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Bayern-Ei: Chronik eines Wirtschaftskrimis | BR24

© pa/dpa/A. Weigel

Ein ehemaliger Bayern-Ei-Betrieb in Aiterhofen. Das Unternehmen besaß in Niederbayern insgesamt vier Legebetriebe mit rund einer Million Hennen.

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    Bayern-Ei: Chronik eines Wirtschaftskrimis

    Sechs Jahre lang hat der Bayern-Ei-Skandal immer wieder für Aufsehen gesorgt. Jetzt beginnt der Prozess gegen den ehemaligen Firmenchef. Die Chronik der Ereignisse liest sich wie ein Krimi. Der Skandal hat aber auch in der Politik viel bewegt.

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    September 2014. In Deutschland, Österreich und Frankreich erkranken fast 200 Menschen an Salmonellose, ein Mann in Österreich stirbt an der Infektion. Alle Opfer sollen zuvor Eier aus Niederbayern gegessen haben.

    20. Mai 2015. Das BR-Politikmagazin "Kontrovers" berichtet erstmals über eine europaweite Welle von Salmonellen-Vergiftungen, für die das Unternehmen Bayern-Ei verantwortlich sein soll. Zuvor hat die Staatsanwaltschaft Regensburg Ermittlungen aufgenommen.

    Juli 2015. Bei einer Routinekontrolle der Lebensmittelüberwachung in den Bayern-Ei-Stallungen in Aiterhofen werden erneut Salmonellen festgestellt. Das Unternehmen muss seine Eier zurückrufen.

    8. August 2015. Die Bezirksregierung sperrt alle Betriebe von Bayern-Ei. Das Unternehmen darf ab sofort keine Eier mehr in den Verkehr bringen. Es besteht der Verdacht, dass retournierte Eier umgepackt worden sind und das Haltbarkeitsdatum verlängert worden ist.

    18. August 2015. Bayern-Ei-Chef Stefan Pohlmann wird verhaftet. Laut Staatsanwaltschaft besteht Fluchtgefahr.

    Herbst 2015. Bayern-Ei räumt seine Legebetriebe. Hunderttausende Hennen müssen geschlachtet werden.

    Dezember 2015. Razzia im Landratsamt: Im Zuge der Ermittlungen durchsuchen Polizisten Büros im Landratsamt des Landkreises Straubing-Bogen. Ein Mitarbeiter wird festgenommen.

    Januar 2016. Der Umweltausschuss des Bayerischen Landtags kommt zu einer Sondersitzung wegen Bayern-Ei zusammen. – Bayerns Verbraucherschutzministerin Ulrike Scharf beruft als Konsequenz aus dem Bayern-Ei-Skandal eine "Vertrauensperson Lebensmittelsicherheit". Der Kontrolleur soll künftig unter anderem anonymen Hinweisen auf Lebensmittelskandale nachgehen.

    Mai 2016. Stefan Pohlmann wird aus der U-Haft entlassen.

    August 2016. Trotz der laufenden Ermittlungen beginnt Bayern-Ei am Standort Ettling (Lkr. Dingolfing-Landau) wieder Legehennen zu halten. Das Unternehmen darf jedoch nur Eier der Güteklasse B ausliefern, die nicht unmittelbar für den Verzehr gedacht sind.

    Januar 2017. Die Staatsanwaltschaft Regensburg erhebt Anklage gegen Stefan Pohlmann. Dem Unternehmer wird unter anderem gefährliche Körperverletzung in 187 Fällen vorgeworfen, einmal davon mit Todesfolge.

    Juli 2017. Die Landtagsopposition beantragt die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zum Bayern-Ei-Skandal. Er soll unter anderem klären, ob es Versäumnisse bei der staatlichen Lebensmittelüberwachung gegeben hat.

    Januar 2018. Als Konsequenz aus dem Bayern-Ei-Skandal entsteht in Bayern eine neue Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen. Sie soll künftig die Überwachung von 800 besonders großen und überregional bedeutenden Lebensmittelproduzenten übernehmen.

    Juni 2018. Letzte Sitzung des Bayer-Ei-Untersuchungsausschusses: Während SPD, Grüne und Freie Wähler in ihrem Minderheiten-Schlussbericht gravierende Mängel bei der staatlichen Lebensmittelüberwachung beklagen, sieht die CSU kein Behördenversagen und keine politische Mitverantwortung der Staatsregierung am Bayern-Ei-Skandal.

    April 2019. Fast zweieinhalb Jahre nachdem die Staatsanwaltschaft Regensburg Anklage gegen Stefan Pohlmann erhoben hat, lässt das Landgericht die Anklage zur Hauptverhandlung zu.

    Mai 2019. Das Amtsgericht Straubing erlässt Strafbefehl gegen einen Amtstierarzt im Landkreis Straubing-Bogen. Der Veterinär soll die Verantwortlichen bei Bayern-Ei mehrfach vor Kontrollen gewarnt haben.

    1.Oktober 2019. Vor dem Regensburger Landgericht beginnt der Strafprozess gegen Stefan Pohlmann.