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Bayern will Lebensbedingungen für Demenzkranke verbessern | BR24

© pa/dpa/Ole Spata

Bayern will Lebensbedingungen für Demenzkranke verbessern

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    Bayern will Lebensbedingungen für Demenzkranke verbessern

    Demenz kann jeden treffen und verändert das Leben von Grund auf. Bayern will nun mit einem Demenzpakt Betroffenen helfen, ihren Alltag besser zu bewältigen und leichter am gesellschaftlichen Miteinander teilhaben zu können.

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    Die Zahl von Demenzpatienten in Bayern steigt: Derzeit sind rund 240.000 Menschen im Freistaat von Demenz betroffen. Gesundheitsministerin Melanie Huml erwartet, dass die Zahl bis zum Jahr 2030 auf rund 300.000 steigen wird.

    Um die Lebenssituation von Menschen mit Demenz sowie ihrer Angehörigen in Bayern zu verbessern, wurde heute der Demenzpakt gestartet. Wegen der Corona-Pandemie hatte sich der für März geplante Starttermin verzögert.

    Den Zugang zum gesellschaftlichen Leben erleichtern

    Die Diagnose Demenz dürfe nicht dazu führen, dass Menschen von der Gesellschaft ausgeschlossen werden, sagt Melanie Huml. Die Gesundheitsministerin will mit dem Demenzpakt die Lebensqualität von Betroffenen in Bayern verbessern. An dem Pakt beteiligen sich Vertreter von Kommunen, Kirchen, Zivilgesellschaft sowie Wohlfahrts- und Betroffenenverbände. Alle verpflichten sich, aktiv dabei mitzuwirken, bessere Strukturen zu schaffen, um Demenzkranken die Möglichkeit zu geben, am öffentlichen und kulturellen Leben teilzunehmen und ihren Alltag mitzubestimmen.

    Die Staatsregierung hatte bereits 2013 eine Demenzstrategie auf den Weg gebracht, diese beinhaltet unter anderem die Förderung bestimmter Projekte und eine Demenzwoche.

    Diagnose oft fehlerhaft

    Vertreter der Opposition im Bayerischen Landtag von Grünen, SPD und FDP kritisierten die Strategie zuletzt als Symbolpolitik. Andreas Krahl, Gesundheitspolitischer Sprecher der Grünen, vermisst konkrete Maßnahmen, etwa die Schaffung alternativer Wohnformen wie Demenzdörfer. Außerdem müsse die Diagnosesicherheit verbessert werden. Laut Krahl werden viele Menschen, die schlecht hören, fälschlicherweise als dement eingestuft.

    Unterstützung kommt von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, die selbst am Demenzpakt beteiligt ist: Je mehr das Thema in die Gesellschaft gebracht werde, desto besser.

    Risiko steigt mit dem Alter

    Ministerin Huml macht klar: Demenz kann jede und jeden treffen. Laut Gesundheitsreport Bayern steigt das Risiko mit zunehmendem Alter. Während in der Altersgruppe der 65- bis 69-Jährigen rund 1,6 Prozent eine entsprechende Diagnose erhalten, liegt die Zahl bei den über 90-Jährigen bei mehr als 40 Prozent.

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