BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Corona-Test für Urlaubsrückkehrer: Söder droht mit Sanktionen | BR24

© dpa-Bildfunk/Peter Kneffel

Corona-Tests für Urlaubsrückkehrer: Söder droht mit Sanktionen

132
Per Mail sharen

    Corona-Test für Urlaubsrückkehrer: Söder droht mit Sanktionen

    Bayerns Ministerpräsident Söder hält die verpflichtenden Corona-Tests für bestimmte Urlaubsrückkehrer ab kommender Woche für zu spät - und droht Verweigerern mit Strafen. Innenminister Herrmann stellt aber klar: Körperlicher Zwang ist ausgeschlossen.

    132
    Per Mail sharen

    Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat Menschen, die aus einem Risikogebiet nach Deutschland zurückkehren und sich dem geplanten Pflicht-Corona-Test verweigern, mit Strafen gedroht. Wenn jemand der ab kommender Woche geplanten Verpflichtung nicht nachkomme und das zu Infektionen führe, "dann ist natürlich auch zu hinterfragen, inwieweit es Sanktionen geben muss", sagte Söder am Donnerstagabend in einem "ARD extra".

    Wer sich nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet nicht unmittelbar nach der Ankunft testen lässt, muss laut Söder verpflichtet werden, gleich zuhause beim Hausarzt einen Corona-Test zu machen. Zwar gebe es bereits die Regelung, dass man nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet in eine 14-tägige Quarantäne gehen müsse. Er glaube aber nicht, "dass das überall eingehalten wird", sagte Söder.

    Söder: Test-Pflicht "zu spät für ganz Deutschland"

    Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef findet zudem, dass die Pflicht-Tests für bestimmte Urlauber teilweise nicht rechtzeitig kommen. "Es ist meiner Meinung nach zu spät für ganz Deutschland", sagte er - auch mit Blick darauf, dass in einigen Bundesländern die Ferien bereits enden. Bayern liege dagegen "gut in der Zeit", weil hier die Sommerferien gerade erst begonnen hätten. Grundsätzlich äußerte sich Söder aber zuversichtlich, dass die Pflicht-Tests ab kommender Woche auch durchgeführt werden. "Eigentlich muss das klappen", sagte er.

    Die bayerische Staatsregierung hatte vor einigen Tagen ihre Test-Strategie für die kommenden Wochen vorgestellt. Wer mit dem Auto aus dem Urlaub zurückkehrt, kann sich im Freistaat an drei grenznahen Teststationen testen lassen - an den Rastanlagen Hochfelln-Nord (A8), Heuberg (A93) und Donautal-Ost (A3). Auch an den Hauptbahnhöfen in München und Nürnberg sowie an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen gibt es kostenlose Corona-Tests für Reisende - bisher auf freiwilliger Basis.

    Herrmann: körperlicher Zwang "nicht verhältnismäßig"

    Unterdessen hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ausgeschlossen, dass die geplanten Corona-Pflicht-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten mit körperlicher Gewalt durchgesetzt werden. "Eine Testung mittels körperlichen Zwangs dürfte nach unserer Auffassung nicht verhältnismäßig sein und kommt daher für uns grundsätzlich nicht infrage", sagte Herrmann dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland". Welche weiteren Maßnahmen in Betracht kommen, könne erst nach Vorliegen der Anordnung des Bundesgesundheitsministeriums entschieden werden.

    Bei den geplanten Pflicht-Tests gibt es allerdings eine schwer zu schließende Lücke: Während an den Flughäfen vergleichsweise einfach zu ermitteln sein dürfte, wer aus einem Risikogebiet kommt, sind die Behörden bei Reisenden mit dem Zug oder Auto auf die Ehrlichkeit der Menschen angewiesen. Söder zufolge zielt seine Forderung, dass auch für Auto-Heimkehrer eine sofortige Test-Pflicht zuhause beim Hausarzt bestehen soll, genau darauf ab.

    Bis heute morgen 1734 Tests an Autobahnen und Bahnhöfen

    Bisher haben sich 1734 Menschen an den Bahnhöfen München und Nürnberg sowie den drei bayerischen Raststätten in Grenznähe auf das neuartige Corona-Virus testen lassen. Das teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Freitag mit. Dazu kämen mehr als 5100 Menschen, sich sich seit dem vergangenen Wochenende an den Flughäfen München und Nürnberg testen haben lassen.

    Am Flughafen München wurden demnach seit dem vergangenen Wochenende 4700 Tests durchgeführt. Laut dem Gesundheitsministerium liegt die Rate der positiven Tests dabei bei 0,36 Prozent - das sind also innerhalb knapp einer Woche knapp 20 positiv getestete Reisende am Flughafen München.

    Söder: Risikogebiete genauer ausweisen

    Derweil erneuerte Söder in dem ARD-Interview auch seine Forderung, Risikogebiete künftig detaillierter auszuweisen. Man müsse nochmal "genauer prüfen, ob die Risikogebiete von vor drei Wochen auch tatsächlich noch die aktuellen sind", betonte er.

    Mit Blick auf die zuletzt gestiegen Corona-Fallzahlen in Deutschland erklärte der Ministerpräsident: "Die Unvernunft vieler Menschen ist das Problem, nicht die Regeln." Aktuell seien manche Partys und große Feiern der Ausgangspunkt für neue Infektionen. "Wir brauchen wieder mehr Vernunft auf der einen Seite - und wir müssen dann aber auch die Vernünftigen vor den Unvernünftigen schützen", sagte er.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!