BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Bayern und Tschechien einig: Grenzen bleiben offen | BR24

© pa/dpa/Armin Weigel

Deutsch-tschechische Grenze im bayerischen Furth im Wald, aufgenommen am 05.06.20.

6
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Bayern und Tschechien einig: Grenzen bleiben offen

Bayerns Ministerpräsident Söder und sein tschechischer Amtskollege Babiš wollen die gemeinsame Grenze offen halten. Der Freistaat bekräftigt zudem sein Angebot, 100 Corona-Patienten aus dem Nachbarland aufzunehmen - bisher ist das aber nicht nötig.

6
Per Mail sharen
Von
  • Maximilian Heim

Trotz zuletzt deutlich gestiegener Corona-Zahlen in Bayern und Tschechien soll die gemeinsame Grenze nicht erneut wie im Frühjahr geschlossen werden. Das betonten der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und sein tschechischer Amtskollege Andrej Babiš nach einer gemeinsamen Videokonferenz am Mittwochvormittag.

Söder erklärte, dass die Grenzen offen bleiben, sei "unser klar erklärtes Ziel". Die Berufspendler aus Tschechien, die in Bayern arbeiten, seien "sehr geschätzt" und "dringend benötigt". Söder verwies auch auf die bereits einmal wöchentlich geltende Testpflicht für diese Gruppe. Babiš positionierte sich noch deutlicher als Söder und sagte laut der Übersetzerin wörtlich: "Ich kann die Schließung der Grenze von mir aus ausschließen."

Bayern könnte 100 Patienten aufnehmen

Bayerns Ministerpräsident bekräftigte nach dem Gespräch das Angebot, bei einer Überlastung des tschechischen Gesundheitssystems bis zu 100 Corona-Patienten mit schweren Verläufen im Freistaat zu behandeln. "Wir können das zusagen", sagte Söder. Sofern benötigt, werde man das Ganze "auf dem schnellen Dienstweg" machen. Die Patienten dürften laut ihm dann bayernweit verteilt werden, abhängig von den Kapazitäten in den verschiedenen Krankenhäusern.

Bisher gibt es laut dem tschechischen Regierungschef keinen Bedarf, das bayerische Hilfsangebot in Anspruch nehmen zu müssen. Dennoch bedankte sich Babiš für die Geste. Laut ihm ist die Corona-Lage mit Blick auf die Krankenhäuser bisher nur in einzelnen Regionen Tschechiens schwierig. Das Hilfsangebot sei auch keine Einbahnstraße - bei Bedarf gelte es natürlich auch umgekehrt. In Tschechien gilt aktuell ein härterer Lockdown als in Deutschland. Dort haben auch Schulen geschlossen, nachts gilt eine Ausgangssperre.

Söder: Finanzielle Hilfen rasch auszahlen

Söder erneuerte zudem seinen grundsätzlichen Appell, dass es "in dieser schwierigen Phase großen Zusammenhalt" brauche. Er forderte vom Bund schnelle finanzielle Hilfen für Branchen, die vom zweiten Corona-Lockdown betroffen sind. Diese Ersatzleistungen müssen laut dem CSU-Chef, dessen Partei auch Teil der Bundesregierung ist, noch im November fließen - etwa für die Gastronomie, die Kulturbranche oder Solo-Selbstständige.

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

© BR

Deutschland erlebt stark steigende Infektionszahlen - andere Nachbarländer tun dies noch stärker. Allen voran Tschechien. Es gibt neue Maßnahmen und neuen Frust. Aber auch die Schweiz und Italien müssen dem Corona-Herbst begegnen.