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Bayern-Ei-Prozess mit Zeugen aus Frankreich und Großbritannien | BR24

© Armin Weigel/dpa-bildfunk

Im Bayern-Ei-Prozess hat unter anderem ein beamter der französischen Gesundheitsbehörde ausgesagt.

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    Bayern-Ei-Prozess mit Zeugen aus Frankreich und Großbritannien

    Im Prozess um einen europaweiten Salmonellenausbruch im Jahr 2014 hat ein Beamter einer französischen Gesundheitsbehörde ausgesagt. Er brachte den Ausbruch im Raum Straßburg in Zusammenhang mit Bayern-Ei. Auch ein weiterer Zeuge deutet das an.

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    Im Bayern-Ei-Prozess wegen eines europaweiten Salmonellenausbruchs im Jahr 2014 hat am Landgericht Regensburg ein Beamter einer französischen Gesundheitsbehörde ausgesagt. Außerdem sagte ein Bioinformatiker aus Großbritannien aus. Dieser Zeuge konnte Zusammenhänge zwischen gefundenen Salmonellen bei Bayern-Ei und bei Erkrankten belegen.

    Achtjähriger bekam Durchfall, Erbrechen und Fieber

    2014 erkrankten in mehreren Europäischen Ländern dutzende Menschen an einer Salmonelleninfektion. Der französische Gesundheitsbeamte hat im Zeugenstand geschildert, wie der Salmonellenausbruch 2014 im Raum Straßburg abgelaufen ist. Ende Juni 2014 zeigte ein achtjähriger Junge Symptome wie Durchfall, Erbrechen und Fieber. Sein Arzt stellt eine Salmonelleninfektion fest. In der Folge erkranken weitere Menschen, drei Erwachsene und zwei Kinder.

    Salmonellen in Mousse au Chocolat

    Die Behörden wurden alarmiert. Schnell stellte sich heraus, so der Zeuge, dass alle an einem Nachbarschaftsfest teilgenommen hatten und dort Mousse au Chocolat gegessen hatten – zubereitet mit rohem Eiweiß. Bei der Familie, die das Dessert zubereitet hatte, konnte er noch Eigelb und weitere Eier sicherstellen, so der Gesundheitsbeamte. Tests in Laboren bestätigten einen Salmonellenbefall. Da die Eierschachtel mit "Bayern-Ei" und entsprechenden Codes versehen war, wurden die Eier der Firma daraufhin zurückgerufen und auch die deutschen Behörden informiert. Auch auf den sichergestellten Eiern waren Codes aufgedruckt, so der Zeuge, allerdings nicht auf allen. Die Aussage könnte bei der Urteilsfindung noch eine Rolle spielen.

    Infektionsweg schwer nachzuweisen

    Ohne Herkunftsstempel könnte die Zuordnung der Eier zur Firma des Angeklagten Ex-Bayern-Ei-Chefs schwieriger werden. Am Vormittag hatte bereits ein Zeuge aus Großbritannien ausgesagt. Der Bioinformatiker hatte 2014 zahlreiche Salmonellenproben genetisch untersucht. Sein Ergebnis: Salmonellen vieler Erkrankter sind genetisch sehr eng mit Salmonellen verwandt, die in Betrieben der Firma Bayern-Ei gefunden worden sind. Einen direkten Beweis, dass die Salmonellenerkrankungen auf Eier der Firma zurückzuführen sind, liefere das zwar nicht, so der Zeuge. Allerdings hätten sich die Behörden damals unter anderem auch die Lieferwege angeschaut. Da auch hier ein Zusammenhang mit Bayern-Ei hergestellt werden konnte, habe die Behörde Maßnahmen eingeleitet. Der Gesundheitsbehörde habe das als Beweis ausgereicht, dass die Quelle des Ausbruchs bei Bayern-Ei liege, sagte der Bioinformatiker.

    Ein Mensch starb an Salmonellenvergiftung

    Der Prozess wird kommende Woche fortgesetzt. Die Staatsanwaltschaft macht den angeklagten Ex-Chef der Firma Bayern-Ei, Stefan Pohlmann, für dutzende Salmonellenfälle im Jahr 2014 verantwortlich. Da er vom Salmonellen-Problem ins einen Betrieben gewusst haben soll, wirft sie ihm dutzende Fälle der gefährlichen Körperverletzung vor, in einem Fall auch mit Todesfolge. Außerdem ist Pohlmann wegen gewerbsmäßigem Betrug, Lebensmittelrechts- und Tierschutzgesetzverstößen angeklagt.