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Mehr Spritzen und Kanülen für Bayerns Corona-Impfungen

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Bayern sorgt mit zusätzlichen Spritzen und Kanülen vor

Mehr als zwei Millionen Spritzen hat der Freistaat Bayern vorsorglich bestellt. Da aus einer Ampulle nun sechs statt fünf Dosen entnommen werden, kann mehr geimpft werden. Die Grünen kritisieren derweil Mängel in der bayerischen Impfkampagne.

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Von
  • Anton Rauch
  • BR24 Redaktion

In Bayern wird seit dem 27. Dezember 2020 gegen Covid-19 geimpft. Weil jedoch aktuell zu wenig Impfstoff des Herstellers Biontech zur Verfügung steht, dauert das Impfen.

Bayern hat nun vorgesorgt und 2,1 Millionen Spritzen bestellt. Der Impfstoff, der da ist und der kommt, soll optimal verimpft werden können. So hat Bayerns neuer Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) speziell zur Nutzung zusätzlicher Impfdosen weitere 2,1 Millionen Spritzen für Bayern bestellt. Das hat das Ministerium heute bekannt gegeben.

Sechs statt fünf Dosen aus einer Ampulle

Es handelt sich um 1-Milliliter-Spritzen. Sie ergänzen die bereits beschafften rund 34 Millionen Spritzen und 58 Millionen Kanülen. Es geht darum, dass aus einer Ampulle tiefgekühltem Impfstoff von Biontech/Pfizer sechs statt fünf Dosen besser herausgenommen und verimpft werden können. Das ist europaweit zugelassen. So können mit der vom Bund zugeteilten Menge Impfstoff mehr Menschen geimpft werden.

Holetschek: Mehr als 187.000 Erstdosen verimpft

Bisher sind laut Holetschek mehr als 187.000 Menschen das erste Mal geimpft worden mit dem Impfstoff von Biontech. Die ersten von ihnen sollen in den kommenden Tagen die erforderliche zweite Impfung erhalten. Sie ist nötig um, vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Diese zweite Impfung ist auch nach den gemeldeten Lieferschwierigkeiten beim Impfstoff von Biontech/Pfizer sichergestellt.

Kritik an Söders Impfkampagne

Die bayerischen Grünen werfen Ministerpräsident Markus Söder derweil Versäumnisse vor. Im Sommer "wäre genug Zeit gewesen, den Impfstart vernünftig vorzubereiten", sagte Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann der "Augsburger Allgemeinen". Jetzt aber habe Söder der Impfbereitschaft mit seinem Ruf nach einer Impfpflicht für das Pflegepersonal einen "Bärendienst" erwiesen.

Notwendig wäre eine motivierende Informationskampagne. "Söder macht das genaue Gegenteil, wenn er öffentlich von einem Impfzwang für Pflegekräfte schwadroniert", kritisiert Hartmann. Er fordert, dass die Hausärzte künftig besser eingebunden werden. Sie wollen den Menschen die Angst nehmen: "Das sind die Vertrauenspersonen, auf die es hier ankommt".

Grüne finden 15-km-Regel "nicht nachvollziehbar"

Die Grünen kritisieren auch den 15-Kilometer-Radius um die Corona-Hotspots: Das sei nicht nachvollziehbar, weil Kontakte zu vermeiden das Ziel sei, nicht Bewegung zu beschränken. Die Zumutungen müssten verständlich und ausgewogen sein, sonst leide die Akzeptanz der Corona-Maßnahmen insgesamt. Statt im Privatbereich immer weiter nachzuschärfen, sollte die Arbeitswelt stärker in den Blick genommen werden: Auf dem Arbeitsweg und in der Arbeit fänden die meisten Kontakte statt, «dort muss noch mehr getan werden», sagte Hartmann.

Gesundheitsminister weist Kritik zurück

Gesundheitsminister Klaus Holetschek wies die Kritik zurück und lobte die Impfvorbereitung im Freistaat: "Wir haben 100 Impfzentren in Bayern eingerichtet, mobile Impfteams arbeiten seit Ende Dezember mit Hochdruck, um vor allem in den Alten- und Pflegeheimen die hochbetagten Menschen und das Pflegepersonal zu impfen." Bis Samstag seien schon mehr als 200.000 Menschen in Bayern geimpft worden. Später sollen auch Hausärzte in die Impfkampagne eingebunden werden. Das gehe aber erst, "wenn ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht, der möglichst keine extremen Niedrigtemperaturen für die Lagerung benötigt, denn diese besondere Infrastruktur können die Arztpraxen in der Regel nicht leisten", so Holetschek.

Bayern soll eigentlich gut 100.000 Impfdosen pro Woche erhalten. Doch der US-Konzern Pfizer hat eine vorübergehende Kürzung angekündigt. Eine Impfstoff-Fabrik in Belgien soll die Produktion erhöhen, muss dafür jedoch zuerst umgebaut werden. Mit wie vielen Dosen weniger nun zu rechnen ist, war zunächst unbekannt.

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Entwicklungs- und Schwellenländer hatten oft das Nachsehen, als die reichen Staaten sich hunderte Millionen Dosen von verschiedenen Impfstoff-Herstellern gesichert haben. Die Impfstoffallianz COVAX will da für mehr Gerechtigkeit sorgen.

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