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Bayern-Ei-Prozess: Erkrankungen in Österreich im Fokus | BR24

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Haben Eier der niederbayerischen Firma "Bayern Ei" die Salmonellen-Erkrankungen bei mehr als 180 Menschen ausgelöst? Darum geht es im Prozess.

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    Bayern-Ei-Prozess: Erkrankungen in Österreich im Fokus

    Salmonellen-Infektionen in Österreich und der Tod eines 94-Jährigen standen im Mittelpunkt eines weiteren Verhandlungstags im Bayern-Ei-Prozess in Regensburg. Die strittige Frage: Sind die Erkrankungen auf Bayern-Ei-Eier zurückzuführen?

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    Mit der Aussage einer Mikrobiologin aus Wien ist der Prozess um die niederbayerische Firma Bayern-Ei am Landgericht Regensburg fortgesetzt worden. Laut Anklage erkrankten 2014 mehr als 180 Menschen aus Deutschland, Österreich und Frankreich an Salmonellen, 40 der Fälle werden vor Gericht verhandelt. Ein 94-jähriger Österreicher soll nach dem Verzehr von Bayern-Ei-Ware gestorben sein. Die Expertin gab Auskunft über mikrobiologische Untersuchungen und welche Rückschlüsse daraus gezogen werden können.

    2013 und 2014 vermehrt Fälle in Österreich

    Zwischen Herbst 2013 und Sommer 2014 sei in Österreich ein bestimmter, seltener Salmonellen-Typus gehäuft aufgetreten. Die Erkrankten waren hauptsächlich Bewohner dreier Pflegeheime sowie Bezieher von "Essen auf Rädern" eines Sozialdienstes. Fachleute prüften daraufhin die Speisepläne an bestimmten Stichtagen. So hätten an einem Tag Eieromelette, Spaghetti Carbonara, Putenrolle mit Semmelknödeln und Schokomousse zur Auswahl gestanden. Danach war das Risiko einer Salmonellen-Infektion bei Personen, die Spaghetti Carbonara gegessen hatten, größer als bei den anderen: Die Soße sei mit Eidotter zubereitet worden.

    Nachweise sind schwierig

    Solche Untersuchungen hätten jedoch viel mit Wahrscheinlichkeiten und Plausibilitäten zu tun. Ein Beweis wäre, wenn in einer Speise der Erreger gefunden würde, was aber oft nicht möglich sei, weil die Speisen nicht mehr vorhanden seien. Zudem, so die Medizinerin, ließen sich Kreuzkontaminationen weder nachweisen noch ausschließen.

    Ex-Geschäftsführer von Bayern-Ei weist Vorwürfe zurück

    Der Ex-Geschäftsführer der Firma Bayern-Ei, Stefan Pohlmann, muss sich seit Ende September unter anderem wegen Körperverletzung mit Todesfolge, gewerbsmäßigen Betrugs sowie lebensmittel- und tierschutzrechtlicher Verstöße verantworten. Die Ermittler werfen dem Geschäftsmann zum Beispiel vor, im Jahr 2014 die Auslieferung von Eiern mit der Kennzeichnung Güteklasse A veranlasst zu haben, obwohl in den Produktionsstätten Salmonellen nachgewiesen worden waren. Er weist die Vorwürfe zurück.

    Trägt Bayern-Ei Schuld am Tod des Rentners ?

    Strittig ist in dem Prozess insbesondere die Frage, ob die Infektion und somit der Tod des Seniors tatsächlich auf salmonellenbelastete Eier der Firma Bayern-Ei zurückzuführen ist. Verkompliziert wird diese Frage dadurch, dass der Mann zweimal nacheinander mit einer Salmonellen-Infektion in ein Krankenhaus kam und offen war, ob die zweite Infektion des Mannes auf die erste kurz zuvor zurückzuführen ist oder ob es sich um eine Neuinfektion handelte. Dann könnte zwar die erste Infektion durch die Bayern-Ei-Eier im Essen auf Rädern ausgelöst worden sein, die zweite Infektion - nach der der Senior starb - aber eine andere Ursache haben.

    Zeuge fährt nach Straubing statt nach Regensburg

    Der Verhandlungstag in Regensburg hatte mit Verspätung begonnen - weil ein am Morgen geladener Zeuge statt nach Regensburg versehentlich nach Straubing gefahren war. In Aiterhofen nahe der niederbayerischen Stadt hatte die Firma Bayern-Ei ihren Sitz. Der aus dem Schwarzwald kommende Zeuge arbeitet als Unternehmensberater in der Lebensmittelbranche und war als Risikomanager für Bayern-Ei tätig. Seine Aufgabe sei unter anderem das Erstellen einer Risikomatrix gewesen, in der mögliche Risiken und der Umgang mit diesen erarbeitet wurden, sagte er. Von den Krankheitsfällen habe er damals nichts gewusst, sagte der Mann.