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Bayerns Antisemitismusbeauftragter kritisiert Soziale Medien | BR24

© BR / Johanna Schlüter

Archivbild von Ludwigs Spaenle, dem Antisemitismusbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung

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Bayerns Antisemitismusbeauftragter kritisiert Soziale Medien

Ludwig Spaenle zeigt sich entsetzt über das tödliche Attentat auf eine Synagoge in Pittsburgh. Als einen Grund für die steigende Zahl antisemitischer Taten sieht er die Verrohung der Gesellschaft - diese würde durch Soziale Medien gefördert.

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Unter dem Eindruck der Ereignisse in Pittsburgh hielt der bayerische Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle die Kanzelrede der Evangelischen Akademie Tutzing. Dabei zeigte er sich entsetzt über das Attentat auf die Synagoge in der US-Stadt. Ein 46-Jähriger hatte dort am Samstag elf Menschen erschossen und sechs weitere verletzt.

Für Ludwig Spaenle (CSU) liegt in einer Verrohung der Gesellschaft ein Grund für die steigende Zahl antisemitischer Straftaten. Dazu trage die Anonymität in den Sozialen Medien bei, erklärte Spaenle in der Erlöserkirche in München. Im Nirwana des Internets ließen sich Ressentiments und Hass mühelos verbreiten.

"In den Echokammern und Filterblasen bestätigen sich Gleichgesinnte in ihren vorurteilsbeladenen Weltbildern.(...) Aus Ideen, Ansichten und Posts werden rasch Handlungen." Ludwig Spaenle

Tatsachen würden nach Bedarf und Interessenslage verdreht, Nachrichten verfälscht, so Spaenle. Der Beauftragte der Staatsregierung forderte erneut eine Kultur des Hinschauens bei antisemitischen Vorfällen und eine aktive Parteinahme für Juden.

Tatverdächtiger von Pittsburgh verbreitete antisemitische Botschaften

Auch der mutmaßliche Täter von Pittsburgh war in Sozialen Medien aktiv. Der 46-Jährige soll der Verfasser einer Serie von antisemitischen Botschaften sein, die im bei weißen Nationalisten und Mitgliedern der rassistischen Alt-Right-Bewegung beliebten Onlinenetzwerk Gab.com veröffentlicht wurden - eine davon nur wenige Stunden vor dem Angriff auf die Synagoge.

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Weitere Information zur Verweildauer

© BR

Die Behörden haben bestätigt, dass der Amokschütze mindestens elf Menschen in der "Tree-of-Life"-Synagoge in Pittsburgh getötet hat.