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Bayern erwägt Zäune gegen Schweinepest | BR24

© dpa-Bildfunk/Ronald Bonß

Ein Mitarbeiter eines sächsischen Veterinäramtes baut einen Elektro-Wildabwehrzaun inklusive Duftkomponente an einem Waldrand auf.

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    Bayern erwägt Zäune gegen Schweinepest

    Bayern schließt einen Zaun zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest nicht aus. Das Umweltministerium hatte zuletzt verstärkte Schutzmaßnahmen angekündigt. Der Bauernverband fordert zudem Vorsorgemaßnahmen für den Fall, dass die Seuche ausbricht.

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    Aus Polen sind erste Fälle toter Wildschweine in Grenznähe gemeldet worden. Das Bundesland Brandenburg hat daher reagiert und möchte bereits Ende der Woche an der Grenze zu Polen Zäune zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bauen. Auch Bayern überlegt, in diese Präventionsmaßnahme zu investieren.

    "Um insbesondere im Ausbruchsfall vor Ort schnell reagieren zu können, werden im Freistaat entsprechende Zaunmaterialien bereitgehalten." Sprecher des bayerischen Umweltministeriums

    Bayern bereitet Erwerb von Wildschutzzäunen vor

    Das Ministerium in München begrüßte die Maßnahme Brandenburgs, auf einer Länge von 120 Kilometern mobile Wildschutzzäune zu installieren: "Das ist ein wichtiger Schritt, um die Einschleppung nach Deutschland zu verhindern", sagte ein Sprecher des bayerischen Umweltministeriums. "Zäune können sinnvoll sein, um auf einen Ausbruch in Grenznähe zu reagieren." Auch Bayern bereite den Erwerb weiterer Zäune derzeit vor.

    FDP mahnt zur Eile

    Die FDP im Bayerischen Landtag fordert nun, die Schutzzäune zeitnah einzusetzen. Christoph Skutella, umweltpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion sagte dem BR:

    "Vorbereitung ist gut, schnelles Handeln besser: Wenn die Zäune schon bereitstehen und das Umweltministerium laut über den Erwerb weitere Zäune nachdenkt, dann sollten die mobilen Wildschutzzäune so schnell wie möglich errichtet werden, und nicht erst bei einem Ausbruchsfall vor Ort." Christoph Skutella, MdL FDP

    Präventionsmaßnahmen könnten nur greifen, wenn sie auch zum Einsatz kommen.

    Umweltminister Thorsten Glauber (FW) bekräftigte, die Staatsregierung nehme die Situation sehr ernst. "Intensive Präventionsmaßnahmen sollen verhindern, dass die Tierseuche in Bayern ausbricht", sagte er. Zuletzt hatte der Freistaat verstärkte Schutzmaßnahmen angekündigt. Von einem Zaun war dabei zunächst aber nicht die Rede gewesen.

    Bauernverband: Seuche könnte bäuerliche Existenzen vernichten

    Beim Bayerischen Bauernverband fürchtet man die wirtschaftlichen Auswirkungen eines möglichen Ausbruchs der Schweinepest innerhalb Deutschlands. Für den einzelnen Landwirt könnte dieser Fall existenzbedrohend sein, so ein Sprecher.

    In einem offenen Brief des Bauernverbands-Präsidenten Walter Heidl an die Staatsregierung fordert er, nicht nur die Präventionsmaßnahmen im Blick zu haben, sondern sich auf den Seuchenfall ausreichend vorzubereiten: "Im Hinblick auf zu befürchtende ASP-Fälle in Bayern müssen die bayerischen Behörden sicherstellen, dass die notwendigen Vorbereitungen vollumfänglich getroffen sind und die notwendigen Pläne, Personal, Material etc. jederzeit ausreichend verfügbar sind."

    Afrikanische Schweinepest für Menschen ungefährlich

    Die Afrikanische Schweinepest ist eine Viruskrankheit, die Wild- und Hausschweine befallen kann. Der Erreger ist für die betroffenen Schweine innerhalb weniger Tage meist tödlich. Für den Menschen ist die Krankheit keine Gesundheitsgefahr. Deutschlandweit gibt es noch keinen nachgewiesenen Fall. Allerdings gab es in Westpolen bereits mehr als 50 Fälle von ASP bei toten Wildschweinen. Anfang Dezember wurde das Virus bei einem verendeten Wildschwein rund 40 Kilometer von der Grenze zu Deutschland entfernt gefunden.

    Handelsbeschränkungen würde Fleischwirtschaft treffen

    Ein Nachweis von ASP in Deutschland dürfte massive Beschränkungen bei Schweinefleischexporten in Nicht-EU-Staaten zur Folge haben, was die Fleischwirtschaft empfindlich treffen würde.

    Bislang hat nur Dänemark einen Wildschweinzaun entlang der Grenze zu Deutschland fertiggestellt - allerdings einen stationären. Er verläuft auf einer Länge von 70 Kilometern von der Ost- bis zur Nordsee. Auch Luxemburg baut einen Zaun an einem acht Kilometer langen Abschnitt an der Grenze zu Belgien.