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Kondome
© pa/dpa/Sonya Schönberger
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Kondome

Laut dem Ministerium leben in Bayern derzeit knapp 12.000 Menschen, die mit dem HI-Virus infiziert sind. Die Zahl der Syphilis-Fälle sei gestiegen, auf zuletzt mehr als 1.000.

Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) startet deshalb heuer eine Aufklärungskampagne. Gerade junge Erwachsene sollen besser über sexuell übertragbare Krankheiten wie Aids und Syphilis sowie über Schutzmöglichkeiten aufgeklärt werden. "Viele Menschen mit einer sexuell übertragbaren Krankheit wissen nicht, dass sie ansteckend sind. Denn zwischen einer Infektion und einer Diagnose beim Arzt vergehen häufig Jahre."

Syphilis ist ein Großstadt-Phänomen

Experten gehen davon aus, dass sich die Bakterieninfektion beim Geschlechtsverkehr unter Drogenkonsum ausbreitet. High gehen die Beteiligten ein höheres Risiko ein und achten weniger auf Schutz. Dazu passt: Syphilis ist ein Großstadt-Phänomen, vor allem die Innenstädte von Metropolen wie Berlin, Hamburg oder München zählen viele Fälle.

Aids und Syphilis: Aufklärung über Facebook und Instagram

Ab Juni sollen laut Gesundheitsministerium insbesondere Menschen im Alter von 17 bis 25 Jahren über die sozialen Netzwerke Instagram und Facebook erreicht werden. Experten beantworten dann beispielsweise direkt Fragen. Das funktioniere anonym über die App "Tellonym". Das Ministerium stellt mehr als 200.000 Euro für die Kampagne zur Verfügung.

20- bis 35-Jährige infizieren sich besonders häufig

Einer Schätzung zufolge haben sich nach jüngsten Zahlen 2017 in Bayern rund 340 Menschen neu mit dem HI-Virus infiziert, wie das Ministerium mitteilte. Insgesamt lebten rund 9.300 Männer und 2.400 Frauen im Freistaat mit dem Virus - 1.400 davon ohne Diagnose.

"Aids ist zwar mittlerweile behandelbar, aber noch immer nicht heilbar", sagte Ministerin Huml. Deshalb sei es wichtig, sich konsequent vor einer Infektion zu schützen. "In der Altersgruppe der 20- bis 35-Jährigen ist die Infektionsrate besonders hoch." Auch eine Syphilis-Infektion könne schwere Organschäden verursachen und das Gehirn angreifen. 2017 wurden in Bayern 1.028 Syphilis-Fälle gemeldet, 2013 waren es 678.