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Die Bayern fahren mehr Bus, Bahn und Rad - aber auch mehr Auto | BR24

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Radfahrer in München

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Die Bayern fahren mehr Bus, Bahn und Rad - aber auch mehr Auto

Wie bewegen sich die Menschen im Freistaat fort? Dazu liefert die Mobilitätsstudie für Bayern interessante Ergebnisse. Eine Verkehrswende ist demnach nur "in Ansätzen" erkennbar. Die Grünen fordern mehr Einsatz von der Staatsregierung.

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In Bayern fahren im Vergleich zu 2008 etwas mehr Menschen mit dem Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln. Das zeigt der "Kurzreport Bayern" zur bundesweiten Mobilitätsstudie, den der bayerische Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) vorgestellt hat.

Demnach haben die Bayern im Jahr 2017 rund 18 Prozent der Personenkilometer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt. 2008 waren es 17 Prozent. Auch beim Fahrrad gibt es im selben Zeitraum einen leichten Anstieg - von drei auf vier Prozent.

Große Unterschiede zwischen Stadt und Land

Dabei gibt es starke Unterschiede zwischen Stadt und Land, aber auch nach soziodemografischen Merkmalen. So haben 88 Prozent der Haushalte mit hohem oder sehr hohem ökonomischen Status mindestens ein Fahrrad oder E-Bike, bei Haushalten mit sehr niedrigem ökonomischen Status sind es 69 Prozent. In den Metropolen der Stadtregionen haben 43 Prozent der Haushalte kein Auto, in den Städten der ländlichen Regionen sind es nur 24 Prozent.

Für die Studie untersuchte das Institut für angewandte Sozialforschung knapp 320.000 Wege, die über 100.000 Menschen in knapp 50.000 Haushalten im Jahr 2017 zurückgelegt haben.

Der Anteil des motorisierten Individualverkehrs, also Pkw und Krafträder, stieg demnach zuletzt im Vergleich zu 2008 leicht an. 45 Prozent der Wege in Bayern wurden von Pkw-FahrerInnen und 14 Prozent von Pkw-MitfahrerInnen zurückgelegt. Elf Prozent der Wege wurden mit dem Fahrrad gefahren - und 20 Prozent ausschließlich zu Fuß gegangen.

Niederbayern fahren am meisten Auto

Der Anteil der mit dem Fahrrad gefahrenen Wege ist dabei mit sieben Prozent in Niederbayern und Oberfranken am niedrigsten. Der Anteil des motorisierten Individualverkehrs ist in Niederbayern (54 Prozent) und der Oberpfalz (53 Prozent) am höchsten. Der öffentliche Nahverkehr wiederum hat in Oberbayern (14 Prozent) und Mittelfranken (11 Prozent) den höchsten Anteil.

In der Mobilitätsstudie für Bayern heißt es dazu: "Die Verkehrswende ist also in Ansätzen erkennbar, erreicht aber nicht die oft erwartete Gesamtdynamik. Insgesamt und vor allem außerhalb der Städte bleibt das Auto, insbesondere bei dem Blick auf die Kilometerleistung, mit großem Abstand Verkehrsträger Nummer eins."

Grüne fordern größeren Einsatz von der Staatsregierung

Verkehrsminister Reichhart sieht den Freisstaat mit jährlich 40 Millionen Euro Fördermittel etwa für den Fahrradwegebau gut aufgestellt. Für den Verkehrsexperten der Landtags-Grünen, Markus Büchler, muss die CSU-Staatsregierung indes wesentlich mehr tun: für "sichere und durchgängige Fahrradwege" in den Städten, für Radschnellwege als Zubringer in alle größeren Städte Bayerns. Für deren Planung, Bau und Unterhalt sollte laut Büchler der Staat sorgen und nicht "die überlasteten Kommunen".

Dass die ökologische Verkehrswende nicht nur mit Freiwilligkeit funktionieren wird, weiß auch CSU-Verkehrsminister Reichhart. So zeigte die Infas-Studie etwa auch, dass im bayerischen Schnitt immer noch 29 Prozent aller Schüler mit dem Auto gefahren werden.

Eltern soll es also möglichst erschwert werden, ihre Kinder direkt vor die Schule zu fahren; damit auch diese Kinder künftig laufen, radfahren oder den Bus nehmen.

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BR-Verkehrsexperte Anton Rauch

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