BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Bayerns Lehrerverbände loben Schulsystem im Freistaat | BR24

© BR

Die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände sieht das gegliederte Schulwesen als Garant für die Qualität des Bildungssystems in Bayern.Trotzdem müssten mehr Lehrer eingestellt und die Pädagogen zudem von bestimmten Aufgaben entlastet werden.

4
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Bayerns Lehrerverbände loben Schulsystem im Freistaat

Bayerns Bildungserfolg liegt auch am differenzierten Schulsystem – davon ist die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände überzeugt. In den verschiedenen Schularten würden Kinder und Jugendliche ihrer Leistungsfähigkeit entsprechend gefördert.

4
Per Mail sharen
Teilen

Das dreigliedrige Schulsystem in Bayern macht in großen Teilen den Bildungserfolg des Landes aus – davon sind die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) und ihr Präsident Jürgen Böhm überzeugt. Jede Schule bereite auf einen anderen Abschluss vor.

Bayerns Lehrerverbände feiern am heutigen Mittwoch das 40-jährige Bestehen ihres Dachverbands. Die abl hatte sich 1979 gegründet – bewusst mit dem Ziel, das dreigliedrige Schulsystem zu erhalten.

Bayern bei bundesweiten Tests spitze

Bei ihrer Einschätzung des bayerischen Bildungserfolgs beruft die abl sich vor allem auf den Bildungstrend 2018 des bundesweiten Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) in Berlin. Danach ist Bayern das einzige Bundesland, das seit Jahren konstant in der Spitzengruppe liegt. Das IQB prüft alle paar Jahre die Leistungen von Schülerinnen und Schülern in den 16 Bundesländern. Bei der letzten Erhebung, die vor wenigen Wochen veröffentlicht wurde, hat man knapp 45.000 Schülerinnen und Schüler in Mathematik und Naturwissenschaften getestet.

Viele Quereinsteiger in anderen Bundesländern

Ostdeutsche Bundesländer, aber auch Baden-Württemberg haben sich im Vergleich zu früheren Erhebungen massiv verschlechtert. Die Spitzen der bayerischen Lehrerverbände führen das unter anderem auf den Lehrermangel und die wachsende Zahl von Quereinsteigern zurück. In Berlin etwa bringen zwei von drei neu eingestellten Grundschullehrern keine pädagogische Ausbildung mit.

"Sündenfall G8"

In Bayern dagegen betrage der Anteil von Quereinsteigern weniger als ein Prozent, so der Präsident der Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger. Er lobt zudem die Verlässlichkeit der bayerischen Kultuspolitik. Einmal abgesehen vom - wie er sagt - "Sündenfall des achtjährigen Gymnasiums" habe der Freistaat anders als andere Bundesländer schnelle Reformen vermieden.

Mehr Unterricht in Bayern

Meidinger, der ein bayerisches Gymnasium leitet, betont außerdem, dass Schülerinnen und Schüler im Freistaat mehr Unterricht bekommen als ihre Altersgenossen in anderen Bundesländern. Das treffe für alle Schularten zu. Im neuen neunjährigen Gymnasium zum Beispiel werden 285 Jahreswochenstunden unterrichtet, in den meisten anderen Bundesländern sind es nur 265 Jahreswochenstunden.

Lehrermangel trotz Umschulung

In Zukunft dürfte aber der Lehrermangel auch dem Freistaat zu schaffen machen. Zurzeit fehlen vor allem Grund- und Mittelschullehrer. Daher können Gymnasiallehrer sich umschulen lassen. Etwa 1.000 Pädagogen beteiligen sich derzeit an einem entsprechenden Programm. Durch die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren mit einer differenzierten Oberstufe werden aber in Zukunft mehr Pädagogen an Gymnasien gebraucht.

© picture alliance

Lehrerverbände halten am dreigliedrigen Schulsystem fest