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Markus Söder bei einem Besuch in einem Impfzentrum

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Söder drängt auf schnelle Zulassung von Sputnik V

Bayerns Ministerpräsident Söder pocht auf eine schnelle Zulassung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V. Das hat er im BR deutlich gemacht. Söder verwies auf die laut Studien hohe Wirksamkeit des Vakzins. "Ideologische Vorbehalte" lehnt er ab.

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Von
  • Frank Steininger
  • BR24 Redaktion

Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder drängt auf eine schnelle Zulassung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V in Europa und Deutschland. Der Rundschau im BR Fernsehen sagte er, wissenschaftliche Studien gingen von einer sehr hohen Wirksamkeit aus.

"Deswegen sollte man ohne ideologische und politische Vorbehalte jetzt so schnell wie möglich über eine Zulassung reden und dann schon parallel versuchen, diesen Impfstoff zu kaufen und ihn in großen Mengen nach Europa und vor allem nach Deutschland zu bringen." Markus Söder, Ministerpräsident

Söder sprach sich dafür aus, den Ankauf des Impfstoffs entweder auf europäischer Ebene zu organisieren; wenn es dort aber "hakt", könne dies auch auf nationaler Ebene geschehen.

Söders Ziel: mehr Jüngere und mehr in den Betrieben impfen

Zu möglichen Bedenken in der Bevölkerung sagte Söder, je mehr Impfstoff da sei, desto mehr Auswahl und Freiheit habe man. Wichtig sei jetzt, mehr zu impfen, um die Sterblichkeit zu verringern, aber auch um mehr Mobilität und Freiheit zu haben. "Deswegen wird uns mehr Impfstoff helfen, dass mehr Jüngere geimpft werden können, die im Moment am stärksten betroffen sind von der Pandemie, dass in den Betrieben rasch geimpft werden kann."

Thüringens Ministerpräsident Ramelow ist ebenfalls dafür, den russischen Impfstoff so schnell wie möglich zu verimpfen. Er klagte in der "Welt" über Vorbehalte in Westdeutschland:

"Ich kämpfe nicht für Sputnik V, nur weil er aus Russland käme, sondern ich bin der Meinung, dass wir alle Impfstoffe kaufen sollten, die wir kaufen können." Bodo Ramelow (Linke)

"Mit Parteipolitik oder einer mir unterstellten Nähe zu Moskau hat das nichts zu tun", fährt er fort. Er registriere "westdeutsche ideologische Befindlichkeiten in dieser Frage, die ich albern finde". Sputnik V müsse wie alle anderen Impfstoffe auch geprüft werden, sagte Ramelow. "Den Rahmenvertrag aber hätte man längst abschließen können. Das sollte nun bald geschehen."

EU-Zulassungsverfahren für Sputnik V läuft

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe ihm versichert, dass die Gespräche dazu angelaufen seien. Sputnik V könnte laut Ramelow im bayerischen Illertissen bei Augsburg vom russischen Konzern R-Pharm geprüft und produziert werden.

Bislang haben die Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson eine EU-weite Zulassung erhalten. Zu Sputnik V hat die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) ein sogenanntes rollierendes Verfahren zur Zulassung gestartet.

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Bayerns Ministerpräsident drängt auf eine schnelle Zulassung des russischen Corona-Impfstoffs "Sputnik V" in Europa und Deutschland. Unterstützung erhält er für seine Forderung von Berlins Regierenden Bürgermeister und anderen Ministerpräsidenten.

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