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Bayern-Ei: Staatsanwaltschaft fordert Bewährungsstrafe | BR24

© BR/A. Wenleder

Der Unternehmer Stefan Pohlmann (rechts) mit seinem Verteidiger.

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    Bayern-Ei: Staatsanwaltschaft fordert Bewährungsstrafe

    Der Bayern-Ei Prozess geht auf die Zielgerade. In den Plädoyers fordern Staatsanwaltschaft und Verteidigung Bewährungsstrafen für den angeklagten Unternehmer Stefan Pohlmann. Das Urteil soll am Nachmittag fallen.

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    Im Prozess um die niederbayerische Firma Bayern-Ei sind am Dienstagvormittag vor dem Landgericht Regensburg die Plädoyers von Anklage und Verteidigung gehalten worden. Die Staatsanwaltschaft fordert für den Angeklagten Stefan Pohlmann ein Jahr und zehn Monate Haft auf Bewährung sowie eine Vermögensabschöpfung über 1,6 Millionen Euro - der Betrugssumme entsprechend. Als Bewährungsauflage soll der Mann 350.000 Euro an soziale Einrichtungen zahlen.

    Der Verteidiger des 49-Jährigen plädierte auf ein Jahr und sechs Monate zur Bewährung. Das Urteil fällt voraussichtlich noch am Nachmittag. Angesichts der unklaren Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus geht der Prozess nun schneller zu Ende als geplant. Das Urteil war eigentlich für den 26. März vorgesehen.

    Verständigung zwischen Anklage und Verteidigung

    Anklage und Verteidigung bewegten sich in ihren Plädoyers genau in dem Strafrahmen, auf den sich die Prozessbeteiligten im Vorfeld im Rahmen einer Verständigung geeinigt hatten. Auch die Staatsanwaltschaft hatte zugestimmt, da Pohlmann im Gegenzug zugab, von positiven Salmonellen-Proben in seinem Betrieb gewusst zu haben. Ursprünglich hatte Pohlmann eine viel höhere Strafe gedroht.

    2014 wurden Salmonellen-Eier ausgeliefert

    Die Staatsanwaltschaft hatte Pohlmann unter anderem gefährliche Körperverletzung und in einem Fall gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Der Angeklagte soll 2014 die Auslieferung von Eiern mit der Kennzeichnung Güteklasse A veranlasst haben, obwohl in den Produktionsstätten Salmonellen nachgewiesen worden waren.

    Mehr als 180 Konsumenten aus Deutschland, Österreich und Frankreich sollen durch Salmonellen erkrankt sein, 40 der Fälle kamen zur Anklage. Ein 94-Jähriger soll aufgrund des Verzehrs von Bayern-Ei-Ware nach einer Salmonellen-Infektion gestorben sein.