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Bayerns Bauern klagen: Obstdiebe immer dreister | BR24

© picture-alliance/Ingo Wagner

Bauern in Bayern beklagen immer dreisteres Vorgehen von Obstdieben

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    Bayerns Bauern klagen: Obstdiebe immer dreister

    Kein Kavaliersdelikt: Obstdiebstahl ist um diese Jahreszeit ein häufiges Problem im Freistaat. Heuer beklagen Obstbauern eine Häufung von Diebstählen und vor allem ein immer dreisteres Vorgehen der Diebe, die ganze Bäume kaputt machen.

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    Bayerns Bauern klagen über die vielen Obstdiebstähle. Laut Thomas Riehl vom Verein Fränkische Obstbauern sind vor allem Obstfelder in touristisch geprägten Regionen Ziel der Attacken. Dabei beklagen viele Obstbauern ein immer dreisteres Vorgehen der Obstdiebe. "Stellenweise kommen Leute mit Säcken oder Kisten angefahren und beginnen, einfach die Bäume abzuernten", so Riehl gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. "Von den Besitzern darauf angesprochen, reagieren diese Personen zum Teil völlig uneinsichtig und werden auch noch aggressiv."

    Auch wer nur einen Apfel nimmt, hinterlässt oft großen Schaden

    Und auch im Kleinen ist Obstdiebstahl kein Kavaliersdelikt. "Es kommt immer wieder vor, dass ein Spaziergänger sich zum Beispiel einen Apfel mitnimmt", so Karin Wudler, Obstbauberaterin beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg. Auch durch solche unüberlegten kleinen Diebstähle entstehen den Obstbauern teils erheblicher finanzieller Schaden, vor allem wenn das Pflücken des Obstes in Eile und ohne große Rücksicht geschieht.

    "Wenn jemand hektisch Obst pflückt, reißt er oft auch eine Menge unreifes Obst oder gar Äste mit herunter", erklärt die Obstbauberaterin. Manche Obstbäume dürfen durchaus von der Allgemeinheit abgeerntet werden, wie Stefanie Härtel vom Bayerischen Bauernverband erklärt.

    Was über den Zaun fällt, darf in der Regel aufgesammelt werden

    Unproblematisch ist auch das Aufsammeln von Fallobst aus Nachbars Garten, das auf dem eigenen Grundstück zu liegen kommt. Derlei Früchte gelten als "Überfall" im Sinne des Nachbarschaftsrechts (§910 BGB) und dürfen aufgesammelt werden. Das gilt allerdings nur für Obst, das von selbst fällt. Ein Abpflücken der Früchte ist hingegen nicht erlaubt.

    Das Nachbarrecht für heruntergefallenes Obst gilt übrigens auch nur dann, wenn das Obst tatsächlich auf Privatgrund fällt. Bleibt Fallobst aus dem Nachbargarten hingegen auf öffentlichen Grund, so gilt es weiterhin als Eigentum des Baumbesitzers.