Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Bayerns Grüne zeigen sich bei Parteitag selbstbewusst | BR24

© picture alliance/Sina Schuldt/dpa

Eike Hallitzky, Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen in Bayern

23
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Bayerns Grüne zeigen sich bei Parteitag selbstbewusst

Zu Beginn des Parteitags der bayerischen Grünen zeigte sich der Landesvorsitzende Eike Hallitzky selbstbewusst und stichelte gegen die CSU. Diese habe bei Zukunftsthemen den Anschluss verloren. Der Kommunalwahl sieht man zuversichtlich entgegen.

23
Per Mail sharen
Teilen

Selbstbewusst und fast ein wenig ungläubig eröffnete der Landesvorsitzende Eike Hallitzky die Delegiertenversammlung der bayerischen Grünen in Lindau. Hallitzky erinnerte dabei an seine Rede auf dem Landesparteitag vor zwei Jahren:

"Das Protokoll vermerkte stürmischen Applaus bei 9,8 Prozent. Wohlgemerkt vor zwei Jahren. Überlegt mal bitte, wo wir heute stehen – 40 Jahre nach unserer Gründung als Protestpartei, aus verschiedenen Friedens-, Frauen und umweltpolitischen Strömungen bestimmen wir heute die politische Debatte in Bayern." Eike Hallitzky, Vorsitzender der bayerischen Grünen

Hallitzky: CSU habe Anschluss an Zukunftsthemen verloren

Der CSU warf Hallitzky gleichzeitig vor, den Anschluss an die Zukunftsthemen verloren zu haben. Dies sei auch der Grund für die unsachlichen Attacken der CSU gegen die Grünen, so Hallitzky.

Unterstützung bekam er dabei vom Grünen-Bundestagsfraktionschef, Anton Hofreiter. Dieser warf der schwarz-roten Bundesregierung vor, beim Klimaschutz versagt zu haben. Was die Regierung hier präsentiert habe, sei bestenfalls ein "Klima-Päckchen", das hinter allen Erwartungen zurückbleibe.

Roth warnt vor zunehmendem Rassismus im Land

Die Grünen sind im Höhenflug, zumindest was die Umfragen angeht – entsprechend gut ist die Stimmung unter den 300 Delegierten. Kein Wunder: Fast 15.000 Mitglieder haben die Grünen inzwischen in Bayern, fast 50 Prozent mehr als noch vor eineinhalb Jahren. Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth wird angesichts der Euphorie dennoch nicht müde auch zu warnen:

"Wir haben ein riesengroßes Problem in unserem Land: Rechtsextremismus, Rassisimus, Antisemitismus – tödliche Gewalt und nicht erst seit Halle. Ich will aber nicht in einem Land leben, wo Menschen Angst haben. Jetzt braucht es uns, noch lauter, noch mutiger, noch aufrechter."

Für die bevorstehende Kommunalwahl sehen die 300 Delegierten die Partei gut aufgestellt. Entgegen den Befürchtungen sei es kein Problem gewesen, genügend Kandidaten aufzustellen, teilte Hallitzky zufrieden mit.

Große Pläne zur Kommunalwahl

Jetzt wollen die Grünen auch möglichst viele Rathäuser und Landratsämter erobern. Die scheidende Landesvorsitzende Sigi Hagl gibt denn auch die Ziele für die Kommunalwahl im Frühjahr vor:

"Wir wollen nächstes Mal vier Landrätinnen und Landräte stellen, wir wollen mindestens 2.500 Mandate für Bayern gewinnen und wir wollen endliche auch eine grüne Oberbürgermeisterin oder grünen Oberbürgermeister stellen."

Hagl selbst will Oberbürgermeisterin von Landshut werden und tritt deshalb als Landesvorsitzende ab. Ihr Mitvorsitzender Eike Hallitzky plädiert dafür, besonders auf kommunaler Ebene den Staat wieder mehr in die Verantwortung zu nehmen. Es gebe immer weniger Räume, wo man sich jenseits von privaten vier Wänden und Konsumtempeln treffen könne, beklagt er.

Diese öffentliche Räume wollen die Grünen zurückgewinnen, das Leben wieder auf die Straße bringen und das nicht in Form von Verkehr. Entsprechende Leitanträge werden auf dem Parteitag derzeit diskutiert.

© BR24

Die Christsozialen hätten bei Zukunftsthemen längst den Anschluss verloren, sagte Parteichef Hallitzky auf dem Landesparteitag der Grünen in Lindau. Die Grünen wollen bei den Kommunalwahlen im März mit einem Plan zum Klimaschutz punkten.