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Corona: Neue Regeln für Quarantäne und Isolation ab Mittwoch

Eine Frau steht während der Isolation nach einem positiven PCR-Test hinter einer Glastür

Bildrechte: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow
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    Bayern verkürzt Corona-Isolation auf fünf Tage

    Corona-Infizierte müssen in Bayern seit heute nur noch für fünf Tage in Isolation - wenn sie 48 Stunden symptomfrei sind. Freitesten brauchen sie sich laut Gesundheitsministerium nicht mehr. Die Quarantäne für Kontaktpersonen entfällt komplett.

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    Petr JerabekPetr Jerabek
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    In Bayern sind seit Mitternacht deutlich lockerere Regeln zu Isolation und Quarantäne in Kraft getreten. Corona-Infizierte können die Isolation nun schon nach fünf Tagen beenden, wenn sie 48 Stunden keine Symptome hatten. Ein negatives Testergebnis ist dann nicht mehr nötig. "Gleichwohl appellieren wir an die Menschen, sich verantwortungsvoll zu verhalten", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). "Das heißt, wir empfehlen deshalb, nach Isolationsende noch eine Zeit lang eine Maske zu tragen und Kontakte zu reduzieren."

    Bayern setzt Verkürzung schneller um als andere

    Halten die Symptome an, muss die Isolation fortgesetzt werden, bis die Zeichen der akuten Covid-Erkrankung 48 Stunden lang nicht mehr bestehen - maximal aber für eine Gesamtdauer von zehn Tagen. "Schließlich gilt auch bei Erkältungen oder grippalen Infekten: Wer krank ist, bleibt zuhause", erläuterte Holetschek.

    Bislang mussten Corona-Infizierte für zehn Tage in Isolation - ein Freitesten war frühestens nach sieben Tagen möglich, bei Schülern nach fünf Tagen. Die einheitliche Verkürzung auf fünf Tage ist Konsens zwischen Bund und Ländern und war für 1. Mai geplant. Die bayerische Staatsregierung hat dies aber jetzt schon umgesetzt.

    Strengere Regeln für Beschäftigte in Klinken und Pflegeheimen

    Um besonders gefährdete Menschen zu schützen, gelten für Beschäftigte in sogenannten vulnerablen Einrichtungen wie Krankenhäusern und Pflegeheimen strengere Regeln. Sie dürfen nach der Isolation erst dann wieder zur Arbeit gehen, wenn sie ein negatives Testergebnis vorweisen können. Das kann entweder ein negativer Antigentest sein oder ein PCR-Test mit einem CT-Wert von mehr als 30, wie Holetschek sagte. "So stellen wir den Schutz sicher!"

    Enge Kontaktpersonen müssen nicht mehr in Quarantäne

    Wer engen Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatte, muss künftig nicht mehr daheim bleiben. Die Quarantäne für enge Kontaktpersonen entfällt laut Gesundheitsministerium vollständig. "Aber natürlich bitten wir die Infizierten weiterhin, ihre engen Kontakte über ihre Infektion zu informieren", sagte der Minister. "Den engen Kontaktpersonen empfehlen wir zudem, Kontakte zu reduzieren und im Home-Office zu arbeiten, wenn dies möglich ist, und sich freiwillig fünf Tage lang selbst zu testen."

    Bisher mussten enge Kontaktpersonen - sofern sie weder geboostert, frisch geimpft noch genesen waren - für zehn Tage in Quarantäne, die sie nach sieben Tagen mit einem negativen Test vorzeitig beenden konnten. Für Schüler war dies nach fünf Tagen möglich.

    Holetschek: Anpassung "mehr als vertretbar"

    Die Isolation für Corona-Positive sei weiter verpflichtend, stellte Holetschek klar. "Eine Corona-Infektion ist keine Privatsache!" Aber der Freistaat entwickle seine Corona-Strategie weiter und passe sie an die aktuelle Lage an. Die Saison der akuten Atemwegsinfektionen nähere sich dem Ende, der Infektionsdruck sinke und die Krankenhausbelastung sei stabil. "Daher halten wir es für mehr als vertretbar, die Anordnung der Isolation auf fünf Tage zu verkürzen und die Quarantäne für enge Kontaktpersonen aufzuheben."

    Zudem entspreche dieses Vorgehen den Überlegungen des Robert Koch-Instituts, das sogar eine freiwillige Selbstisolation für zulässig gehalten habe, erläuterte der Minister. "Auch international ist eine fünftägige Isolation etabliert." Der Präsident des Bayerische Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Christian Weidner, ergänzte: "Bestehen nach fünf Tagen noch akute Symptome wie Fieber oder Husten, ist noch von einer Ansteckungsfähigkeit auszugehen. Klingen die Symptome ab, ist es aus fachlicher Sicht geboten, noch 48 Stunden zu warten, bis die Isolation endgültig beendet werden kann."

    "Eigenverantwortung der Menschen stärken"

    Die bayerische Staatsregierung will laut Holetschek die Eigenverantwortung der Menschen stärken. "Lässt der Infektionsdruck weiterhin nach, soll im Rahmen einer zweiten Stufe die Isolation freiwillig werden." Der Minister kündigte an, dass sich die Gesundheitsministerkonferenz am 25. April noch einmal intensiv mit diesem Thema befassen werde. Geplant sei, dass möglichst ein Zeitplan zum weiteren Vorgehen entwickelt werde, "ab wann die Isolation nicht mehr verpflichtend ist".

    Zwar könne Corona im Herbst noch einmal zu einer Herausforderung werden, sagte der CSU-Politiker. "Momentan sind diese Lockerungen aber vertretbar und sinnvoll!"

    Freiwillige Isolation von Lauterbach einkassiert

    Vergangene Woche hatten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern zunächst darauf geeinigt, dass die Isolation von Corona-Infizierten ab Mai freiwillig sein soll. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kassierte die Ankündigung der Freiwilligkeit dann aber in einer ZDF-Talkshow überraschend wieder ein und bezeichnete die Pläne als "klaren Fehler".

    Die kurzfristige Kehrtwende sorgte für heftige Kritik. Holetschek warf dem Bundesminister ein "Kommunikationsdesaster" vor.

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