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Bayern-Ei-Skandal: Bewährungsstrafe für Ex-Geschäftsführer | BR24

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Entscheidung im Prozess um den Salmonellen-Skandal bei der niederbayerischen Firma Bayern-Ei: Das Landgericht Regensburg hat Ex-Geschäftsführer Stefan Pohlmann zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

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Bayern-Ei-Skandal: Bewährungsstrafe für Ex-Geschäftsführer

Entscheidung im Prozess um den Salmonellen-Skandal bei der niederbayerischen Firma Bayern-Ei: Das Landgericht Regensburg hat den früheren Geschäftsführer Stefan Pohlmann zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

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Ein Jahr und neun Monate Haft – ausgesetzt zur Bewährung. So lautet letztlich das Urteil der Regensburger Richter. Dass Stefan Pohlmann den Gerichtssaal als freier Mann verlassen würde, hatte sich schon Anfang des Monats abgezeichnet. Es gab eine Verständigung zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung - umgangssprachlich auch Deal genannt.

Urteil sieht zusätzlich Millionenzahlung vor

Von den ursprünglichen Vorwürfen blieben am Ende 190 Betrugsfälle und 26 Fälle der fahrlässigen Körperverletzung übrig. Pohlmann muss zusätzlich 1,6 Millionen Euro zahlen - diese Vermögensabschöpfung entspricht der Betrugssumme. Als Bewährungsauflage ist außerdem die Zahlung von 350.000 Euro an soziale Einrichtungen vorgesehen.

Schwierige Beweislage

In ihrer Anklageschrift war die Staatsanwaltschaft noch von gefährlicher Körperverletzung ausgegangen, in einem Fall sogar mit Todesfolge. Pohlmann soll 2014 die Auslieferung von Eiern mit der Kennzeichnung Güteklasse A veranlasst haben, obwohl in den Produktionsstätten Salmonellen nachgewiesen worden waren. Mehr als 180 Konsumenten aus Deutschland, Österreich und Frankreich sollen durch Salmonellen erkrankt sein.

Letztlich ließ sich aber nicht beweisen, dass Pohlmann die Salmonellen-Erkrankungen durch verseuchte Eier bewusst in Kauf nahm. Viele Körperverletzungs-Fälle fielen außerdem weg, weil Zweifel blieben, ob wirklich Eier von Bayern-Ei die Ursache für Salmonellen-Erkrankungen waren. Nur in wenigen Fällen ließ sich das beweisen, etwa durch Gen-Analysen und dokumentierte Lieferketten.

Schnelles Ende eines umfangreichen Prozesses

Der Prozess in Regensburg ist wegen der Corona-Krise schneller als geplant zu Ende gegangen. Das Urteil war ursprünglich erst für nächste Woche vorgesehen.

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