Das - derzeit abgeschaltete - Atomkraftwerk Gundremmingen.
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Das - derzeit abgeschaltete - Atomkraftwerk Gundremmingen.

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Bayern prüft Reaktivierung von abgeschaltetem AKW Gundremmingen

Bayern prüft wegen des Kriegs in der Ukraine, das zum Jahreswechsel abgeschaltete Atomkraftwerk in Gundremmingen wieder in Betrieb zu nehmen. Das hat Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger gegenüber der "Augsburger Allgemeinen" gesagt.

Bayern prüft wegen des Kriegs in der Ukraine eine Wiederinbetriebnahme des zum Jahreswechsel abgeschalteten Atomkraftwerks in Gundremmingen. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sagte der "Augsburger Allgemeinen" laut eines am Freitag veröffentlichten Vorabberichts, neben einer möglichen Verlängerung der Laufzeit des letzten bayerischen Atomkraftwerks Isar 2 sei auch das Kernkraftwerk Gundremmingen Teil der Überlegungen.

"Anschließend muss vom Bund und den Betreibern entschieden werden, ob sie einen längeren Betrieb der Kernkraftwerke wollen." Derzeit befinde sich der Ende Dezember abgeschaltete Block C in Gundremmingen noch im sogenannten Nachlauf.

Aiwanger will stärker auf Kohle setzen

Der stellvertretende bayerische Ministerpräsident äußerte sich vorsichtig zur Aussage von Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder, dem Weiterbetrieb der Atomkraftwerke einen Vorrang vor einer zusätzlichen Kohleverstromung einzuräumen.

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"Ich bin etwas skeptischer als Herr Söder, was Atom vor Kohle betrifft", sagte Aiwanger. "Wir erleben einen Krieg vor der Haustüre, ein Atomkraftwerk bietet da auch ein Erpressungspotenzial", sagte er. "Bereits in Friedenszeiten haben wir Tschernobyl und Fukushima erlebt. Die Kehrseite des Atomstroms ist das Thema Sicherheit."

Stattdessen sollte man, so Aiwanger "auf dem Weltmarkt jede verfügbare Kohle anschaffen, die wir bekommen können, um die Lager für mehrere Monate im Voraus zu befüllen", sagte er. "Mit der Kohle können wir recht unspektakulär das Thema Wärme und Strom abdecken." Auch Braunkohle müsse im Notfall stärker genutzt werden. Er hoffe, "dass Russland weiter Gas liefert, weil wir sonst sehr schnell Gas rationieren müssten", sagte der Minister.

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