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Bayerns jüngste Bürgermeisterin: "Es geht um die Sache" | BR24

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Annika Popp ist 32 Jahre alt und seit mehr als fünf Jahren Rathaus-Chefin in Leupoldsgrün im oberfränkischen Landkreis Hof. Ihre Chancen bei den Kommunalwahlen im kommenden Jahr stehen gut. Hier erklärt die CSU-Bürgermeisterin, worauf es ihr ankommt.

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Bayerns jüngste Bürgermeisterin: "Es geht um die Sache"

Annika Popp ist 32 Jahre alt und seit mehr als fünf Jahren Rathaus-Chefin in Leupoldsgrün im oberfränkischen Landkreis Hof. Ihre Chancen bei den Kommunalwahlen kommendes Jahr stehen gut. Hier erklärt die CSU-Bürgermeisterin, worauf es ihr ankommt.

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Bayern 2-radioWelt: 32 Jahre jung - ist das Alter eigentlich ein Vorteil oder ein Nachteil?

Annika Popp, Rathaus-Chefin in Leupoldsgrün, Oberfranken: Ich habe die letzten Jahre gemerkt, dass es auf jeden Fall ein Vorteil ist, weil wir Herausforderungen in den Kommunen zu meistern haben. Da sind auch viele ältere Kollegen nicht darauf vorbereitet, weil es ganz neue Themen sind, die anzugehen sind. Und so ein bisschen jugendlicher Elan und Mut für Neues ist momentan auf jeden Fall angebracht, denke ich. Also ein sehr großer Vorteil.

Verraten Sie uns mal, was anstrengender ist: eine Horde Realschüler oder Ihre Gemeinderats-Kollegen?

Tatsächlich immer noch die pubertierende Klasse, die kann einen noch mehr fordern als eine Gemeinderatssitzung. Aber ich muss auch ein sehr großes Lob an meine Gemeinderäte aussprechen, weil wir sehr sachlich und konstruktiv arbeiten. Es gibt da keine Grabenkämpfe oder sowas. Es kann natürlich bestimmt woanders so sein, dass ein Gemeinderat anstrengender ist als eine Schulklasse.

Sie sitzen da als einzige Frau in einer reinen Männer-Runde - fühlt man sich da manchmal auch ein bisschen allein?

Muss ich überhaupt nicht sagen. Also ich bin in der Kommunalpolitik, wo hauptsächlich Männer agieren, sozusagen schon groß geworden. Und für mich war dieses Thema "Frau-Mann" ganz lange überhaupt kein Thema, weil ich mich schon immer um die sachorientierten Themen gekümmert habe. Ich habe immer geschaut, welche Probleme gelöst werden müssen. Und ob ich das jetzt mit Männern oder Frauen, mit Jungen oder Alten, tue, ist eigentlich zweitrangig.

Sie haben sich auf Verschiedenes konzentriert, zum Beispiel Breitbandausbau in Ihrer Region, aber auch Ärztemangel. Das ist ein ganz großes Thema, gerade in ländlichen Regionen. Sie haben kurzerhand einfach mal ein paar Ärzte in Ihre Kommune geholt. Wie haben Sie die denn locken können?

Das war bei uns überraschend einfach. Es war lange Zeit unentdeckt und keiner wusste, dass wir einen Kassenarzt-Sitz frei hatten. Als ich das dann aber herausgefunden hatte nach einer Recherche, habe ich einfach mit Ärzten gesprochen und ihnen schöne Räume bei uns im Rathaus angeboten. Wir haben die dann für unseren Hausarzt saniert und alles vorbereitet, so dass es für ihn auch attraktiv ist, da zu arbeiten. Überraschenderweise lief das wie am Schnürchen. Man darf - und das ist heutzutage mehr denn je gefragt - nicht von vornherein sagen, "das klappt sowieso nicht" oder "das geht nicht" oder "das ging schon die letzten 20 Jahre nicht". Man darf sich keine Denkverbote auferlegen.