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Bayern pumpt Millionen in Lifte und Schneekanonen | BR24

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Schneekanone im oberbayerischen Skigebiet Sudelfeld, aufgenommen im Dezember 2015

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Bayern pumpt Millionen in Lifte und Schneekanonen

Der Freistaat fördert den Ausbau von Skiliften und Schneekanonen jährlich mit etlichen Millionen Euro. Die Grünen sprechen von "staatlich subventioniertem Umwelt-Vandalismus". Die Regierung sieht in Seilbahnen einen wichtigen Wirtschaftsfaktor.

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Die bayerische Staatsregierung fördert die Modernisierung und den Ausbau von Skiliften und Schneekanonen im Freistaat weiterhin mit mehren Millionen Euro jährlich. Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion hervor, aus der die Deutsche Presse-Agentur zitiert.

Demnach wurden seit dem Jahr 2009 für rund 40 Vorhaben insgesamt knapp 52 Millionen Euro genehmigt. Acht Projekte, deren Bewilligung geprüft wird und an denen teils schon gebaut wird, haben ein Fördervolumen von mehr als 38 Millionen Euro. Im Doppelhaushalt 2019/2020 wurden die Mittel zur Seilbahnförderung weiter aufgestockt auf rund 20 Millionen Euro.

Grüne kritisieren "absurd hohe Förderung"

Für die Grünen passt das nicht zur neuen Klimaschutz-Politik der Staatsregierung. "Die absurd hohe Förderung neuer Skilifte und das Schneekanonen-Wettrüsten sind staatlich subventionierter Umwelt-Vandalismus der Söder-Regierung", sagte Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann. Naturnaher und nachhaltiger Urlaub in Bayerns Bergen müsse endlich zum klar erkennbaren Ziel der staatlichen Tourismus-Förderung werden.

Aiwanger: Seilbahnen wichtiger Wirtschaftsfaktor

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hatte stets hervorgehoben, Seilbahnen spielten für den Tourismus eine herausragende Rolle und seien sie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Der Minister hatte im Mai Studien zitiert, nach denen ein Arbeitsplatz bei einer Bergbahn fünf Arbeitsplätze in der Region sichert - etwa bei Hotels, Skischulen, Gastronomie und Handel. Das Seilbahnprogramm sei ein richtiger Weg und werde verlängert.

Damit seien Modernisierungs- und Erneuerungsmaßnahmen mit einem Investitionsvolumen von mehr als 200 Millionen Euro angestoßen worden. Die Zahlen zeigten, dass in den Wintersportorten, in denen das Seilbahnprogramm gegriffen hat, eine überdurchschnittlich positive Entwicklung der Gästezahlen zu verzeichnen sei.

Skigebiete wegen Klimawandel ohne Zukunft?

Wie viele Umweltschützer gehen die Grünen davon aus, dass der Skibetrieb in vielen Gebieten angesichts des Klimawandels keine Zukunft hat. Was sich ohne die hohe staatliche Förderung wirtschaftlich gar nicht rechnen würde, schade auch noch der Bergwelt, betonte Christian Zwanziger, in der Grünen-Fraktion Sprecher für Landesentwicklung.

Alle noch offenen Projekte liegen demnach im Allgäu - in einer Region, die schon jetzt laut den Grünen unter dem Ansturm zu vieler Touristen leide. Auch wenn nur bestehende Bahnen neu gebaut werden, bedeute das oft Erweiterungen. Beispiel Nebelhorn: Dort wird die Kapazität mit dem Neubau auf 1.200 Personen je Stunde verdoppelt.

Audio-Reportage: Bayerische Skigebiete in Zeiten der Klimaänderung

© BR

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