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Bayern-Ei-Prozess: Werden Vorwürfe gegen Pohlmann abgeschwächt?

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Bayern-Ei-Prozess: Werden Vorwürfe gegen Pohlmann abgeschwächt?

Im Bayern-Ei-Prozess am Landgericht Regensburg könnte der Angeklagte wegen fahrlässiger Körperverletzung statt gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt werden. Das Gericht gab einen rechtlichen Hinweis darauf.

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Im Bayern-Ei-Prozess hat der vorsitzende Richter am Landgericht Regensburg in einem sogenannten rechtlichen Hinweis angekündigt, dass die Vorwürfe gegen den Ex-Bayern-Ei-Geschäftsführer Stefan Pohlmann abgeschwächt werden könnten. Demnach kommt für das Gericht auch fahrlässige Körperverletzung in Betracht.

Angeklagter könnte mildere Strafe bekommen

Würde es zu einem Urteil kommen, fallen die Tatvorwürfe gefährliche Körperverletzung und gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge weg. Pohlmann könnte dann mit einer milderen Strafe rechnen. Das Strafmaß für fahrlässige Körperverletzung reicht von einer Geldstrafe bis zu einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

In einer Stellungnahme zeigten sich die Verteidiger zufrieden. Man sehe es positiv, dass das Gericht bei den Vorwürfen nicht mehr von Vorsatztaten ausgehe.

Zeugen aus Frankreich nicht erschienen

Im Prozess sollten am Dienstag eigentlich vier Betroffene aus Frankreich aussagen, die sich durch den Verzehr von Eier der niederbayerischen Firma mit Salmonellen vergiftet haben sollen. Die Betroffenen sind aber nicht zum Prozess erschienen. Den Aussagen der vier Franzosen wäre eine entscheidende Bedeutung zugekommen: Ist ihre Salmonellenvergiftung tatsächlich auf Eier der Firma Bayern-Ei zurückzuführen? Daran hat die Verteidigung des Ex-Bayern-Ei-Geschäftsführers Stefan Pohlmann nämlich ihre Zweifel.

Ein Beamter der französischen Gesundheitsbehörde hat zu Beginn des Prozesses ausgesagt, dass nicht auf allen Eiern ein Herkunftsstempel aufgedruckt war. Damit sei es schwierig, die Herkunft der Eier dem Unternehmen zuzuordnen.

Der Vorwurf

Bisher wird dem Angeklagten Pohlmann vorgeworfen, für einen europaweiten Salmonellenausbruch 2014 verantwortlich zu sein, in deren Folge fast 200 Menschen krank geworden sind. Eine Person aus Österreich soll an der Salmonellenvergiftung gestorben sein.