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Die Corona-Pandemie hat die Heilbäder schwer getroffen. Beim Heilbädertag in Bad Kohlgrub blickt man nun wieder optimistisch nach vorne. Denn die ambulante Kur ist wieder eine Pflichtleistung und das könnte für Aufschwung sorgen.

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Heilbäder und Kurorte hoffen auf Comeback

Die Corona-Pandemie hat die Heilbäder schwer getroffen. Rund 100 Vertreter aus 47 bayerischen Kurorten blicken jetzt in Bad Kohlgrub optimistisch nach vorne. Denn die ambulante Kur ist wieder eine Pflichtleistung und das könnte für Aufschwung sorgen.

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Von
  • Martin Breitkopf
  • BR24 Redaktion

Nach langer Zeit könnte es einmal wieder richtig positive Aufbruchstimmung geben, wenn sich die Vertreter der bayerischen Kur- und Heilbäder zu ihrer alljährlichen Tagung treffen - diesmal in Bad Kohlgrub. Grund ist ein Beschluss des Deutschen Bundestages vom Juni.

Wiederbelebung der ambulanten Badekur

Thermalbäder, Massagen, Krankengymnastik, Fango oder Schlammpackungen sind nach dem Beschluss des Deutschen Bundestages im Juni diesen Jahres jetzt wieder Pflichtleistungen. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen 90 Prozent der Kosten für Therapie und Kurarzt, wenn der Kurantrag vom Hausarzt bewilligt wird. Zudem zahlen einige Krankenkassen einen Tageszuschuss für die Unterkunft. Dadurch erhoffen sich die von der Corona-Pandemie schwer getroffenen Kur-und Heilbäder wieder einen Aufschwung.

Kuren auf historischem Tiefstand

Nach der Gesundheitsreform 1995 lag der Kursektor am Boden. Die Kurpatienten blieben aus, Kurhotels und Sanatorien mussten schließen, zuletzt erreichten ambulante Versorgeleistungen einen historischen Tiefstand in Deutschland. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) wird in Bad Kohlgrub über die Chancen sprechen. Holetschek war Vorstand vom Bayerischen Heilbäder Verband und hatte jahrelang für die Kostenübernahme durch die Krankenkassen gekämpft. Die Kurorte und Heilbäder stehen für 100.000 Arbeitsplätze im ländlichen Raum und sind deshalb von erheblicher strukturpolitischer Bedeutung.

Post-Covid-Therapie als neue Chance

Die hohe Dichte der Reha-Klinken ist jetzt auch prädestiniert für die Behandlung von Post-Covid. Bereits jetzt werden Menschen mit anhaltenden Corona-Beschwerden unter anderem in Bad Gögging, Bad Kissingen, Bad Tölz und Bad Grönenbach behandelt. Zudem sollen in Bad Aibling im Rahmen eines Forschungsprojekts neue Angebote für die Post-Covid-Therapie entwickelt werden. Auf dem 75. Heilbädertag in Bad Kohlgrub werden dazu erste Konzepte vorgestellt und beraten.

150 Jahre Heilbad in Bad Kohlgrub

Der Kurbetrieb feiert in diesem Jahr sein 150-jähriges Jubiläum. Auch deshalb findet der zweitägige Heilbädertag diesmal in Bad Kohlgrub statt. Der Ort ist bekannt für seine dickbreiigen Bergkiefern-Hochmoor-Bäder. Sie gelten als erstklassiges Therapeutikum bei Rheuma, Stress, Burnout, Wirbelsäulenbeschwerden, unerfülltem Kinderwunsch und vielen anderen "Wehwehchen". Jedoch gibt es im Ort nur noch wenige Einrichtungen, die eine Kur anbieten. Durch die Belastungen der letzten Jahre haben viele aufgegeben oder sich von der Kur abgewendet. Diejenigen, die jetzt aber noch existieren, hoffen auf einen positiven Effekt durch die Wiedereinführung der Kur-Pflichtleistung.

Verjüngungskur im Vorstand des bayerischen Heilbäder-Verbandes

Die zweitägige Veranstaltung hat zwei Schwerpunkte: Zum einen geht es um den "Wirtschaftsfaktor Tourismus in den Bayerischen Heilbädern und Kurorten". Das Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr e.V. an der Universität München (dwif e.V.) hat diese Studie für das Jahr 2019 erstellt – wegen Corona wird sie mit Verzögerung präsentiert. Die Ergebnisse sollen den Mitglieder präsentiert werden. Zum anderen steht die nicht öffentliche Mitgliederversammlung auf dem Programm. Hier gibt es einen personellen Umbruch. Der Vorsitzende des BHV Alois Brundobler tritt nicht mehr an, denn er geht in den Ruhestand. Ebenso hört der Geschäftsführer des Verbandes Rudolf Weinberger, langjähriger Kurdirektor von Bad Füssing, auf. Zur Wahl des Vorstands ist Peter Berek aufgestellt. Der 53-jährige Landrat aus Wunsiedel hat keinen Gegenkandidaten.

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