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Eingang eines Gasthofs.

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    Bayern verlängert Liste der inländischen Risikogebiete

    Der Freistaat weitet seine Liste der inländischen Corona-Risikogebiete stark aus: Gäste aus zehn Kommunen brauchen nun einen negativen Test, um in Bayern Urlaub machen zu dürfen. Mit dabei sind unter anderem ganz Berlin, Frankfurt und Bremen.

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    Von
    • Petr Jerabek

    Nach dem Anstieg der Corona-Zahlen in mehreren deutschen Kommunen hat das bayerische Gesundheitsministerium die Liste der inländischen Risikogebiete deutlich verlängert: Jetzt stehen darauf die gesamte Stadt Berlin, die Stadtgemeinde Bremen, die Städte Frankfurt am Main und Offenbach in Hessen, die Städte Herne, Hamm und Remscheid in Nordrhein-Westfalen, der baden-württembergische Landkreis Esslingen sowie die niedersächsischen Landkreise Cloppenburg und Wesermarsch.

    Gäste aus diesen Corona-Hotspots dürfen ab Samstag nur noch in einem Hotel, einer Pension, einer Ferienwohnung oder auf einem Campingplatz in Bayern übernachten, wenn sie einen negativen Corona-Test vorweisen können. Ansonsten müssen die Betreiber die Reisenden abweisen. Der Test darf maximal 48 Stunden vor Anreise vorgenommen worden sein. Das Beherbergungsverbot für Gäste ohne Test aus diesen Gebieten gilt vorerst bis Dienstag.

    Ministerin zeigt sich besorgt

    Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sagte, sie sehe die zum Teil schnell steigenden Infektionszahlen in vielen Regionen Deutschlands mit Sorge. Es gelte daher, alles dafür zu tun, dass das Infektionsgeschehen beherrschbar bleibe. "Gerade mit Blick auf die bevorstehenden Herbstferien und den damit verbundenen Reiseverkehr müssen wir alles dafür tun, Infektionsketten aus Risikogebieten nicht in Bayern aufkommen zu lassen", betonte die Ministerin.

    Es gehe dabei nicht um ein Einreiseverbot. "Im Gegenteil: Jeder darf weiterhin nach Bayern reisen und ist hier herzlich willkommen, sofern er einen negativen Corona-Test vorweisen kann", erklärte Huml. Durch das Beherbergungsverbot würden drastischere Maßnahmen vermieden.

    Ministerium beurteilt Lage in den Gebieten

    Bisher hatten auf der bayerischen Liste nur drei Städte und Teile Berlins gestanden. Grundlage für die Einstufung bestimmter Kommunen zum Risikogebiet ist laut Gesundheitsministerium nicht allein die Frage, ob der Alarmwert von 50 nachgewiesenen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) erreicht oder überschritten wurde. Bei der Bewertung werden auch noch weitere Faktoren vor Ort mit berücksichtig.

    Somit landet ein Gebiet mit einer Inzidenz von mehr als 50 nicht automatisch auf der Liste, zugleich kann auch eine Kommune mit einem Wert von knapp unter 50 als Risikogebiet eingestuft werden. Die Liste soll künftig zweimal pro Woche aktualisiert werden, wie Huml erläuterte. "Sollte jedoch regional ein besonderes Ausbruchsgeschehen auftreten, können wir auch öfter aktualisieren."

    Ausnahmen bei beruflichem oder familiärem Reisegrund

    Grundlage für die Testpflicht für Menschen aus Corona-Hotpots ist die aktuelle bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. Demnach gibt es Ausnahmen vom Beherbergungsverbot: Es gilt nicht für Gäste, die "zwingend notwendig und unaufschiebbar beruflich oder medizinisch veranlasst anreisen". Auch bei einem "sonstigen triftigen Reisegrund wie insbesondere einen Besuch bei Familienangehörigen (...), eines Lebenspartners oder Partners einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, die Wahrnehmung eines Sorge- oder Umgangsrechts oder Beistand oder Pflege schutzbedürftiger Personen" gilt das Beherbergungsverbot nicht.

    Regelung gilt nur für außerbayerische Gebiete

    Sollten bayerische Kommunen den Grenzwert von 50 nachgewiesenen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) überschreiten, werden sie wohl nicht auf der Liste der inländischen Risikogebiete auftauchen. Bei Gebieten im Freistaat könnten die Behörden die Lage viel besser einschätzen und gegebenenfalls andere erforderliche Maßnahmen ergreifen, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums zur Begründung.

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