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Bayern feiert 100 Jahre Bauhaus mit Staatsempfang | BR24

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Mit einem Festakt würdigt der Freistaat Bayern in Amberg das 100-jährige Bauhaus-Jubiläum. Die Stadt eignet sich dafür besonders, weil hier einer von zwei Gropius-Bauten in Bayern steht. Die Festrednerin reist aus Tel Aviv an.

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Bayern feiert 100 Jahre Bauhaus mit Staatsempfang

Mit einem Festakt würdigt der Freistaat Bayern in Amberg das 100-jährige Bauhaus-Jubiläum. Die Stadt eignet sich dafür besonders, weil hier einer von zwei Gropius-Bauten in Bayern steht. Die Festrednerin ist extra aus Tel Aviv angereist.

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Der Freistaat Bayern feiert das Jubiläum "100 Jahre Bauhaus" mit einem Festakt und einem Staatsempfang in Amberg. Hier steht eines von zwei Bauwerken des Bauhaus-Gründers Walter Gropius in Bayern, die sogenannte "Glaskathedrale".

Ambergerin aus Tel Aviv hält Festrede

Bauminister Hans Reichhart (CSU) wird ein Grußwort an die rund 200 geladenen Ehrengäste sprechen. Die Festrede hält Sharon Golan Yaron. Die gebürtige Ambergerin ist Programmdirektorin des White City Centers in Tel Aviv. Dort gibt es 4.000 Bauhaus-Gebäude und Golan Yaron bringt in dem Stadtviertel Architekten, Handwerker und Azubis aus Deutschland und Israel zusammen. Ihr Ziel ist es, das architektonisch-bauliche Erbe der "Weißen Stadt" zu erhalten. Sie kommt extra für die Jubiläumsfeier nach Amberg.

Noch immer Glas-Produktion in Gropius' "Glaskathedrale"

Nach dem Festakt im Rathaus folgt der Staatsempfang im Stadtmuseum. Hier ist bis Dezember auch noch die Ausstellung "Gropius, Bauhaus und Rosenthal in Amberg" zu sehen. Schon nachmittags finden Führungen in der Glaskathedrale statt. Sie ist eines der letzten Industriebauwerke von Walter Gropius, deren Fertigstellung im Jahr 1970 er aber nicht mehr erlebte. Wie zuvor schon bei seinem Werk in Selb ließ der Porzellanfabrikant Philip Rosenthal auch in Amberg ein neues Gebäude für seine Produktion errichten. Während in Selb Porzellan hergestellt wurde, war es in Amberg Glas. Noch heute werden in dem Gebäude Trinkgläser hergestellt - von der österreichischen Firmengruppe Riedel.

Architektur soll Arbeitsbedingungen verbessern

Gropius war es ein Anliegen, mit der Architektur die Arbeitsbedingungen für die Arbeiter am Hochofen zu erleichtern. Deshalb besitzt die Glaskathedrale durch ihre Architektur ein automatisches Lüftungssystem, indem Luft an den Seiten unten einströmen und nach oben hin über den First abziehen kann. Zudem ist viel Glas in dem markanten Dach verbaut, was Helligkeit ins Gebäude bringt - für Glashütten in der damaligen Zeit außergewöhnlich. Aufgrund der Glasherstellung im Inneren und des markanten, Basilika-ähnlichen Beton-Giebeldaches bekam das Gebäude schnell den Beinamen "Glaskathedrale".

"Glaskathedrale" kurz vor ihrem 50. Geburtstag

Erst seit Mai ist das Bauwerk in einer Senke des Stadtteils Bergsteig der Öffentlichkeit zugänglich. Das Stadtmuseum hat eine Zweigstelle darin eröffnet. Im kommenden Jahr feiert die "Glaskathedrale" 50. Geburtstag, sie steht unter Denkmalschutz. Geht es nach der Stadt Amberg, soll sie auch UNESCO-Weltkulturerbe werden.