Bauen mit Holz

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Bayern sollen in Mehrfamilienhäuser mehr Holz verbauen

Bayern sollen in Mehrfamilienhäuser mehr Holz verbauen

Mehr Klimaschutz durch Bauen mit Holz. Das plant die Staatsregierung und stellt eine Förderung von acht Millionen Euro bereit. Geld gibt es aber nicht für Einfamilienhäuser, sondern nur für öffentliche Bauten wie Schulen oder Mehrfamilienhäuser.

In Holz ist das Treibhausgas CO2 gespeichert. Wenn es nicht verbrannt, sondern verbaut wird, dann bleibt es gebunden und kann nicht zur Erderwärmung beitragen. Bayerns Landwirtschaftsministerin Kaniber (CSU) und Bauminister Bernreiter (CSU) wollen deshalb, dass künftig Kommunen und auch private Bauunternehmen verstärkt auf Holz als Baustoff setzen.

"Wer mit Holz baut, schützt das Klima"

In Utting am Ammersee, bei einer Wohnanlage für 88 Wohnungen in sechs Holzhäusern, lobte Forstministerin Michaela Kaniber Holz als den "klimafreundlichsten Baustoff schlechthin", schließlich sorge er für eine "unglaubliche CO2-Senke pro Kubikmeter Holz". Wer mit Holz baue, werde zum aktiven Klimaschützer.

In der Tat kann eine Tonne trockenes Holz rund eine Tonne Treibhausgas langfristig der Atmosphäre entziehen. Grund genug, bei städtischer Nachverdichtung wie Aufstockungen oder auch bei Neubauten von Mehrfamilienhäusern auf Holzbaustoffe zu setzen, meint Bauminister Bernreiter.

Pro gebundener Tonne CO2 gibt es 500 Euro Zuschuss

Gefördert wird jede durch Holz im Neubau gebundene Tonne CO2 mit 500 Euro Zuschuss, maximal pro Objekt fließen 200.000 Euro. Weil der Freistaat die Verwendung von Holz im Geschosswohnungsbau voranbringen will, müssen für einen Zuschuss mindestens drei Wohnungen oder mehr gebaut werden. Bernreiter sieht in der neuen Bayerischen Förderrichtlinie Holz einen weiteren wichtigen Baustein, um Bayern bis zum Jahr 2040 klimaneutral zu machen.

Acht Millionen Euro Fördermittel für 2022

Im laufenden Jahr stehen laut Bauministerium für das Holzbauförderprogramm insgesamt acht Millionen Euro zur Verfügung, weitere zwei Millionen Euro fließen in die wissenschaftliche Begleitung. Antragsschluss ist der 31.12.2022.

Ob das Programm 2023 weiterläuft, kann das Ministerium auf BR-Anfrage bisher nicht sagen, das sei Gegenstand der kommenden Haushaltsberatungen.

FDP lehnt Vorzugsbehandlung für Baustoff Holz ab

Der baupolitische Sprecher der Landtags-FDP, Sebastian Körber, hält auf BR-Anfrage den Zeitpunkt des Förderprogramms für falsch, schließlich sei Bauholz derzeit wegen des Ukrainekrieges extrem knapp und teuer. Darüber hinaus solle staatliche Förderung technologieoffen sein, die einseitige Holzförderung sei eine Wettbewerbsverzerrung. Aber hier wolle "offenbar die CSU ein bisschen mit den Grünen kuscheln", so Körber. Dabei könnten Recycling, Kreislaufwirtschaft und Ziegelbau "mindestens genauso klimafreundlich sein".

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