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BayernReise in Oberfranken: Hochburg des Ehrenamts | BR24

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Kommunalwahl am 15. März in 2056 bayerischen Städten, Märkten und Gemeinden. Dort engagieren sich viele Bürger für Bürger - und die haben wir gefragt: Was erwarten und erhoffen sie sich von der Wahl. Heute sind wir in Oberfranken unterwegs.

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BayernReise in Oberfranken: Hochburg des Ehrenamts

Die Kommunalwahl rückt näher. In unserem Roadtrip durch Bayern spüren wir Vordenker, Heimatpioniere und bürgerschaftliches Engagement auf. Und wir fragen, was die Politik verbessern könnte. Heute geht die BayernReise in den Landkreis Hof.

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Am 15. März wählt ganz Bayern. Die Kommunen stellen sich neu auf. Doch immer weniger Bürgerinnen und Bürger wollen sich allein auf die Politik verlassen. Sie packen selbst mit an. Auf der Suche nach Vordenkern und bürgerschaftlichem Engagement führt der BayernReise-Roadtrip auf seiner dritten Station in den Landkreis Hof nach Oberfranken.

Bayerischer Spitzenreiter

Der Landkreis Hof, ganz im Norden des Freistaats. 95 000 Einwohner gibt es und angeblich soll jeder dritte Einwohner beziehungsweise jede dritte Einwohnerin ein Ehrenamt ausüben. Aber wie kann denn das sein? Wir hören uns direkt in der Stadt Hof um. Bei einer Umfrage wird schnell klar: Ob bei der Freiwilligen Feuerwehr, im Faschingsverein, in der Pflege, in der Flüchtlingshilfe, im Sportverein die Oberfranken sind unglaublich engagiert und damit bayerische Spitzenreiter beim Ehrenamt. Aber warum eigentlich?

Ein Passant klärt uns auf:

"Die Oberfranken mussten schon immer zusammenhalten. Das war Zonengrenzgebiet, jeder auf jeden angewiesen. Deswegen lieben wir Oberfranken Geselligkeit."

Mit Hand und Herz

Und weil dieses füreinander Dasein wirklich ein Charakterzug der Hofer zu sein scheint, hat der Landkreis sogar ein Danke-Video für seine Ehrenamtlichen produziert. Dazu ist ein aufwändiges Musikvideo entstanden, in dem rund 600 Ehrenamtlichen aus 30 Organisationen vorgestellt werden.

© Landkreis Hof

Zum Dank für alle, die ehrenamtliche Arbeit leisten, hat der Landkreis Hof ihnen nun einen Song gewidmet.

700 Einwohner und rund 500 Mitglieder

Aber natürlich wollen wir die Menschen dann auch in ihrem Ehrenamt erleben. Einer der umtriebigsten Vereine soll der Sportclub Wüstenselbitz sein. Also schnappen wir uns wieder unsere BR-Bus und düsen die 26 Kilometer weiter nach Helmbrechts.

Das Besondere an Wüstenselbitz: von 700 Einwohnern sind rund 500 Vereinsmitglieder des Clubs. Und sie haben mit Abstand eine der erfolgreichsten Mountainbikeabteilungen Deutschlands - sogar Vereinsmitgliedern, die mittlerweile im Olympiakader starten. Ohne die vielen Ehrenamtlichen hier wäre das aber gar nicht möglich.

"Die Parteizugehörigkeit spielt keine Rolle"

Und scheinbar läuft's auch zwischen Gemeinde und Verein gut. Egal wie die Kommunalwahl ausgeht, die Vereinsmitglieder hoffen, dass es so bleibt.

"Da spielt keine Partei eine Rolle, sondern da stehen genauso wie wir hier Menschen vorne dran und wenn die Menschen sich einbringen und dafür interessieren - sei es unser Landrat oder unser Bürgermeister - dann geht auch was voran." Brigitte Weißmann, seit 40 Jahren beim FC Wüstenselbitz

Dabei ist die Vereinsarbeit gar nicht immer nur Spaß und Spiel, auch Küchendienst oder Verwaltungsaufgaben gehören dazu. Aber auch das scheint Vereinsmitglieder wie Helga Arlt auszufüllen:

"Es ist doch schön, wenn man irgendwas für die anderen machen kann, wie wenn man immer nur daheim sitzt und denkt mich geht´s nix an, es müssen mehr und mehr Jugendliche auch dazu kommen.“ Helga Arlt, FC Wüstenselbitz

5.000 Arbeitsstunden im Jahr

Aber der wohl ungekrönte König des FC Wüstenselbitzer Ehrenamtsengagements ist Vorstand Robert Popp mit über 5.000 Arbeitsstunden für den Verein im Jahr.

"In dem Verein hier zu arbeiten ist keine Leistung, das ist Spaß. Ich bin jetzt seit 45 Jahren dabei und es macht mich glücklich, diese Gemeinschaft zu erleben, die Solidarität im Verein. Vor allem die Nachwuchsarbeit erfüllt mich." Robert Popp, Vorstand FC Wüstenselbitz
© BR

Robert Popp und BR-Reporterin Alexandra Rinschler

Fazit

Egal welcher Partei man zugehört, auf die Menschlichkeit kommt es an. Und gerade im Vorfeld der Kommunalwahl, wo doch immer gerne viel gemeckert wird, ist es einfach schön bei unserer #BayernReise glückliche und erfüllte Menschen zu treffen.