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Bayern hat Nachholbedarf bei E-Bussen im Nahverkehr | BR24

© picture alliance/Julian Stratenschulte/dpa

Bei E-Bussen im Nahverkehr hinkt Bayern hinterher

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    Bayern hat Nachholbedarf bei E-Bussen im Nahverkehr

    Der Einsatz von Elektrobussen geht im öffentlichen Nahverkehr in Bayern nur langsam voran. Gerade mal 59 alternativ betriebene Busse fahren in bayerischen Städten. Dabei können E-Busse eine wichtige Rolle im Kampf gegen Luftverschmutzung übernehmen.

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    Bayern hat bei der Einführung von E-Bussen im öffentlichen Nahverkehr Nachholbedarf. Wie das Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) ermittelt hat, sind gerade einmal 59 Busse mit alternativen Antrieben auf Bayerns Straßen unterwegs. Zwar gibt es noch einige Bundesländer, die weniger Elektrobusse im Einsatz haben, jedoch liegt der Freistaat auch weit hinter Spitzenreiter Nordrhein-Westfalen (264) sowie Niedersachsen (136), Baden-Württemberg (96), Hamburg (86) und Schleswig-Holstein (62).

    Augsburg setzt in Bayern am stärksten auf Hybridbusse

    Unter den bayerischen Städten liegt Regensburg laut PwC mit fünf rein elektrisch betriebenen Bussen vorne, in München sind es drei Stück, in Nürnberg zwei. Bei den Hybridbussen ist Augsburg mit 28 Fahrzeugen führend, in München und Hof fahren jeweils vier auf den Straßen, in Ingolstadt drei.

    Nur etwa jeder 50. Bus ganz oder teilweise elektrisch

    838 E-Busse waren laut PwC zum Stichtag 31. Juli in deutschen Städten im Einsatz. Damit ist ihre Zahl innerhalb eines Jahres um 38 Prozent gestiegen. Trotz der Steigerung sind Elektrobusse in den Flotten der Nahverkehrsbetriebe aber noch die große Ausnahme. Nur etwa jeder 50. Bus der rund 40.000 Fahrzeuge wird ganz oder teilweise elektrisch angetrieben.

    Größte Gruppe der E-Busse sind Hybridmodelle

    In dieser Zählung sind alle Antriebsarten enthalten. Reine Batteriebusse gab es demnach nur 154. Das sind 55 mehr als ein Jahr zuvor. Mit rund 70 Prozent stellen Hybridmodelle die größte Gruppe der E-Busse. Der Studie zufolge waren 593 solcher Busse mit Verbrennungs- und Batteriemotor im Einsatz. Hybridbusse gelten als Brückentechnologie auf dem Weg in die vollständige E-Mobilität. Daneben gab es noch 16 Busse mit Brennstoffzellen und 75 O-Busse. Letztere beziehen den Strom wie Straßenbahnen aus einer Oberleitung.

    München: Ab 2020 werden nur noch E-Busse angeschafft

    Elektrifizierte Busse gelten als ein Mittel, um dreckige Luft in den Städten zu bekämpfen und drohende Diesel-Fahrverbote abzuwenden. Viele Großstädte wollen ihren Busverkehr daher schrittweise komplett auf E-Busse umstellen: In München sollen ab 2020 nur noch elektrisch betriebene Busse angeschafft werden. Ausschreibungen dafür liefen, sagte jüngst Umweltreferentin Stephanie Jacobs (parteilos). Die Münchner Verkehrsgesellschaft hat bisher erst zwei E-Busse im Betrieb.

    "Zuwächse reichen längst nicht aus"

    Von 2021 an verpflichtet die Europäische Union dazu, emissionsfreie Linienbusse zu kaufen – und zwar 22,5 Prozent aller Neuanschaffungen. Von diesem Anteil ist Deutschland weit entfernt. Die Anstrengungen genügten nicht, sagt PwC-Experte Rainer Bernnat: "Die Zuwächse reichen längst nicht aus, um die Forderungen der Politik zu erfüllen. Dafür müssen deutlich mehr Busse mit alternativen Antrieben auf die Straßen - und zwar in allen Bundesländern."