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© dpa-Bildfunk/Rolf Vennenbernd

Kindertagesstätte

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Bayern will keine beitragsfreien Kitas, sondern mehr Qualität

Das Bundeskabinett hat heute das "Gute-Kita-Gesetz" beschlossen. Familienministerin Franziska Giffey will damit unter anderem die Elternbeiträge senken. Bayern dagegen möchte das Geld lieber in die Qualität stecken.

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Zehn Handlungsfelder zählt Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) in ihrem "Gute-Kita-Gesetz" auf. Es geht um erweiterte Öffnungszeiten, gute Betreuungsschlüssel, die sprachliche Bildung oder auch um kindgerechte Räume. Es geht aber auch um die "bundesweite soziale Staffelung von Elternbeiträgen" oder die "Beitragsbefreiung für Familien mit kleinem Einkommen". Damit die Kitas in ganz Deutschland diese Punkte auch umsetzen können, wird der Bund in den kommenden vier Jahren 5,5 Milliarden Euro in die Hand nehmen. Welches Land wie viel Geld bekommt, muss der Bund mit den Ländern noch in sogenannten Zielvereinbarungen verhandeln. Diese Vereinbarungen werden sehr unterschiedlich ausfallen.

Bayern will in Qualität investieren – und weiter Beiträge erheben

Das Bayerische Familienministerium hat sich ganz klar positioniert: Man lege den Fokus darauf, mit dem zusätzlichen Geld vom Bund die Qualität der einzelnen Kitas zu verbessern, teilte das Ministerium heute dem Bayerischen Rundfunk mit. Die Gebühren zu senken oder gar alle Kitas beitragsfrei zu stellen, sei in Bayern kein Thema. Arme Eltern, die Hartz IV beziehen, seien schon heute von den Gebühren befreit, betont das Ministerium. Für Geringverdiener oder kinderreiche Familien gebe es außerdem die sogenannte wirtschaftliche Jugendhilfe. Beim jeweiligen Jugendamt der Kommune können einkommensschwache Haushalte prüfen lassen, ob für sie eine Beitragsfreiheit oder zumindest ein reduzierter Kita-Beitrag möglich ist.

Große Unterschiede zwischen den Bundesländern beim Betreuungsschlüssel

Bayern hat im Gegensatz zu ostdeutschen Bundesländern einen guten Betreuungsschlüssel. Im Vergleich mit westdeutschen Bundesländern ist Bayern aber nur Durchschnitt. Während also beispielsweise in Sachsen ein Betreuer auf durchschnittlich 6,5 Krippenkinder (1 bis 3 Jahre alt) aufpassen muss, kommt in Bayern ein Erzieher auf 3,7 Kinder. Spitzenreiter ist Baden-Württemberg mit 3,0 Kindern pro Fachkraft. So steht es in einer Studie der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2017, die dazu die Betreuungssituation aller Landkreise und kreisfreien Städte in ganz Deutschland untersucht hat. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass in Ostdeutschland jedes zweite Kind der unter Dreijährigen in Betreuung ist, in Bayern gehen dagegen nur 27 Prozent dieser Altersgruppe in eine Kita. Die ostdeutschen Bundesländer müssen also weitaus mehr Plätze und Personal bereit stellen.

Viele Bundesländer erheben keine Gebühren mehr für Kitas

In Berlin ist die Betreuung von Kindern seit diesem Sommer komplett kostenlos, sogar für Kinder unter einem Jahr. Das Land hat die Gebühren bereits seit dem Jahr 2007 Schritt für Schritt abgeschafft. In Rheinland-Pfalz bezahlen Eltern für Kinder ab zwei Jahren nichts mehr. Und in Niedersachsen und Hessen ist die Kinderbetreuung für Kinder ab drei Jahren kostenfrei.