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Bayern

Freistaat muss künftig 40 Prozent des Stroms importieren | BR24

© pa/dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Strommasten

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    Freistaat muss künftig 40 Prozent des Stroms importieren

    Bayern wird künftig rund 40 Prozent seines Stroms importieren. Davon geht der heute veröffentlichte Netzentwicklungsplan (NEP) 2030 aus. Die Erdverkabelung soll zudem etwa fünfmal mehr kosten als Hochspannungsleitungen. Von Lorenz Storch

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    In den zugrunde liegenden Szenariorahmen sind erstmals verbesserte regionalisierte Berechnungen zum Ausbau der erneuerbaren Energien in den einzelnen Bundesländern eingegangen. Der NEP geht davon aus, dass der Windkraftausbau in Bayern wegen der 10H-Sonderregelung zum Mindestabstand von Windrädern zu Siedlungen weitgehend zum Erliegen kommt.

    Die nördlich gelegenen Bundesländer werden 2030 durch den Windkraftausbau dagegen Strom in den Süden exportieren können. Niedersachsen und Brandenburg werden doppelt so viel Strom erzeugen wie sie selbst verbrauchen. Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern kommen sogar auf eine noch höhere Quote.

    Das Ziel der Bundesregierung, den Stromverbrauch um zehn Prozent zu senken, wird auch im günstigsten Szenario des NEP für 2030 nicht ganz erreicht.

    Erdkabel etwa fünf Mal teurer als Freileitungen

    Wie hoch die Mehrkosten durch die Erdverkabelung der Stromtrassen wirklich sein werden, kann bisher nur grob geschätzt werden. Der NEP geht - unverändert zum Vorgängerplan für 2025 - von einem Faktor 5,3 aus - also davon, dass Erdkabel pro Kilometer fünf Mal teurer sind als Freileitungen. Diese Zahl beruht auf Erfahrungswerten aus vergangenen Gleichstrom-Projekten der Netzbetreiber, etwa bei der Anbindung von Offshore-Windparks.

    Tatsächlich kann ein Erdkabel jedoch zwischen vier und acht Mal teurer sein als eine Freileitung, so Tennet. Faktor vier entspreche optimalen Bedingungen, Faktor acht schwierigen, etwa wenn Tunnel unter Straßen oder Flüssen nötig sind.