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Bayern-Ei: Betrieb soll Kontrolltermine vorab erfahren haben | BR24

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Schwammige Zuständigkeiten bei der Kontrolle und mögliche Terminabsprachen: Das ist heute beim "Bayern-Ei-Prozess" in Regensburg zur Sprache gekommen. Vor Gericht steht der ehemalige Chef des niederbayerischen Unternehmens.

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Bayern-Ei: Betrieb soll Kontrolltermine vorab erfahren haben

Schwammige Zuständigkeiten bei der Kontrolle und mögliche Terminabsprachen: Das ist heute beim "Bayern-Ei-Prozess" in Regensburg zur Sprache gekommen. Vor Gericht steht der ehemalige Chef des niederbayerischen Unternehmens.

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Im "Bayern Ei-Prozess" am Landgericht in Regensburg sind am Mittwoch weitere Zeugen vernommen worden. Unter anderem haben für die Firma zuständige Lebensmittelkontrolleure und eine Amtstierärztin ausgesagt.

Telefonat mit Bayern-Ei-Chef

Die Aussagen mehrerer Zeugen legen nahe, dass die Firma von eigentlich unangekündigten Kontrollen vorab erfahren haben könnte. So schildert ein Beamter der Lebensmittelüberwachung am Landratsamt Dingolfing-Landau ein Telefonat mit Bayern-Ei-Chef Stefan Pohlmann. Der habe ihn nach einem anstehenden Kontrolltermin gefragt, so der Zeuge. Da er ihm darauf nicht geantwortet habe, soll Pohlmann gesagt haben, dass er dann bei der Regierung von Niederbayern nachfragen werde. Kurze Zeit später soll Pohlmann dann noch einmal beim zuständigen Lebensmittelkontrolleur angerufen haben, so der Zeuge weiter.

Zeuge: "Ich war sauer"

Bei diesem Telefonat habe er dann einen konkreten Termin nennen können. "Ich war sauer, weil ich den Mund gehalten habe und andere nicht", so der Zeuge im Vernehmungsprotokoll der Polizei, aus dem der Vorsitzende Richter während der Vernehmung vorlas. Kollegen des Beamten bestätigten in weiteren Vernehmungen das Telefonat und dass Pohlmann vom Kontrolltermin wusste.

Schwammige Zuständigkeiten bei Kontrolle

Am Vormittag hatte außerdem bereits eine zuständige Amtstierärztin des Landratsamts ausgesagt. Sie berichtete von schwammigen Zuständigkeiten bei der Kontrolle des Bayern-Ei-Betriebs in Ettling. Oft seien ihnen rechtlich die Hände gebunden gewesen, rechtfertigte die Amtstierärztin das Vorgehen der Behörden.

Amtstierärztin: "nicht die Zeit, irgendetwas zu hinterfragen"

Diese hatten beim ersten Salmonellenfund lediglich Reinigungsmaßnahmen an der Eier-Sortieranlage angeordnet, aber nicht die Ställe mit den Käfig-Hennen untersucht. Ob diese Maßnahmen ausreichend waren, habe sie nicht in Frage gestellt: "Wir waren arbeitsmäßig so unter Druck, dass wir nicht die Zeit hatten, irgendetwas zu hinterfragen", so die Zeugin wörtlich.

Schwere Vorwürfe gegen Ex-Bayern-Ei-Chef

Der ehemalige Bayern-Ei-Geschäftsführer Stefan Pohlmann steht vor Gericht, weil er für einen Salmonellenausbruch 2014 in mehreren Ländern verantwortlich sein soll. Ihm wird unter anderem Körperverletzung mit Todesfolge und gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen.