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Bayerns Busbahnhöfe in Corona-Zeiten: Kein Test weit und breit | BR24

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Eine Ursache für den Anstieg bei den Infektionszahlen sind die Reiserückkehrer. An Flughäfen, Autobahn-Grenzübergängen und Bahnhöfen gibt es Corona-Teststationen. Bei den Haltestationen der Fernbusse sind jedoch keine Teststationen vorgesehen.

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Bayerns Busbahnhöfe in Corona-Zeiten: Kein Test weit und breit

Einreisende an Flughäfen und Autobahnen können sich auf Corona testen lassen und sollen das auch - gerade wenn sie aus Risikogebieten kommen. An Bayerns Busbahnhöfen allerdings sucht man vergeblich nach Teststationen.

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Die beiden Freundinnen am Zentralen Omnibusbahnhof, kurz ZOB, in München sind unterwegs nach Prag, aktuell kein Risikogebiet. Aber wenn sie zurück kommen, werden sie trotzdem besonders vorsichtig sein oder gleich einen Abstrich nehmen lassen. "Ich würde schon noch einen Test machen wollen, man weiß ja nie", sagen sie.

Keine Teststationen an Bayerns Busbahnhöfen

Wer aus einem Risikogebiet kommt, muss sich sowieso zwingend testen lassen. Nur: am ZOB in München gibt es gar keine Teststation, auch nicht an den zentralen Omnibusbahnhöfen in Augsburg, Würzburg und Nürnberg. Der Freistaat hat sie lediglich an Flughäfen, Autobahnen und Hauptbahnhöfen eingerichtet - aus gutem Grund, sagt das bayerische Gesundheitsministerium.

Gesundheitsministerium: "Keine weiteren Teststellen in Planung"

"Die Hauptanreisewege, die zur Urlaubszeit erfahrungsgemäß genutzt werden, sind Autoverkehr, Zug- und Flugverkehr. Daher zielt die bayerische Teststrategie zunächst darauf ab", heißt es. "Derzeit sind neben den bereits in Betrieb gegangenen Teststellen an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen, den Bundesautobahnen A8, A93 und A3, jeweils nachgelagert zu den großen Grenzübergängen nach Österreich, und den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg keine weiteren Teststellen in konkreter Planung."

SPD-Gesundheitspolitikerin: "ausgesprochen problematisch"

Das reicht aber nicht, findet die SPD-Landtagsabgeordnete und Gesundheitspolitikerin Ruth Waldmann: "Ich halte das für ausgesprochen problematisch, weil inzwischen die Reisebusse ein weit verbreitetes Reisemittel sind neben Flug und Bahn und Auto und gerade aus Risikogebieten kommen sehr viele Reiserückkehrer in den Bussen hier an."

ZOB München: Direktverbindungen nach Kosovo, Rumänien, Kroatien

Am Zentralen Omnibusbahnhof in München sind es zum Beispiel Busse aus Albanien, Kosovo und Rumänien - und aus Kroatien: Genau dort war mindestens ein Fünftel der Neuinfizierten, die vergangene Woche in München registriert wurden. Vom Münchner ZOB aus wäre die nächstgelegene Testmöglichkeit am Hauptbahnhof, zehn Minuten Fußweg. Ähnlich ist es Nürnberg. Im bayerischen Gesundheitsministerium heißt es dazu:

"Wir prüfen (….) derzeit, ob Reisende von örtlich nahegelegenen zentralen Omnibusbahnhöfen (…) über die Teststationen in den Bahnhöfen versorgt werden können."

Davon abgesehen könnten ZOB-Passagiere auch einfach zu ihrem Hausarzt gehen. Gesundheitsexpertin Waldmann fände es aber wichtig, dass die Wege möglichst kurz gehalten werden – sprich: Teststationen direkt an den zentralen Omnibusbahnhöfen sind. "Es geht darum, dass wir möglichst alle Reiserückkehrer, gerade aus Risikogebieten, zu den Tests bringen wollen", sagt sie. "Dann müssen wir schon die Wege kurz halten, weil wir uns nicht darauf verlassen können, dass die Leute auf eigene Faust durch die Stadt gehen und suchen, wo sie sich hier testen lassen können."

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