BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Bayern will Endlagersuche mit eigener Kommission begleiten | BR24

© dpa/picture-alliance/Sven Simon

Bayern will bei der Suche nach einem geeigneten Standort für ein Atommüll-Endlager, den Prozess mit einer eigenen Kommission unterstützen.

13
Per Mail sharen

    Bayern will Endlagersuche mit eigener Kommission begleiten

    Der Konflikt um die Suche nach einem geeigneten Standort für ein Atommüll-Endlager in Deutschland, gestaltet sich weiterhin schwierig. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber will den Prozess jetzt mit einem bayerischen Begleitgremium unterstützen.

    13
    Per Mail sharen

    Es ist zur Zeit vielleicht eine mehr politische und weniger inhaltiche Frage: Wohin mit dem Atommüll in Deutschland? Die extra mit der Findung eines geeigneten Untergrundes beauftragte Bundesgesellschaft für Endlagersuche (BGE) hat rund die Hälfte der Fläche der Bundesrepublik als möglichen Standort gekennzeichnet - in Bayern sind es gut zwei Drittel. Das Ergebnis der Untersuchung sorgte damals für teils harsche Kritik - auch von der bayerischen Staatsregierung. Diese will die Suche jetzt mit einer eigenen Kommission unterstützen.

    Umweltminister: Sicherheit stehe an erster Stelle

    Kernaufgabe des neuen "Bayerischen Begleitgremiums Endlagersuche" sei es, das Suchverfahren kritisch zu hinterfragen und die Interessen der betreffenden Regionen zu bündeln, sagte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) am Freitag in München. Die Kommission bilden demnach zunächst Vertreter der Bezirksregierungen, des Umweltministeriums und des Landesamts für Umwelt.

    "Für uns steht die Sicherheit der Menschen an erster Stelle", sagte Glauber. Ungeeignete Regionen müssten so schnell wie möglich aus dem Verfahren ausscheiden. Das Gremium soll seine Arbeit in den nächsten Wochen aufnehmen.

    Kommunen sollen stärker beteiligt werden

    Ende September hatte die Veröffentlichung des ersten Zwischenberichts der BGE in Bayern für großes Unverständnis gesorgt: Den Experten zufolge ist der Freistaat - anders als damals erwartet - zumindest geologisch für das angestrebte Endlager unter Tage für hoch radioaktive Abfälle mehrheitlich geeignet. Vor allem Mittel- und Nordbayern kämen demnach als möglicher Standort in Frage. Der lange im Zentrum der Debatte stehende Salzstock Gorleben in Niedersachsen ist laut der Studie hingegen offiziell ungeeignet.

    Bei der Suche nach einem Endlager seien geologische Barrieren die einzig sichere Option, hatte die Staatsregierung betont. In Bayern übten jedoch die Alpen vielerorts hohen Druck auf den Granit aus, weshalb dieser sehr zerklüftet sei, hatte Glauber zu bedenken gegeben.

    Das neue Begleitgremium solle nun den Zwischenbericht prüfen und die Kommunen stärker einbinden, hieß es von Seiten des bayerischen Umweltministeriums. "Entscheidend ist, dass die Suche wissenschaftsbasiert und transparent erfolgt", betonte Glauber. Der Prozess könnte sich also noch sehr lange hinziehen.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!