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Bayern-Ei-Prozess: Ex-Kunde fühlt sich betrogen | BR24

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Die Kundschaft des Skandal-Betriebs Bayern-Ei fühlt sich hinters Licht geführt. Im Prozess gegen Ex-Firmenchef Pohlmann sagten mehrere Kunden des Unternehmens aus: Keiner von Ihnen hätte Eier gekauft, hätten sie von dem Salmonellen-Problem gewusst.

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Bayern-Ei-Prozess: Ex-Kunde fühlt sich betrogen

Die Kundschaft des Skandal-Betriebs Bayern-Ei fühlt sich hinters Licht geführt. Im Prozess gegen Ex-Firmenchef Pohlmann sagten mehrere Kunden des Unternehmens aus: Keiner von ihnen hätte Eier gekauft, hätten sie von dem Salmonellen-Problem gewusst.

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Im Prozess um den mutmaßlichen Salmonellen-Skandal im niederbayerischen Unternehmen Bayern-Ei haben jetzt ehemalige Kunden vor dem Landgericht Regensburg ausgesagt. Die Zeugen bestätigten dabei weitgehend die Argumentationslinie der Staatsanwaltschaft. Wäre ihnen bekannt gewesen, dass der Betrieb ein Salmonellenproblem habe, hätten sie die Eier nicht gekauft, so die Aussagen der Kunden der Firma.

Die Kunden waren ahnungslos

Ein Kunde gab an, er hätte die Eier nicht gekauft, wenn er von den positiven Salmonellenproben im Betrieb gewusst hätte. Auch wenn ihm negative Nachtests vorgelegt worden wären, hätte er "lieber auf das Geschäft verzichtet", so der Zwischenhändler.

Ein anderer Abnehmer sagte aus, er habe sich vom Unternehmen mehrfach Unbedenklichkeitsbescheinigungen vorlegen lassen. Sollte es positive Proben im Betrieb gegeben haben, dann fühle er sich "betrogen", so der Kunde.

Die Branche kannte die Gerüchte

Die Pohlmann-Betriebe hätten in der Branche den Ruf gehabt, besonders preiswert zu produzieren. Mehrmals hätte es Gerüchte über Missstände gegeben, so der Zeuge.

Dem angeklagten, früheren Bayern-Ei-Geschäftsführer Stefan Pohlmann wird vorgeworfen, dass er Salmonellen-belastete Ware als Eier der Güteklasse A verkauft haben soll. Die Eier hätten aber dieser Güteklassen nicht entsprochen, so die Anklage. Da Pohlmann vom Salmonellenproblem in seinen Betrieben gewusst haben soll, wertet die Staatsanwaltschaft das Vorgehen als gewerbsmäßigen Betrug in hunderten Fällen.

Verteidiger weisen Vorwürfe zurück

Pohlmanns Verteidiger weisen die Vorwürfe zurück. Ihr Mandant habe sich auch beim Verkauf der Eier stets an alle Vorgaben der zuständigen Behörden gehalten.

Neben dem Vorwurf des gewerbsmäßigen Betrugs muss sich Pohlmann im Verfahren auch wegen dutzender Fälle der gefährlichen Körperverletzung, in einem Fall auch mit Todesfolge, verantworten. Außerdem ist er wegen Lebensmittelrechts- und Tierschutzverstößen angeklagt. Ein Urteil wird erst im kommenden Frühjahr erwartet.