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Bei den Corona-Teststationen an Bayerns Flughäfen werden die Befunde verzögert übermittelt. Grund seien Probleme beim Dienstleister, so das Landesamt für Gesundheit.

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Bayern räumt neue Corona-Test-Probleme ein

Bei den Corona-Teststationen an Bayerns Flughäfen werden die Befunde verzögert übermittelt. Grund seien Probleme beim Dienstleister, so das Landesamt für Gesundheit. Doch auch an den Autobahn-Teststationen hakt es nach BR-Informationen wieder massiv.

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Rund zwei Wochen nach dem Wirbel um das Corona-Test-Fiasko in Bayern gibt es im Freistaat eine neue Panne bei der Übermittlung von Test-Ergebnissen: Die Resultate der Tests an bayerischen Flughäfen werden aktuell mit Verzögerung zugestellt. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) teilte mit, dies sei im Rahmen des regelmäßigen Controllings festgestellt worden. Schuld an der Panne ist demnach der Dienstleister Ecolog.

Nach Angaben der Behörde untersuchen die Labore die Proben zwar innerhalb der vereinbarten Fristen, dennoch gebe es seit vergangenen Samstag "wachsende Rückstände bei der Befundübermittlung". Das bedeutet, dass Getestete teilweise nicht innerhalb von 48 Stunden über ihren Befund informiert werden. Wie lang die Verzögerungen konkret sind, teilte das Landesamt nicht mit. Auch wie viele Menschen betroffen sind, ist noch unklar.

Panne in der Datenverarbeitung

Das LGL erläuterte, nach Angaben von Ecolog liege die Verzögerung "an einem technischen Schnittstellenproblem in der Datenverarbeitung". Es bestehe jedoch kein Problem bei der Zuordnung von Probendaten zu Personendaten. Ecolog betonte, dass die Befundübermittlung zwar derzeit eingeschränkt, aber kontinuierlich erfolge.

Der Dienstleister wurde nach Angaben der Behörde "nachdrücklich aufgefordert", die Befunde schnellstmöglich zuzustellen. Ecolog habe zugesichert, die Probleme bis Freitagmittag zu beheben.

Probleme auch an weiteren Teststationen

Verzögerungen gibt es derweil allerdings nicht nur bei Tests an Flughäfen, sondern offenbar auch an den Stationen an bayerischen Autobahnen und am Münchner Hauptbahnhof. Dem BR liegen mehrere Erfahrungsberichte von Menschen vor, die nach einem Test bis zu einer Woche auf ihren Befund warten mussten - statt der versprochenen 48 Stunden.

Ein Münchner, der sich wegen Erkältungssymptomen an der Raststätte Hochfelln (A8) testen ließ, schilderte dem BR unter anderem seinen Anruf beim Teststation-Betreiber Eurofins: Der Mitarbeiter an der Hotline habe ihn um Geduld gebeten - wegen des hohen Testaufkommens könne es derzeit bis zu sieben Tage dauern.

Eurofins wollte sich auf Anfrage nicht zum Ausmaß der Verzögerungen äußern und verwies auf das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Eine Anfrage dort blieb zunächst unbeantwortet.

Bayerische Labore an der Kapazitätsgrenze

Ein Grund für die lange Wartezeit könnte auch die Überlastung von Laboren sein. Anfang der Woche meldete der Verband der akkreditierten medizinischen Labore in Deutschland (ALM), dass es bei den Corona-Tests der Vorwoche einen Rückstau von mehr als 34.600 gebe. Auf BR-Anfrage teilt der ALM mit: "Auch in Bayern melden uns Labore, dass sie aufgrund des hohen Volumens aktuell Tests nicht taggleich abarbeiten können und sich daher Testergebnisse auch länger als 48 Stunden hinziehen können."

