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Bayern mildert Pläne für Schulen ab: Neuer Stufen-Plan

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Bayern mildert Corona-Regeln für Schulen ab: Neuer Stufen-Plan

Das bayerische Kabinett hat einen neuen Stufen-Plan für den Unterricht in Corona-Zeiten beschlossen: Die Hürden für die Einführung von Maskenpflicht und Distanzunterricht sind jetzt höher als ursprünglich vorgesehen. Ein Überblick.

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Einen Tag nach dem Bildungsgipfel hat das bayerische Kabinett die Weichen für den Start ins neue Schuljahr gestellt. Das erklärte Ziel von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und seiner Minister ist wieder mehr Normalität an den Schulen - trotz Corona: Nachdem vor den Sommerferien im wöchentlichen oder täglichen Wechsel jeweils nur halbe Klassen unterrichtet wurden, sollen nun wieder alle Schüler gleichzeitig in ihren Klassenzimmern sitzen. Geplant ist ein "Regelbetrieb mit umfassendem Hygienekonzept".

Zwar beschloss das Kabinett die bereits angekündigte zweiwöchige Maskenpflicht im Unterricht für Schüler und Lehrer an weiterführenden Schulen - davon abgesehen soll es nun aber erst deutlich später als bisher geplant zu Einschränkungen an Schulen kommen, falls die Infektionszahlen steigen sollten. Statt des bisherigen Vier-Stufen-Plans gilt nun ein abgemilderter Drei-Stufen-Plan.

Zeitlich begrenzte generelle Maskenpflicht

Um zu verhindern, dass gleich zu Beginn des Schuljahres wegen Corona ganze Klassen oder gar Schulen wieder geschlossen werden müssen, gilt an weiterführenden Schulen in den ersten beiden Schulwochen eine Maskenpflicht auch im Unterricht: Vom 8. bis 18. September müssen somit Schüler und Lehrer auch an ihrem Sitzplatz im Klassenzimmer eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Grundschüler und ihre Lehrer sind von dieser Maskenpflicht ausgenommen.

Abseits ihres Sitzplatzes im Klassenzimmer gilt für alle Schüler grundsätzlich eine Maskenpflicht - also zum Beispiel auf dem Schulhof, auf Gängen im Schulgebäude und auf Toiletten.

Der neue Drei-Stufen-Plan

Entscheidend für mögliche Einschränkungen im Schulalltag ist das Infektionsgeschehen im jeweiligen Landkreis oder der kreisfreien Stadt. Dazu wurde folgender Drei-Stufen-Plan entwickelt:

Stufe eins - Regelbetrieb: Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 ist ein Regelbetrieb unter Hygieneauflagen geplant.

Stufe zwei - Maskenpflicht im Unterricht: Erreicht die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Kreis den Wert von 35 müssen dort Schüler an weiterführenden Schulen auch am Sitzplatz im Klassenzimmer eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Diese Maskenpflicht gilt nur dann nicht, wenn auch im Klassenzimmer ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Schülern gewährleistet werden kann. Grundschulen sind von dieser Regelung ausgenommen. Ursprünglich war eine Maskenpflicht schon ab einem Wert von 20 geplant.

Stufe drei - Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht: Auch der Grenzwert für die Teilung von Klassen und den Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht steigt - von 35 auf 50. Ab dieser Schwelle wird der Mindestabstand von 1,5 Metern im Klassenzimmer wieder eingeführt. Das bedeutet laut Kultusministerium in aller Regel, dass die Klassen geteilt und die Gruppen im wöchentlichen Wechsel Präsenz- und Distanzunterricht haben - es sei denn in der Schule lässt sich der Mindestabstand einhalten. Im Unterricht gilt verpflichtend eine Maskenpflicht, auch für Grundschüler.

Bei den Schwellenwerten handelt es sich nach Ministeriumsangaben jeweils "um Richtkriterien": Die Entscheidung, welche Stufe jeweils greift, trifft das zuständige Gesundheitsamt in Abstimmung mit der Schulaufsicht.

Schließungen von Klassen oder Schulen

Das Szenario landesweiter Schulschließungen taucht laut einem Ministeriumssprecher im neuen Hygieneplan nicht mehr auf. Gleichwohl wird es nach Einschätzung von Piazolo wegen Corona-Fällen zur Schließung einzelner oder mehrerer Klassen oder sogar ganzer Schulen kommen. Dann werde es Distanzunterricht und eine Notbetreuung geben.

Aktualisierter Hygieneplan

Der vom Kultusministerium ausgearbeitete Hygieneplan für die Schulen wurde noch einmal aktualisiert. Den Schulen wird laut Piazolo unter anderem empfohlen, möglichst feste Gruppen zu unterrichten, alle Räume intensiv zu lüften und dafür "durchaus mal die Pause früher beginnen" zu lassen, auf einen gestaffelten Unterricht sowie gestaffelte Pausenzeiten zu setzen. Zusätzliche Schulbusse sollen die Ankunftszeiten der Kinder und Jugendlichen an den Schulen entzerren. Die Zusatzkosten dafür übernimmt der Freistaat.

Reihentestungen für Lehrer

Seit 24. August und noch bis 18. September werden für alle Lehrer und weiteres Schulpersonal kostenlose Corona-Reihentestungen angeboten. Piazolo erläuterte, bisher hätten sich schon mehr als 50 Prozent der Lehrer unverbindlich gemeldet.

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