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Bayern kämpft mit dem Schnee

Ein Lawinenabgang in Marktschellenberg im Landkreis ist glimpflich ausgegangen. Die einspurige Alte Berchtesgadener Straße wurde auf einer Breite von 15 Metern und vier Meter hoch verschüttet, Menschen wurden nicht verletzt.

Lawinengefahr besteht weiterhin

Für Wintersportler liegt vielerorts mittlerweile zu viel Schnee. In mehreren Skigebieten ist der Lift-Betrieb deshalb teilweise eingestellt worden. In vielen Regionen in Bayern gilt die zweithöchste Lawinenwarnstufe. Am Nebelhorn in Oberstdorf sind heute Vormittag vorsorglich mögliche Lawinenhänge gesprengt worden. Das sei ein routinemäßiger Vorgang bei größeren Neuschneemengen, sagte der Verantwortliche für die Skipisten Winfried Hartmann dem BR.

Gefährliche Schneelast auf Dächern

Der Bezirk Oberbayern warnt vor weiteren Schneelasten und ruft Hausbesitzer auf, vorsorglich ihr Dach von Altschnee zu befreien - jetzt oder sobald die Wetterlage es zulässt. Allerdings weist die Regierung auch darauf hin, dass Menschen, die ein Dach räumen, stets gesichert sein müssen. Auch in den nächsten Tagen wird es weiterhin schneien.

In Bad Wörishofen wurde die Eishalle gesperrt. Es wird befürchtet, dass das Dach aufgrund der Schneelast nachgeben könnte. Wegen der aktuell heftigen Winde ist es nicht möglich, eine Hebebühne zu errichten und den Schnee vom Dach zu räumen. Deshalb ist die Halle auch heute noch geschlossen. In Penzberg wurde aus dem gleichen Grund das Wellenbad geschlossen.

Unfälle, Staus, Straßensperrungen

Die A8 war zeitweise in Fahrtrichtung München zwischen Friedberg und Dasing komplett gesperrt. Ein Transporter, der zwei PKW auf einem Anhänger geladen hatte, stand quer über allen drei Fahrspuren. Mittlerweile ist die Unfallstelle geräumt.

In Herrieden im Landkreis Ansbach stießen am Morgen zwei Schulbusse zusammen. Zwölf Kinder wurden leicht verletzt. Der Sachschaden beträgt 100.000 Euro.

Bei Saaldorf-Surheim im Berchtesgadener Land kam ein Schulbus von der Fahrbahn ab. Fünf Kinder und der Fahrer wurden leicht verletzt.

Auch die B 472 von Miesbach nach Irschenberg war zwischenzeitlich komplett gesperrt. Behinderungen und Straßensperrungen gibt es auch in den niederbayerischen Landkreisen Freyung-Grafenau und Passau sowie in Mittelberg im Kleinwalsertal.

Behörden warnen vor Fahrten nach Deggendorf

Große Probleme verursacht der Neuschnee auch in Niederbayern. Im Raum Deggendorf sind etliche Bäume unter der Schneelast umgestürzt und auf Straßen gefallen. Die Hauptzufahrtsstraßen aus den Landkreisen Regen und Freyung-Grafenau nach Deggendorf seien teilweise nicht zu befahren, teilten Landratsamt und Polizei mit.

Auch für Miesbach gibt das zuständige Landratsamt keine Entwarnung. Bis auf weiteres bleibt es beim Katastrophenfall.

Aktuelle Verkehrsmeldungen finden Sie hier.

Auch der Unterricht an zahlreichen Schulen in Oberbayern, im Allgäu und in Niederbayern fällt aus. Eine Liste der Schulausfälle finden sie hier unterhalb der Verkehrsmeldungen.

Die A8 am Morgen

Die A8 am Morgen

Streckensperrungen bei der Bahn

Die Bayerische Oberlandbahn hat ihren Betrieb teilweise eingestellt. Der Schneefall habe unter anderem zu Weichenstörungen geführt, teilte ein Pressesprecher mit. In Richtung Oberland geht deshalb nichts mehr bei der BOB. Lediglich die Strecken Tegernsee-Holzkirchen und Holzkirchen-München können noch bedient werden. Auch auf der Waldbahn in Niederbayern ist der Zugverkehr vorerst gestoppt.

Auch zwischen Immenstadt und Oberstdorf fahren derzeit nach Angaben der Länderbahn, die die Alex-Züge betreibt, keine Züge mehr.

Wenn Sie wissen wollen, ob Ihr Zug fährt oder nicht, informieren Sie sich am besten bei der aktuellen Auskunft der Deutschen Bahn.

BR-Korrespondent Hans Häuser auf dem Weg zur Arbeit

BR-Korrespondent Hans Häuser auf dem Weg zur Arbeit

Nationalpark Bayerischer Wald sperrt Besuchereinrichtungen

Der Nationalpark Bayerischer Wald hat wegen der Schneemassen, die auf die Bäume drücken, neben dem Tierfreigelände bei Neuschönau (Lkr. Freyung-Grafenau) weitere Besuchereinrichtungen gesperrt. Es wird davor gewarnt, sich im Wald aufzuhalten. Die Gefahr sei zu hoch, dass Äste herunterfallen oder ganze Bäume durch die Schneelast umknicken. Deshalb sind alle Wege im Tierfreigelände bis auf Weiteres gesperrt.

Jachenau bereitet sich auf Isolation vor

Schon seit Samstag ist die Jachenau so gut wie abgeschnitten von der Außenwelt. Die Hauptzufahrt über Lenggries ist unpassierbar. Nur über eine Notstraße ist der Ort mit seinen rund 880 Einwohnern noch zu erreichen. Auch ein Teil von Berchtesgaden ist eingeschneit und von der Außenwelt weitgehend abgeschnitten.

Helfer des Roten Kreuzes bringen Lebensmittel in die Jachenau

Helfer des Roten Kreuzes bringen Lebensmittel in die Jachenau