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Bayern gründet Zentralstelle für Fachkräfte-Einwanderung

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Bayern gründet Zentralstelle für Fachkräfte-Einwanderung

Die Staatsregierung will es bayerischen Betrieben und Unternehmen erleichtern, Arbeitskräfte aus Nicht-EU-Ländern einzustellen. Dabei helfen soll eine neue Zentralstelle in Nürnberg mit geplant 20 Mitarbeitern.

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Von
  • Arne Wilsdorff
  • Maximilian Heim

Mit einer neuen Zentralstelle für die Einwanderung von Fachkräften will die Staatsregierung der bayerischen Wirtschaft die Einstellung von Arbeitskräften aus Nicht-EU-Ländern erleichtern. Die mit 20 Mitarbeitern geplante Mini-Behörde soll ihren Sitz in Nürnberg haben und Unternehmen, die dringend Fachkräfte suchen, schnell unterstützen.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) erklärte bei der Vorstellung der Pläne in München, dass bayerische Betriebe "dringend Fachkräfte brauchen und sie nicht mehr in Deutschland finden". Herrmann betonte, dass es keine ungeregelte Einwanderung geben werde, sondern vorher alles "sicherheitsmäßig überprüft" werde. Er glaube daher, "dass insgesamt die große Mehrheit der Bevölkerung in unserem Land einen solchen Weg schon für richtig hält".

Neues Einwanderungsgesetz ab 1. März

Am 1. März tritt das sogenannte Fachkräfte-Einwanderungsgesetz in Kraft, das die Große Koalition auf Bundesebene vor einigen Monaten verabschiedet hatte. Das Gesetz soll den Zuzug ausländischer Fachkräfte erleichtern. Frühere Beschränkungen auf Berufe mit großen Personalproblemen gibt es nicht mehr - ebenso wie die sogenannte Vorrangprüfung, bei der untersucht wurde, ob auch Deutsche oder andere EU-Bürger für eine Stelle infrage kommen. Künftig gilt: Wer Deutsch kann und ausreichend qualifiziert ist, darf zur Jobsuche für bis zu sechs Monate ins Land.

Weil laut der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) in der IT-Branche, im Handwerk und in der Pflege deutschlandweit jährlich 200.000 Fachkräfte fehlen, begrüßt auch vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt das neue Gesetz. "Das wird nicht von heute auf morgen klappen, aber ab Ende dieses Jahres wird das erheblich wirken", sagte Brossardt dem BR.

AfD fordert Punktesystem

Die bayerische AfD-Landtagsfraktion lehnt das das neue Gesetz dagegen rundweg ab. Der AfD-Abgeordnete Christoph Maier hätte lieber ein Punktesystem nach australischem Vorbild. "Wir sehen wieder die Gefahr, dass es zu Missbrauch führt, genauso wie die Zuwanderung über das Asylrecht", sagte Maier. Bayerns FDP-Fraktionschef Martin Hagen geht die Umsetzung dagegen nicht weit genug. Er fordert, Bayern solle ganz grundsätzlich für schnellere Arbeits-Visa sorgen.

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