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Bayern hat elf neue "fahrradfreundliche Kommunen" | BR24

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Verkehrsministerin Kerstin Schreyer gratuliert den neuen "fahrradfreundlichen Kommunen" virtuell.

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    Bayern hat elf neue "fahrradfreundliche Kommunen"

    Leih-Lastenräder in Fürstenfeldbruck, Winterdienst auf Radwegen in Neumarkt in der Oberpfalz: Am Donnerstag wurden in einer Online-Veranstaltung "fahrradfreundliche Kommunen" ausgezeichnet. Eine Stadt bekommt den Preis sogar schon zum zweiten Mal.

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    Von
    • Susanne Hagenmaier

    In Fürstenfeldbruck ist man froh. Seit sechs Jahren arbeitet die Stadt daran, als "fahrradfreundliche Kommune" ausgezeichnet zu werden. Jetzt hat es geklappt. In einer Online-Veranstaltung hielt Bürgermeister Erich Raff am Donnerstag die Urkunde in die Kamera, die der Kommune verliehen und die ihm zugeschickt wurde.

    In Fürstenfeldbruck gibt es Fahrradstraßen und eine Fahrradzone, in denen Radler Vorrang haben. Die Stadt hat ein Wegweiser-Netz für Radfahrer aufgebaut. Zwei Lasten-Pedelecs stehen für die Bürgerinnen und Bürger zum Ausleihen bereit, und wer sich ein eigenes Lastenrad kauft, bekommt einen Zuschuss. Doch Einzelprojekte allein reichen für die Auszeichnung noch nicht.

    Gesamtkonzept statt Einzelprojekt

    "Fahrradfreundliche Kommune" wird nur, wer ein Konzept vorlegen kann. Politische Beschlüsse, öffentlichkeitswirksame Aktionen und konkrete Maßnahmen gehören dazu und werden von einer Jury geprüft. In dieser Jury sitzen Vertreter des Fahrradclubs ADFC, des bayerischen Verkehrsministeriums und der "Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen" (AGFK) Bayern.

    Fürstenfeldbruck darf den Titel nun für sieben Jahre tragen. Dann steht eine "Rezertifizierung" an, bei der die Jury prüfen wird, ob die Kommune weitere Fortschritte gemacht hat. Das war 2020 bei Nürnberg der Fall.

    Zum zweiten Mal "fahrradfreundlich"

    Nürnberg ist die erste bayerische Stadt, die den Titel "fahrradfreundliche Kommune" bereits zum zweiten Mal tragen darf. In Nürnberg gibt es unter anderem eine bezuschusste öffentliche Radreparatur-Station, ein Fahrradparkhaus mit 350 Plätzen am Bahnhof und das Projekt "Radständer für Stadtteile", bei dem die Bürger online Vorschläge für mögliche Stellplätze einreichen können.

    Winterdienst in Neumarkt

    Auch Neumarkt in der Oberpfalz ist jetzt offiziell eine von 37 "fahrradfreundlichen" bayerischen Kommunen. "Das ist ein Thema, das man nicht von einem Tag auf den anderen umsetzen kann", sagte Stadtbaumeister Matthias Seemann dem BR. "Da braucht es sehr viele Beteiligte: die interessierten Radfahrer, die Stadtverwaltung, den Bauhof, das Tiefbauamt und so weiter. Alle müssen das als gemeinsame Aufgabe sehen."

    Das Bauamt in Neumarkt stellt beispielsweise sicher, dass im Winter auch die Radwege von Schnee geräumt und befahrbar sind. Komplex ist der Umbau von Kreuzungen mit Aufstellflächen für Radfahrer, damit die sicherer abbiegen können. Die wurden dann sogar mit einem Videoclip bei Schülerinnen und Schülern beworben.

    Auszeichnung nur ein "Zwischenschritt"

    Auf dem Erfolg ausruhen will man sich weder in Fürstenfeldbruck noch in Neumarkt. "Wir sind erst zufrieden, wenn auch ein Großteil der Bevölkerung unsere Stadt als fahrradfreundlich wahrnimmt", sagt die Fürstenfeldbrucker Radverkehrsbeauftragte Claudia Gessner – keine leichte Aufgabe in einer Stadt, die von Bundes- und Staatsstraßen durchzogen ist. Und Neumarkts Stadtbaumeister sagt: "Die Auszeichnung ist nicht das endgültige Ziel, sondern ein positiver Zwischenschritt." Weitere sollen folgen.

    83 "fahrradfreundliche" Kommunen

    In die Arbeitsgemeinschaft wurden am Donnerstag auch einige neue Kommunen aufgenommen; insgesamt sind es jetzt 83. Neben Fürstenfeldbruck, Neumarkt in der Oberpfalz und Nürnberg wurden neun weitere Kommunen als "fahrradfreundlich" ausgezeichnet: die Städte Freising, Lindau, Memmingen und Passau, außerdem die Gemeinden Gröbenzell und Oberschleißheim sowie die Landkreise Augsburg, Nürnberger Land und München.

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