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Bayerns Anteil am Weltkulturerbe | BR24

© Museen Weißenburg M. Bloier

Zeugnis vom Limes in Bayern: Kastell am Limes (Nachbau)

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Bayerns Anteil am Weltkulturerbe

Augsburg bewirbt sich um den Titel als UNESCO-Welterbe. Diese Woche fällt die Entscheidung. 1978 wurde die Welterbeliste eröffnet. In Deutschland gibt es aktuell 44 dieser außergewöhnlichen Orte, sieben davon bisher in Bayern.

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Den Anfang machen historisch gesehen die prähistorischen Pfahlbauten im Alpenraum – vorchristliche Siedlungen, die gut erhalten unter Wasser liegen. Drei von über 100 Fundstellen befinden sich in Oberbayern, in Pestenacker, Unfriedshausen und bei der Roseninsel im Starnberger See.

Die Grenze des Römischen Reichs als bayerisches Welterbe

Auch Teile des insgesamt 550 Kilometer langen Limes liegen in Bayern, zwischen Aschaffenburg und Regensburg. Die einstige Grenze zum Römischen Reich ist ein transnationales Welterbe.

Als Gesamtensemble zählen die beiden Altstädte von Bamberg und Regensburg zum Weltkulturerbe. Ebenso die Würzburger Residenz samt Hofgarten. Und die als Wieskirche bekannte Rokoko-Wallfahrtskirche im Pfaffenwinkel. Seit 2012 steht auch das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth auf der UNESCO-Liste – als eines der letzten noch original erhaltenen Barocktheater der Welt. Die Stadt Augsburg hat sich mit ihrem weltweit einzigartigen Wassermanagement-System 2018 für den Titel beworben – diesen Sommer soll die Entscheidung fallen. Und Bayern bekommt womöglich Welterbe Nummer acht.

Was macht ein Welterbe aus?

Zunächst: Die UNESCO unterscheidet zwischen Weltkulturerbe und Weltnaturerbe. Seit den 1970er Jahren nimmt die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur diejenigen Kultur- oder Naturdenkmäler auf ihre Welterbe-Liste, die einen außergewöhnlich universellen Wert für die Menschheit haben.

Derzeit sind das weltweit über 1.000 Stätten in 167 Ländern. Sie stehen unter besonderem Schutz. Den gewährleistet allerdings nicht die UNESCO, sondern das jeweilige Land, in dem sich das Welterbe befindet. Bedroht oder zerstört werden die Stätten oftmals durch Naturkatastrophen, Siedlungsdruck und häufig auch durch bewaffnete Konflikte, etwa im Nahen Osten. Ist ein Welterbe besonders bedroht, kann es auf die Liste des gefährdeten Erbes aufgenommen werden – die UNESCO unterstützt dann Maßnahmen zum Schutz und Erhalt.

Status Welterbe fördert den Tourismus

Der Titel Welterbe trägt nicht nur zum Erhalt des Kultur- oder Naturguts bei, sondern hat auch eine tourismusfördernde Funktion. Beispiel Würzburg: Als erstes bayerisches Weltkulturerbe wurde 1981 die Würzburger Residenz samt Hofgarten von der UNESCO anerkannt. Sie ist spätestens seit Verleihung des Titels ein international beliebtes Touristenziel. Mit mehr als 300.000 Besuchern jährlich.

Besucherzahlen sprunghaft angestiegen

Die komplette Bamberger Altstadt ist seit 1993 Weltkulturerbe und wurde bei der Vergabe in einem Atemzug genannt mit Venedig, St. Petersburg und Jerusalem. Klar, dass auch die Besucherzahlen sprunghaft angestiegen sind. So sehr, dass an manchen Tagen die Altstadt vor Menschen überzulaufen droht.

Sehr stolz waren auch die Regensburger als die Altstadt 2006 in die Reihe der Weltkulturerbe-Stätten aufgenommen wurde. Der erhoffte Marketing-Erfolg traf ein: 20 Prozent mehr Übernachtungen verzeichneten die Touristiker in den Folgejahren.

Nicht nur Ehre, auch Bürde

Das Welterbe zu bewahren kann auch Einschränkungen mit sich bringen: Die Regensburger Altstadt-Schutzsatzung etwa sieht eine einheitliche Bestuhlung und ein Plakatierungs-Verbot in der Innenstadt vor.

Und noch einen Streitpunkt ums Welterbe gab es in Regensburg: Die Sanierung der Steinernen Brücke und die folgende Einstellung des Busverkehrs lösten vor einigen Jahren Forderungen nach einer Ersatzbrücke aus, doch die hätte womöglich den historischen Blick auf die Stadt zerstört. Deshalb sprach sich die UNESCO dagegen aus. Um den Titel Welterbe nicht zu gefährden, legte die Stadt Pläne für eine Ersatzbrücke auf Eis.

© BR

1.092 Stätten in 167 Ländern: Die zählen laut UNESCO derzeit zum Welterbe. Augsburg wäre mit seiner Wasserwirtschaft gerne Nummer 1.093. Weshalb? #fragBR24

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