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Bayern und seine Originale: Mr. Nationalpark | BR24

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Hans Bibelriether war ein Mann der ersten Stunde. 29 Jahre lang leitete er die Verwaltung des Nationalparks Bayerischer Wald. Der streitbare Förster und Naturschützer machte sich mit dem Nationalpark nicht nur Freunde. Sogar Morddrohungen gab es.

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Bayern und seine Originale: Mr. Nationalpark

Hans Bibelriether war ein Mann der ersten Stunde. 29 Jahre lang leitete er die Verwaltung des Nationalparks Bayerischer Wald. Der streitbare Förster und Naturschützer machte sich mit dem Nationalpark nicht nur Freunde. Sogar Morddrohungen gab es.

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Hans Bibelriether stammt aus Westmittelfranken, aus dem kleinen Dorf Ezelheim am Rand des Steigerwalds. Dort wuchs er auf, zusammen mit zwei Brüdern. Der Vater betrieb eine Landwirtschaft. Die Mutter war Kindergärtnerin und Organistin. Sonntags fuhr sie mit dem Fahrrad in die Dörfer und spielte Orgel.

Als der Krieg zu Ende war, war Bibelriether zwölf Jahre alt. Weil er damals ein Jahr nicht zur Schule gehen musste, war er viel unterwegs - im Wald, am Bach, auf den Wiesen.

"Das hat mich mehr geprägt als acht Jahre Oberrealschule." Hans Bibelriether

Die Natur prägte ihn sehr. Er wollte Förster werden. 1957 schloss Bibelriether sein Studium ab. 1960 ging der junge Förster in den Staatsdienst. Es folgten zehn Jahre Assistenz am Waldbauinstitut in München.

Der erste Nationalpark in Deutschland

1969 beschloss der Bayerische Landtag, im Bayerischen Wald einen Nationalpark zu gründen, den ersten in Deutschland. Hans Bibelriether war von Anfang an dabei. Am 2. November 1969 trat er seinen Dienst an und leitete 29 Jahre die Nationalparkverwaltung.

Naturparadies von internationalem Rang

Doch der Nationalpark hat viele Gegner - Förster, Jäger, Waldbauern. Bibelriether bekam auch Morddrohungen.

"Das war eine ziemliche Streitigkeit! Der Nationalpark war vor allem von der Forstverwaltung nicht gewünscht, und von den Jägern war es nicht gewünscht." Hans Bibelriether
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Der Nationalpark Bayerischer Wald hatte viele Gegner

Doch trotz des heftigen Gegenwinds schuf Hans Bibelriether im Bayerischen Wald ein Naturparadies von internationalem Rang. Seine Mitstreiter waren der damalige Landwirtschaftsminister Hans Eisenmann, Hubert Weinzierl vom Bund Naturschutz und der Tierfilmer Bernhard Grzimek. Noch heute ist Bibelriether mit dem früheren CSU-Politiker Alois Glück befreundet.

Natur Natur sein lassen!

Hans Bibelriether sagt von sich, er sei immer Optimist gewesen. Er habe auch in schwierigen Zeiten gedacht, dass es auch wieder besser wird. Heute, so Bibelriether, ist der Naturtourismus zum wichtigsten Wirtschaftsfaktor im Bayerischen Wald geworden.

"Ja, man kann nach 50 Jahren sagen, es ist ein wirklich echter Nationalpark in Mitteleuropa entstanden. Ich bin damit zufrieden und bin dankbar dafür, dass es so gekommen ist und ich heute rückblickend sehen darf, ich habe meine Lebensaufgabe erfüllt." Hans Bibelriether