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Bayern erhält als erstes Bundesland ein Landesregiment | BR24

© BR/ Nicole Schmitt

Feierlicher Appell in Roth: Das bundesweit erste Landesregiment der Bundeswehr wurde in Dienst gestellt.

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Bayern erhält als erstes Bundesland ein Landesregiment

Am Samstag ist in Roth das bundesweit erste Landesregiment der Bundeswehr in Dienst gestellt worden. An der militärischen Zeremonie im örtlichen Stadtpark nahm auch Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen teil.

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Beim feierlichen Fahnen-Appell würdigte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) das Projekt, bei dem Bayern eine Vorreiterrolle einnimmt: "Unsere Bundeswehr muss wachsen und ihre Einsatzbereitschaft muss steigen. Denn wir müssen mehr tun für Stabilität und Sicherheit in Europa und in Europas Nachbarschaft." In ihrer Festrede erklärte die Ministerin, dass sich die Sicherheitslage verändert habe.

"Heute zählt unsere Truppe rund 182.000 Männer und Frauen. Und mit der Bundeswehr wächst auch die Reserve wieder. An dem, was da in der Truppe geleistet wird, haben unsere Reservisten einen großen Anteil." Ursula von der Leyen (CDU), Bundesverteidigungsministerin

Mit der Implementierung reagiert die Bundeswehr zudem auf den akuten Personalmangel in der Truppe und greift deshalb verstärkt auf Reservisten zurück. Konkret sollen künftig bis zu 500 Frauen und Männer dem bayerischen Landesregiment angehören.

Aufgabe: Heimatschutz

Fünf Kompanien sind geplant. Als Kommandeur an der Spitze steht ein Oberst der Reserve, Stefan H. Berger: "Das Landesregiment Bayern soll den Heimatschutz sicherstellen. Das bedeutet, die Reservisten unterstützen die aktiven Soldaten bei Verteidigung, Sicherung oder Schutz von Bundeswehr-Einrichtungen und -Liegenschaften oder kritischer Infrastruktur im Inland. Auch soll das Landesregiment bei Großschadenslagen, etwa bei Naturkatastrophen oder Anschlägen, gemeinsam mit den Blaulichtkräften die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger gewährleisten."

Pionierstellung Bayerns

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach beim militärischen Festakt von einem großartigen Tag für Bayern. Die Arbeit der Bundeswehr sei keine einfache Aufgabe, die Respekt abverlange. Die neue Funktion, mit der Bayern eine Pionierstellung einnehme, sei etwas ganz Besonderes.

Reservisten als Potenzial für Bundeswehr

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), der als Oberstleutnant der Reserve in Uniform an der Feierstunde teilnahm, hatte den gesamten Aufstellungsprozess des neuen Heimatregiments eng begleitet und sich seit vielen Jahren dafür eingesetzt: "Ich freue mich sehr, dass die Bundeswehr das große Potenzial der Reservistinnen und Reservisten besser nutzen will. Vor allem in Gefahrenlagen, für deren Bewältigung wir sehr viel Personal brauchen, ist eine schnell einsatzfähige Truppe ein wichtiger Baustein im Hilfeleistungssystem des Freistaats."

Pilotprojekt für andere Bundesländer

Bis Ende 2021 ist das bayerische Reservistenregiment als Pilotprojekt angelegt. So will die Bundeswehr in enger Abstimmung mit dem Reservistenverband herausfinden, ob das Konzept auch auf andere Bundesländer übertragbar ist. Ist es erfolgreich, könnte daraus, so die Vision, sogar eine Art Nationalgarde entstehen.

© BR

Im mittelfränkischen Landkreis Roth ging es heute um die Landesverteidigung und neue Aufgaben für die Reservisten. Sie werden eine Art schnelle Eingreiftruppe bilden. Das erste dieser sogenannten Landesregimenter wurde nun in Dienst gestellt.