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Bayern will Offensive für Ein-Eltern-Familien | BR24

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Eine Mutter sitzt mit ihren beiden Kindern am Ufer eines Sees.

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    Bayern will Offensive für Ein-Eltern-Familien

    In Bayern leben rund 200.000 Alleinerziehende. Für die ist das Jonglieren von Erziehung und Arbeit meist nicht besonders einfach. Bayerns Sozialministerin Schreyer will diese Ein-Eltern-Familien stärken – und stellt heute ihre Pläne dazu vor.

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    Die meisten alleinerziehenden Eltern sind Frauen – und: Sie sind besonders armutsgefährdet, wie das Statistische Bundesamt im vergangenen Jahr festgestellt hat. Fast zwei Drittel aller Single-Eltern können außerplanmäßige, größere Ausgaben nicht stemmen – etwa, wenn die Waschmaschine kaputtgeht oder das Auto einen neuen Auspuff braucht.

    Bayerns Sozialministerin Kerstin Schreyer (CSU) will deswegen alleinerziehende Frauen und Männer finanziell entlasten. Denn, so Schreyer: Beruf oder Ausbildung und Familie zu vereinbaren, das sei oft eine große Herausforderung für Ein-Eltern-Familien.

    Alleinerziehende sollen steuerlich entlastet werden

    Im Mittelpunkt von Schreyers Offensive für Ein-Eltern-Familien steht eine steuerliche Entlastung. So soll etwa der steuerliche Entlastungsbetrag für Alleinerziehende von aktuell 1.908 Euro pro Jahr (zuzüglich 240 Euro für jedes weitere Kind) in einen festen Abzugsbetrag von der jeweiligen Steuerschuld umgewandelt werden. Dies würde dazu führen, dass Alleinerziehende mit einem niedrigeren Einkommen stärker entlastet würden. Derzeit profitieren besser Verdienende von der aktuellen Regelung.

    Weitere Hebel seien eine nur noch 50-prozentige Anrechnung des Kindergeldes beim Unterhaltsvorschuss. Derzeit wird hier noch das volle Kindergeld abgezogen. Was davon Bayern alles im Alleingang ohne den Bund klären kann, war zunächst unklar.

    Außerdem möchte die Familienministerin die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern sowie die frühzeitige Beratung für Alleinerziehende ausbauen.

    Bayern: Weniger Ein-Eltern-Familien als im Bundesschnitt

    Der Anteil der Ein-Eltern-Familien mit minderjährigen Kindern beträgt in Bayern 15,4 Prozent – deutschlandweit sind es 18,5 Prozent. Im Schnitt beträgt deren Nettoeinkommen 2.271 Euro im Monat.

    Das Sozialministerium weist darauf hin, dass es bereits Hilfen für alleinerziehende Mütter und Väter in Bayern gebe. So entlaste etwa das bayerische Familiengeld gerade Ein-Eltern-Familien finanziell. Das wird seit September 2018 für alle ein- und zweijährigen Kinder in Bayern gezahlt. Außerdem unterstütze der Freistaat die Kommunen massiv beim Ausbau der Kindertagesbetreuung, heißt es aus dem Sozialministerium.