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#BayernReise nach Unterfranken: Neues Leben in Marktsteft | BR24

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Kommunalwahl am 15. März in 2056 bayerischen Städten, Märkten und Gemeinden. Dort engagieren sich viele Bürger für Bürger - und die haben wir gefragt: Was erwarten und erhoffen sie sich von der Wahl. Heute sind wir in Unterfranken unterwegs.

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#BayernReise nach Unterfranken: Neues Leben in Marktsteft

Die #BayernReise vor der Kommunalwahl macht Station in Unterfranken: In Marktsteft leben Vordenker und Heimatpioniere, die mit ihren Projekten und Ideen andere Kommunen und Städte - aber vor allem Politiker - inspirieren könnten.

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Oft versuchen Menschen, vom Land in die großen Städte zu ziehen, und in der Folge sterben die kleinen Orte aus. Auch das unterfränkische Marktsteft wurde noch bis vor einigen Jahren immer mehr zur reinen Schlafstätte. Denn die meisten der 2.000 Bewohner pendelten zum Arbeiten nach Kitzingen oder in andere größere Orte.

Doch, wo damals Wiesen waren, befindet sich heute ein florierendes Gewerbe- und Wohngebiet. Auch Dank dem ortsansässigen Unternehmer Jürgen Haag und seiner Vision, wie er die Gemeinde wieder beleben könnte.

Anpacken statt Jammern

Gemeinsam mit vielen Mitarbeitern und anderen Einwohnern versuchte Haag, weiterzudenken, wo sich etwas entwickeln könnte, damit Arbeitsplätze entstehen. Einfach war das nicht, sagt er, denn: "Es gab weder Bebauungspläne, noch Mitstreiter".

Doch der Heimatpionier Jürgen Haag ließ nicht locker: "Ich glaube, wir müssen wegkommen vom Jammern und Lamentieren." Und auch von weiteren Vorschriften und Vorgaben, die kaum mehr einzuhalten seien, meint er. "Manchmal braucht es einfach auch Menschen, die zusammenhelfen und sagen, wie man eine Sache lösen und vorantreiben kann."

© BR/Christine Schlech

Holzunternehmer Jürgen Haag (r.)

Unternehmerischem Mut die Hürden aus dem Weg räumen

Jürgen Haag betreibt eine Holzbaufirma, die einen Jahresumsatz von mehr als sechs Millionen Euro macht. Er ist ein Macher, der andere berät, die sich hier im Industriegebiet ansiedeln wollen.

Deshalb wünscht er sich von der Politik, dass unternehmerischem Mut nicht so viele Hürden in den Weg gelegt werden. Denn ein Gewerbetreibender, der investieren will, habe keine Zeit zu überlegen, ob da vielleicht ein Standort entstehen könnte oder vielleicht nicht. Man dürfe es dann nicht versprechen und dann nicht einhalten. - Man bekommt wirklich den Eindruck, Jürgen Haag geht es ums große Ganze, nicht nur um den eigenen Vorteil.

Gewerbegebiet mit Tätowierer und Bäcker

Sein Engagement ging auf. Das zeigt sich auch beim Traditionsbäcker im Ortskern. Der stand kurz vor dem Aus, doch mit dem neuen Gewerbegebiet profitiert er jetzt zusätzlich vom Durchfahrtsverkehr der Bundesstraße.

Und auch ein Tätowierer hat hier seinen Hauptsitz: Andy Engel wird viel von Los Angeles, Barcelona oder London aus gebucht - schließlich gilt er als einer der besten Portraitätowierer der Welt. Doch sein Herz schlägt für Marktsteft. Sogar das Gewerbegebiet gefällt ihm als ein lebhafter Ort: "Wir haben hier alles, was man braucht", sagt er. Vom Bäcker über den Metzger bis zu Schule und Kindergarten sei die Infrastruktur hervorragend. "Und wir sind natürlich total naturnah, 20 Meter zum nächsten See und der Main ist nicht recht viel weiter weg."

© BR/Alexandra Rinschler

In der Hafenbar in Marktsteft an Bayerns ältestem Binnenhafen

Umweltstation mit Museum und Radlerhotel

Am Main ist darüberhinaus eine Umweltstation für den Landkreis Kitzingen geplant - inklusive Museum und einem nachhaltigen Hotel für Radler. Hier am Fluss liegt übrigens auch der älteste Binnenhafen Bayerns. Er hat sogar eine Hafenbar, in der man sich wie ein Seemann in Hamburg fühlt. Dieses Kleinod wird allerdings wohl den Bauplänen weichen müssen.

Barbetreiber Folker Lucas war selbst einmal Seemann. Obwohl er die sieben Weltmeere bereist hat, kam er eines Tages wieder zurück nach Marktsteft - sein Vater hat darauf bestanden, sagt er.

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