BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Bayern erlaubt "kleinen Grenzverkehr" ohne Quarantäne-Pflicht | BR24

© BR

Österreicher durften ohne aktuellen Coronatest nicht mehr im grenznahen Bayern einkaufen, in Seniorenheimen oder Krankenhäusern Besuche machen.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Bayern erlaubt "kleinen Grenzverkehr" ohne Quarantäne-Pflicht

Trotz hoher Corona-Zahlen wollen Bayern und Österreich die Einreisebeschränkungen lockern. Der "kleine Grenzverkehr" soll demnach wieder ohne Quarantäne-Pflicht möglich sein. Berufspendler mit regelmäßigem Grenzübertritt sind davon aber ausgenommen.

Per Mail sharen

Wer bisher aus einem ausländischen Risikogebiet in Bayern einreisen wollte, der brauchte entweder einen negativen Corona-Test oder viel Zeit. Denn konnte man kein solches Testergebnis vorweisen, so musste man sich umgehend in zweiwöchige Quarantäne begeben. Diese Regelung soll nun aber zumindest für den sogenannten "kleinen Grenzverkehr" der Vergangenheit angehören. Das hat Bayerns Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) heute verkündet.

Einkäufe und Arztbesuche wieder möglich

Trotz steigender Corona-Fallzahlen auf beiden Seiten hatte sich Herrmann heute zusammen mit der österreichischen Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) bei einem Treffen in München darauf verständigt, die Hürden für den sogenannten "kleinen Grenzverkehr" abzubauen. "Kleine Grenzübertritte", d. h. Aufenthalte, die nicht länger als 24 Stunden dauern, sind für Menschen aus Corona-Risikogebieten - zu denen derzeit auch die österreichischen Bundesländer Salzburg, Tirol und Oberösterreich gehören - demnach auch ohne negativen Corona-Test und Quarantäne-Pflicht wieder möglich. Fahrten, wie etwa zum Einkaufen oder für Arztbesuche im Nachbarland, sind also wieder drin.

Herrmann: Auf unnötige Reisen verzichten

Staatskanzleichef Herrmann sprach von einer "pragmatischen Lösung", die der Lebensqualität und den Bedürfnissen der Menschen in den grenznahen Gebieten entspreche. Die Neuregelung ist ein Vorgriff auf eine neue, bayerische Einreise-Quarantäne-Verordnung, die am 9. November in Kraft tritt. Der Freistaat orientiert sich dabei an einer Muster-Verordnung des Bundes.

Gleichwohl rief Herrmann dazu auf, auf unnötige Reisen zu verzichten und Kontakte wo immer möglich zu beschränken. Die oberste Maxime im Kampf gegen das Coronavirus bleibe Vorsicht und Umsicht, betonte er.

Keine Auflagen für Deutsche

Zum Vorwurf des Landrates des niederbayerischen Landkreises Rottal-Inn, Michael Fahmüller (CSU), die Nähe zu Österreich sei einer der Gründe für die enorm gestiegenen Corona-Zahlen, sagte Herrmann, "irgendwelche Schulzuweisungen" führten in der Pandemie nicht weiter. In Österreich gibt es für Einreisende aus Deutschland keine Auflagen.

Auch Österreichs EU-Ministerin Edtstadler zeigte sich mit der Lösung zufrieden. Sie bedankte sich bei Herrmann für den bayerischen Pragmatismus bei der Entscheidung. Das schaffe das nötige Vertrauen der Menschen in die beschlossenen Maßnahmen um die "Infektionszahlen herunter zu bekommen". Erst gestern hatten mehrere Bürgermeister aus der deutsch-österreichischen Grenzregion mit einem Brief an Ministerpräsident Söder schnelle Lockerungen beim Grenzübertritt gefordert.

Testpflicht für Berufspendler gilt weiterhin

Keine Erleichterung gibt es hingegen weiter für Berufspendler. Für Reisende, die regelmäßig aus Risikogebieten etwa zum Arbeiten oder zum Studieren nach Bayern einreisen, gilt unabhängig davon weiter die eben erst neu eingeführte wöchentliche Corona-Testpflicht.

© BR

"Kleine Grenzübertritte", also für Arzt- oder Restaurantbesuche, sind für Menschen aus Risikogebieten wieder ohne Corona-Test möglich.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!