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Bayern: FDP fordert Englisch als zweite Amtssprache | BR24

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    Bayern: FDP fordert Englisch als zweite Amtssprache

    Formulare, Anträge, Dokumente: Für Behördengänge in Bayern sollte man Deutsch sprechen oder einen Dolmetscher parat haben. Die FDP-Landtagsfraktion hält das für nicht mehr zeitgemäß - besonders mit Blick auf Fachkräfte aus dem Ausland.

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    Von
    • Maximilian Heim
    • Philip Kuntschner

    Englisch als zweite Amtssprache in allen Ämtern - unter anderem damit will die bayerische FDP-Fraktion den Freistaat für Fachkräfte aus dem Ausland interessanter machen und ihnen eine bessere Ankunft ermöglichen. Die Forderung ist Teil eines Positionspapiers, über das die FDP-Landtagsabgeordneten heute bei ihrer Klausurtagung in Lindau beraten haben.

    "Wir wollen, dass Bayern auch für internationale Fachkräfte attraktiver wird", erläutert Matthias Fischbach, Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion. Ganz entscheidend sei in diesem Zusammenhang, dass es für diese Menschen "auch einfacher ist, hier dann die Behördengänge durchzuführen".

    Laut Fischbach gibt es Englisch als zweite Amtssprache bereits in anderen Ländern, zum Beispiel in Singapur. Vergleiche mit anderen Bundesländern helfen ihm zufolge dagegen nicht weiter. "Wir stehen ja im internationalen Wettbewerb", sagt er. "Wir können uns nicht nur dauernd mit Bremen oder Berlin vergleichen."

    Bayern: Deutsch bisher einzige Amtssprache

    Bisher ist Deutsch die einzige Amtssprache im Freistaat. Im sogenannten Bayerischen Verwaltungsverfahrensgesetz heißt es zudem: "Werden bei einer Behörde in einer fremden Sprache Anträge gestellt oder Eingaben, Belege, Urkunden oder sonstige Dokumente vorgelegt, soll die Behörde unverzüglich die Vorlage einer Übersetzung verlangen." Wenn die betreffende Person keine Übersetzung vorlegt, kümmert sich die Behörde demnach "auf Kosten des Beteiligten" selbst darum.

    Auch das Münchner Kreisverwaltungsreferat (KVR) verweist auf BR-Anfrage darauf, dass im Freistaat ausschließlich Deutsch Amtssprache ist. Ergänzend teilt das KVR mit: "Allerdings arbeiten zum Beispiel in der Ausländerbehörde auch viele Menschen, die weitere Sprachen sicher beherrschen - was von Fall zu Fall sehr hilfreich ist."

    Lambsdorff: Skandinavien oder Niederlande vorne

    Der FDP-Europapolitiker Alexander Graf Lambsdorff hatte sich schon 2014 dafür ausgesprochen, Englisch mittelfristig zur zweiten Amtssprache in Deutschland zu machen. Zuständig sind allerdings die einzelnen Bundesländer. In der Zeitung "Die Welt" argumentierte Lambsdorff damals: "Die Mehrzahl hoch qualifizierter Fachkräfte spricht Englisch, nicht Deutsch. Viele gehen deshalb lieber nach Skandinavien oder Holland, wo selbstverständlich Englisch gesprochen wird, auch auf dem Amt."

    Auch bei der Kinderbetreuung sieht die bayerische FDP-Fraktion mit Blick auf Familien aus dem Ausland Verbesserungsbedarf. "Das Angebot an bilingualen Schulen und Kitas in Bayern muss entscheidend ausgebaut werden", heißt es in dem Positionspapier.

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