlaut finden Sie hier.

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