Der Verband macht schon seit Wochen keinen Hehl daraus, dass er von den bayerischen kostenlosen Tests für alle wenig hält. Nötig seien vielmehr zielgerichtete Tests, damit genügend Kapazitäten für symptomatische Patienten sowie Kliniken bereitgestellt werden könnten. Die bayerischen Labore arbeiteten "aktuell an der Kapazitätsgrenze, personell, aber auch im Hinblick auf die technische Ausstattung und können nicht dauerhaft unter der derzeitigen Last arbeiten, die die Herausforderung der anlasslosen Testung mit sich bringt".

Bayern ist das einzige Bundesland, in dem sich jeder Bürger auch ohne Symptome kostenlos auf Corona testen lassen kann. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gab Ende Juni die Devise aus: "schneller, kostenlos und für jedermann."

Kritik von Medizinern

Diese Tests für jedermann kritisiert auch der Infektiologe Christoph Spinner vom Klinikum der TU München. "Ich glaube, der Labor-Ressourcen-Verbrauch bleibt eine der größten Herausforderungen überhaupt", sagte er dem BR. "Denn es ist heute selbst für uns schwierig, ausreichend Abstrichtupfer, Laborreagenzien und andere Materialen für diese Tests zu besorgen." Gerade in der Wintersaison werde es darauf ankommen, die Tests richtig einzusetzen. "Also dort, wo wir sie benötigen: in Krankenhäusern, Altenheimen und für symptomatisch erkrankte Menschen."

Ähnlich äußerte sich auch der Präsident der Landesärztekammer, Gerald Quitterer, in der neuen Ausgabe des "Bayerischen Ärzteblatts". Statt der ungezielten, kostenlosen Testung Gesunder müssten Tests für Lehrer und Erzieherinnen, Pfleger und Ärzte Priorität haben.

Huml und Söder sehen keinen Grund für Strategie-Wechsel

Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hatte am Dienstag nach einer Kabinettssitzung betont, auch in Bayern gebe es eine Priorisierung: Menschen mit Symptomen würden vorrangig getestet. Einen Grund, vom kostenlosen Test für jedermann abzurücken, sieht sie nicht - obwohl sie einräumen musste, dass einige Labore mittlerweile über Lieferschwierigkeiten bei Reagenzien klagten.

Auch Ministerpräsident Söder bekräftigte in einem Interview erneut, dass Bayern an seinem Sonderweg festhalten werde. Die bayerische Test-Strategie habe sich insgesamt "sehr bewährt".

FDP: Söder muss seinen Kurs schnell ändern

Der FDP-Gesundheitsexperte im Landtag, Dominik Spitzer, zeigt sich dagegen entsetzt über die aktuelle Lage in Bayern. "Es darf nicht sein, dass jemand eine Woche auf ein Testergebnis warten muss. Das Risiko, dass in dieser Zeit andere Menschen angesteckt werden könnten, ist zu hoch", sagte er dem BR. Er habe große Sorge, dass die Teststrategie der bayerischen Staatsregierung "schon bald wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt".

Bayern bräuchte laut Spitzer ein Konzept, das die "vorhandenen Ressourcen - insbesondere Personal, Schutz- und Labormaterial - berücksichtigt". Nur so könne sichergestellt werden, dass die Getesteten auch schnell ihr Ergebnis erhalten und bei positivem Bescheid entsprechend handeln können. "Söder und Huml müssen jetzt schnell ihren Kurs ändern, sonst laufen wir sehenden Auges in eine Katastrophe", warnt der FDP-Politiker.

Schon Mitte August Verzögerungen

Schon in der Vergangenheit hatte es Verzögerungen an mehreren Teststellen in Bayern gegeben. Mitte August war bekannt geworden, dass Zehntausende Menschen tagelang auf das Ergebnis ihrer Corona-Tests gewartet hatten, die sie zum Beispiel an den Teststationen an Autobahnen gemacht hatten.

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Bayern setzt in Sachen Corona weiter aufs Testen. Das will der Freistaat allen Bürgerinnen und Bürgern kostenlos anbieten. Möglichst flächendeckend sollen dafür Corona-Testzentren entstehen. Zum Start läuft es aber oft noch nicht rund.

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